(0,7kB)    (0,7 kB)

VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

(7,7 kB)

e. Früchte der Erwägungen vom 14.-16. Jh. und weitere Perspektiven


In Zusammenfassung der viele Jahrhunderte dauernden Diskussionen über das Wesen und die Sakramentalität der Ehe sehen wir, dass indem die Theologie von einer Reihe Meinungen über die Wirkungen des empfangenen Ehe-Sakramentes ausging: Bewahrung der Gatten in Gnade – über die Gnade, die die Eheleute dank der gefeierten Liturgie des Sakramentes empfingen, ist sie zu einer besser begründeten Überzeugung des Glaubens gekommen, dass die Ehe deswegen Quelle der Gnaden darstellt, weil sie eines der Sieben Sakramente ist. Daselbst kann die Gnade des Sakramentes an sich nicht vom Priestersegen abhängen, sondern ist in Kraft des empfangenen Sakramentes selbst wirksam, bzw. des sich gegenseitig gespendeten dieses Sakramentes (s. Art.: Ks.Prof. A.Sobczaka, Fußn. 34ff).

Krönung der allmählich erfolgenden Ergründung des Depositums des Apostolischen Glaubens in diesem Bereich sind die Erwägungen, die der Hl. Albertus Magnus (1193-1280) und der Hl. Thomas von Aquino (1225-1274) darstellt. Sowohl der eine, wie der andere knüpfen an die drei damals herrschenden Meinungen betreffs der Gnaden an, die mit dem Sakrament der Ehe verbunden sind. Sie erwähnen, dass der Meinung einer nach – die Ehe keine Quelle von Gnaden ist. Nach anderen bewahrt die Ehe die Gottes Gnade allein für die Eheleuten selbst. Endlich nach der dritten Gruppe der damaligen Autoren, bringt die Ehe die Gnade Gottes an sich selbst, indem sie für die sie empfangenden immerwährende Quelle von Gnaden ist, die zur Göttlichen und menschlichen Gestaltung des Lebens in Ehe und Familie für den Alltag unentbehrlich sind (s. a.Art.: Ks.Prof. A.Sobczaka, Fußn. 37f).

(6,2 kB)

f. Perspektiven weiterer Ergründung Gottes Vorhabens der Liebe


Man kann schwer leugnen, dass die Theologie der Ehe als Sakramentes, nach zwei Tausend Jahren des Christentums, sich weiter erst auf der Stufe ihrer immer weiter fortschreitenden Ergründung befindet – trotz ihrer unwahrscheinlichen Vertiefungen, die vor allem während des Pontifikates Johannes Paul II. erfolgt sind. Es scheint, die Sicht der Heiligen Schrift betreffs des Bundes, den Gott der Menschenfamilie fortwährend anbietet, kondensiert in besonderer Weise in Israel, den Gott gleichsam seine Braut trachtet – wirkt auf die Vorstellungs-Möglichkeiten dieses Volkes beständig so sehr überragend, dass die Theologie schlechterdings nicht den Mut findet, Gottes Vertrautheiten von seiner Liebe zum Menschen: Mann und Frau in tatsächlich wörtlichem Sinn anzunehmen. Was Gott von sich selbst bei seinen Beziehungen zum Menschen sagt, ist so sehr unwahrscheinlich, dass das alles in menschlichen Denk-Kategorien nicht umfangen werden kann. Es geht um die immerwährende Durchdringung dessen, was Gottes ist – mit dem, was sehr menschliches ist, das geschlechtliche Ausmaß des Menschen nicht ausgenommen.

Jugend in der Phase des vielfältigen Nachsuchens. Die Emilia
Erklärung

Indessen Gott selbst empfindet gleichsam keine Hemmungen, um die Liebe zu enthüllen, mit der Er den Menschen: Mann und Frau geliebt hat. So entsteht gleichsam der ‘senkrechte Balken’, der Seine Liebe – diese Gottes Liebe zum Menschen als ob seine Braut [Lotrechte: Er-Gott – und der Mensch als Gottes Braut], kondensiert. Dabei aber kreuzt sich dieser ‘senkrechte Balken’ dauernd mit dem waagerechten ‘Balken’, der die gegenseitige Liebe zum Ausdruck bring, wie sie Ehemann mit Ehefrau verbinden soll (s. dazu unt. die Graphik: Kreuz: Bräutliche Liebe Gottes – und bräutliche Liebe der Ehegatten). Die eheliche Liebe soll nach Gottes Vorhaben dauernd den Ehegatten, und durch sie dem ganzen Volk Gottes – die unvorstellbar mehr intensive Liebe ersichtlich darstellen, mit der Gott der Dreieinige sowohl sie selbst, wie jeden Menschen urewig geliebt hat. Hier liegt die Ausrichtung des eigentlichen Erlebens der Ehe. Kein Wunder, dass Christus die Ehe zur Ebene des grundsätzlichen Sakramentes der von Ihm gegründeten Kirche erhoben hat.

Gerade auch solche und nicht andere Art und Weise, wie die Ehe betrachtet werden soll, samt allem, was in ihr geschieht – in allen, ihr eigenen Ausmaßen, ist zutiefst im menschlichen Herzen eingeprägt. Dieses Herz ist imstande, diesen Gottes Eintrag abzulesen, wenn es sich nur aufmerksam in die Stimme Gottes hinhört, die zu ihm spricht in jener „verborgenster Mitte und diesem Sanktuar im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist ...” (DeV 43). Denn es besteht auch eine reale Möglichkeit, diese Gottes Stimme zu ersticken und daselbst die Sichtbarkeit Gottes beim Erleben der ‘Liebe’ zu verlieren – und zwar im Fall, wenn sich dieses Herz in Richtung der Begehrlichkeit entführen lässt. In solcher Situation kann Gott nicht mehr erblickt werden. Das menschliche Herz wird dann ‘Un-keusch’. Das wird von Jesus Christus in seinen Segenpreisungen zum Ausdruck gebracht: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen” (Mt 5,8).

Und doch, ungeachtet der menschlichen Sündhaftigkeit und des Elends des Menschen, besonders dieses im geschlechtlichen Ausmaß, zögert Gott nicht, ungemein konsequent und entschieden gerade auf solche Art und Weise Seine Liebe zum Menschen, also zu seinem Lebendigen Ebenbild angesichts des Weltalls, zum Ausdruck zu bringen. Gott liebt wahrhaft den Menschen als diese Seine: Braut. Allerdings anderswoher: Bei Gott kann unmöglich eine andere Liebe da sein, als nur eine ... Bräutliche! Gott ist wirklich ... Lebendige, ‘warme’ Liebe!

In dieser Lage soll die Haltung Gottes in seinem Vorhaben der Bräutlichen Liebe zum Menschen – sowohl für die Theologen, wie auch für die konkreten Eheleute, eine beständige Ermutigung bilden und dem Menschen einen nicht täuschenden, demütigen und doch zuversichtsvollen Mut einflößen, dass er nicht fürchtet, alle Folgen von den ‘Vertrautheiten Gottes Liebe’ zu ziehen, die dem Menschen im Gottes-Geschriebenen-Wort geschenkt worden sind, und nachher im Fleischgewordenen, und endlich Eucharistischen Gottes Wort. Die Ehe ist in Augen Gottes, der sie erschaffen hat, offensichtlich immerwährend etwas ungemein Erhabenes – bei ihrer ganzen scheinbaren Prosaität für den Alltag und dem großen menschlichen Elend, das ganz besonders mit dem Ausmaß des Menschen als Mann und Frau einher geht. Gott zögert nicht an die Wirklichkeit anzuknüpfen, die zwischen den Ehegatten vorgeht, um ihnen selbst und dem ganzen Volk Gottes zu verstehen zu geben, um wie viel mehr Liebe, Sehnsucht und Glut in Ganzheitlichkeit der Hingabe für den Menschen: Mann und Frau – selbst vor allem Er, der Dreieinige ist, beständig mit seinem offenen Bräutlichen Angebot: den Menschen: Mann und FrauTeilnehmer seiner Liebe und seines Lebens zu machen.

Wenn es solche Art und Weise gibt, die Geschlechtlichkeit zu leben, dass sie den Menschen selbst zerstört und ihn zum Boden vielfältiger Niederlage herabstürzt, so besteht um so mehr real eine Weise, dass sie im Geist der „Heiligkeit und untadelig” erlebt wird, wozu Gott „von Anfang an” den Menschen erschaffen hat und ihn dazu als sein Ebenbild und Ähnlichkeit gerufen hat (vgl. Eph 1,4; 5,27).
– Den Erwägungen über das Geheimnis sowohl der Gottes, wie Menschlichen Liebe, inwiefern sie gerade mit diesem Ausmaß des Menschseins verbunden ist: als Mannes und Frau, werden die weiteren aufeinander folgenden Kapitel des hiesigen VI. Teiles unserer Homepage gewidmet werden.

(10,4 kB)

C.  BESTANDTEILE DER EHE ALS SAKRAMENTES

(7,2 kB)

1. Hier ist alles Geschenk ...


(6,2 kB)

a. Prosaik des Lebens oder andauerndes Geheimnis


Wir haben schon einen langen Weg einführender Erwägungen über die Ehe zurückgelegt. Wir möchten zum grundlegenden Faden dieses Teiles und Kapitels näher gelangen: der Ehe als Sakramentes. Es hat sich geziemt, die nicht leichte Frage aufzustellen: Warum das allgemeine Bewusstsein des Volkes Gottes – der Kirche, nur ganz langsam zum Schluss gekommen ist, dass ebenfalls die Ehe zur Gruppe der Sieben Sakramenten zählt, die der Erlöser als Erbgut und zur Verwaltung der von Ihm gegründeten Kirche überlassen hat. Es ist klar, dass vom Bewusstwerden des Wissens über dieses Thema – das Sakrament der Ehe an sich nicht abhängt, noch die Gnaden, die Gott von Weile zu Weile denen verleiht, die sich mit dem Ehebund gebunden haben.
– Das Beispiel der ‘Ehe’ bildet dagegen eine anschauliche Stunde, dank der wir näher die Göttlich-Menschliche Beschaffenheit der Kirche betrachten können. Wir stehen hier dauernd angesichts der uns überragenden Geheimnisse, die der menschliche Verstand, sich selber gelassen, restlos zu entschlüsseln nicht imstande ist. Allerdings auch wenn das Geheimnis weiter Geheimnis bleibt, ist es uns erlaubt Versuche zu unternehmen, seine Tiefe zu ergründen. Gott kann sich nur freuen, wenn wir Ihn voller Hoffnung bitten, Er möge unseren Verstand und die Herzen zu diesem Zweck erleuchten. In Antwort breitet Er vor uns immer weitere, freudige Perspektiven dessen aus, was weiter Geheimnis bleibt, auch wenn wir mit großem Dank und steigendem Bewusstsein seine Größe und seinen ergreifenden Zauber auskosten können.

Die Kirche hört niemals auf, zugleich sichtbare – und unsichtbare Wirklichkeit zu sein: eine Menschliche, aber um so mehr Göttliche. In Analogie zum Gott-Menschen selbst, Jesus Christus. Man konnte Ihn sehen und berühren (vgl. 1 Joh 1,1.3), man konnte an Seinem Leib ... Experimente durchführen! Er aß wie ein allernormalste Mensch – auch nach seiner Auferstehung (vgl. Lk 24,39-43; Joh 21,5.9-13). Es hat Weilen gegeben, da Er deutlich erfreut war – „im Heiligen Geist” (s. Lk 10,21; Mt 11,25). Es sind aber auch Weilen seiner entsetzten Angst und tödlichen Trauers gekommen (z.B. Joh 12,27; Mt 26,37f; Lk 22,44). Seine eigenen Brüder und Schwestern in selber menschlichen Natur haben Ihn zu Tode gerichtet – letztlich deswegen, dass Er den Vater geliebt hat und jedem von ihnen das ewige – Leben zugänglich machen wollte (vgl. Joh 6,48-51; 17,19). Von seinem besinnungslos gegeißelten Leib spritzte in Strömen Göttlich-Menschliches Blut, und die Haken der Geißeln zerrissen seinen Göttlich-Menschlichen Leib und rissen es lebendig von zerfetzten Muskeln.

So war die ‘visuelle’ Seite des Erlösers. Man konnte die Frage stellen: „Und ... Das sollte etwa ... Gott sein ...?” Solche Frage schob sich unwillkürlich auf vor allem alsdann, wann die seit langem vom Gottes Sohn, der ‘Menschen-Sohn’ zu werden gewollt hat, gesehnte, entsetzt erwartete, und zugleich mit erhobener und lodernder Liebe von vornherein angenommene, die ‘Seine Stunde’ gekommen war: die Stunde der Erlösung des Menschen. In Ohren und im Herzen klingen uns Worte Johannes Paul II. vom Herzen des Menschen-Sohnes in dieser schwerer Probe um die Qualität seiner Göttlich-Menschlichen Liebe sowohl zum Vater, wie zu uns, seinen unwürdigen Schwestern und Brüdern – seiner Geliebten ... Braut:

„Jesus Christus, der Sohn Gottes – hat als Mensch – im inbrünstigen Gebet seines Leidens, dem Heiligen Geist, der sein eigenes Menschsein schon bis zur Tiefe selbst durchdrungen hat, gewährt, dass es durch den Akt seines Todes als Brandopfer der Liebe am Kreuz in vollkommenes Opfer umgestaltet werde ...” (DeV 40).

Braucht man sich wundern, dass – wie Geheimnis die Person des Gott-Menschen Jesus Christus ist, und wie Geheimnis die Göttlich-Menschliche Institution der Kirche ist, so bleibt auch Geheimnis die Wirklichkeit einer jeden weiteren Ehe? Man kann die Ehe flach erleben und das Vorhaben übergehen, das der Dreieinige unabwendbar mit der – der Menschenfamilie geschenkten Institution der Ehe verbunden hat. Und doch bleibt für immer der inbrünstige Ruf aktuell, mit dem sich der Dreieinige an jede neuen Zweien wendet, die daran herantreten, sich mit dem Ehebund zu verbinden: dass sie bei seinem Erleben das Vorhaben Gottes Liebe ins Leben umsetzen, das nach diesem Vorhaben durch sie als Ehegatten-Eltern „von Geschlecht zu Geschlecht” weiterverleitet werden soll:

„Der Ratschluss des Herrn bleibt auf ewig bestehen,
von Geschlecht zu Geschlecht seines Herzens Sinnen
– Seht, auf seinen Verehrern ruht das Auge des Herrn,
die Ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschauen,
dass Er vom Tod ihre Seelen errette
in Hungersnot sie am Leben erhalte ...” (Ps 33 [34],11.18f).

Erkennen wir in diesen Worten die Liebe des Himmlischen Vaters, diese Liebe des Schöpfers – und Erlösers, der seinen Kindern dringend die „Furcht des Herrn” vorschlägt, d.h. dass sie sich im Leben nach der Liebe-Ehre zum Schöpfer und Erlöser richten? Dieser aber erwidert diese Haltung mit Freuden – in Jesus Christus, mit Teilhabe an seinem ... Ewigen Leben. Er belohnt, wie nur Er es zu tun imstande ist, das Anvertrauen Gott gegenüber (vgl. „Jesus, ich vertraue auf Dich”) mit der Eucharistie: mit Bräutlicher Nahrung, zu der Er selbst wird als „(sein) Leib für das Leben der Welt” (Joh 6,51).

Freilich, es ist nicht schwer Aussagen so mancher Eheleute mit Praktikum zu hören, die in Zeiten der Aufrichtigkeit die vielleicht schon vielen Jahre ihrer Gemeinschaft von Leben und Liebe zusammenfassen versuchen und sagen, das Leben in Ehe ist wirklich schwer. Das Erleben der geschlechtlichen Nähe wird von so manchen als eigentlich ‘brutale’ Zeiten gekennzeichnet, die jedenfalls nicht allzu viel mit Idealismus zu tun haben, wie das u.a. manche kirchlichen Autoren darlegen ...

Und doch, dieselben Ehepaare spüren es gut (zweifelsohne dank der Einwirkung auch in ihren Herzen des Heiligen Geistes), dass jenes flache Erleben der ehelichen und familiären Kommunion nicht das ist, wonach auf untröstliche Weise das Zeugnis ihres menschlichen Herzens sich sehnt, wobei doch dieses nicht irreführen kann. Zugleich spüren sie mit nicht minderer, oder um so mehr bewusstgewordener Gewissheit (des Glaubens), dass das Erlangen der „Fülle” von Frieden-Freude im Leben der Ehe und Familie möglich ist – und letztlich nicht schwer erreicht werden kann. Offenbar um den Preis einer nicht schwer zu meisternden Überarbeitung der Präferenzen im Leben – nach der Richtschnur der Voraussetzung, die Christus aufgestellt hat:

„Wenn ihr Meine Gebote haltet, werdet ihr in Meiner Liebe bleiben, so wie Ich die Gebote Meines Vaters gehalten habe und in Seiner Liebe bleibe.
Dies habe Ich euch gesagt, damit Meine Freude in euch ist, und damit eure Freude – vollkommen wird” (Joh 15,10f).

„Frieden hinterlasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe Ich euch ...” (Joh 14,27).

Bringt hier der Menschen-Sohn nicht etwa zum Bewusstsein das unabwendbar bestehende, realistische Band zwischen dem Geheimnis – und dem scheinbaren Prosaischen des Lebens für den Alltag? Sowohl die ‘Freude’, wie der ‘Friede’, von denen Jesus spricht, gibt es zwar auf dieser Welt. Doch ihre Wurzeln wachsen weit außerhalb von dieser Welt: sie überragen alle Fähigkeiten der ‘Materie’. Sie wachsen als dem Menschen angebotene Liebe direkt vom Herzen des Dreieinigen hervor.

Diese Wirklichkeit kann unmöglich nicht direkt auch die Ehe betreffen. Die Ehe ist außer Zweifel ganz besondere Gabe des Vaters allen Lebens und aller Liebe. Diese Gabe soll in Gottes Absicht immerwährend dem Gottes Lebendigen Ebenbild: Mann und Frau das Geheimnis der Liebe sichtbar werden lassen, die der Dreieinige der Menschen-Familie anbietet, wobei Er auf einen Reflex der Gegenseitigkeit vonseiten des Menschen wartet – in tiefer Analogie zu den Liebe-Beziehungen zwischen Zweien Verliebten.

(6,2 kB)

b. Liebe und Leben: Zeichen das beständig spricht


Man sollte von der Distanz her über einige grundlegenden Tatsachen nachdenken, die das Leben in Ehe und daraus entstehender Familie ausmachen. Das erlaubt vielleicht – aufgrund des Prinzips: ‘vom Faden zum Knäuel’ – zur Quelle zu gelangen, von der diese Tatsachen herkommen. Man kann hoffen, dass solcher Blick: nach der Methode von stattgefundenen Tatsachen zu ihrem Ur-Anfang, zur Bereicherung der menschlichen Person beiträgt. Es enthüllt etwas von dem Saum des Geheimnisses, das die Ehe und Familie bildet, die von Anfang an bis zum Ende ihre Wurzeln und die Wachstumsfähigkeit in der Wirklichkeit haben, deren Namen heißt: Liebe und Leben. Auch wenn dabei das eine, wie das andere, auf Erden getroffen werden kann, stellen wir immer wieder fest: die Materie ist an sich nicht imstande sie auszuschlagen. Sowohl die Liebe, wie auch das Leben stammen ihrer Herkunft nach von außerhalb dieser Welt !

Loyales Nachdenken über das Eheband zwischen zwei Personen – und folglich: über die Familie, führt zu einer verwundernd schlichten Feststellung. Und zwar, alle grundlegenden Komponenten der Ehe und Familie sind Wirklichkeit, die vorgefunden ist. Alles was die konstitutiven Aspekte der Ehe und Familie betrifft, wird diesen Zweien als Ehegatten gegeben: geschenkt. Diese Zweien sind sich gut dessen bewusst, dass sie hier nichts erst ‘entdecken’, oder von neuem aussinnen müssen. Alle grundlegenden Elemente des Lebens in der gebundenen Ehelichen Kommunion erhalten sie in diesem Augenblick, wenn sie den Ehebund schließen, in fertiger Gestalt: die also vorgefunden ist. Es ist selbstverständlich klar, die Wirklichkeit in die sie eintreten, bildet nur einen ‘Rohstoff’: ein fruchtbares, urbares Feld, ein eigenartiges Baumaterial. Mit ihm und auf ihm muss erst der Bau der Ehelichen und Familiären Kommunion für den Alltag aufgebaut werden, so dass das erhaltene ‘Talent’ Ertrag bringt und dauernd reichliche Frucht trägt. Denn in der Lage des gefallenen Menschen besteht auch immer eine sehr reale Gegen-Möglichkeit: selbst die schönsten Gaben und Chancen verpassen zu können. Wer könnte das leugnen?

Dennoch das Wesen der Ehe und Familie brauchen diese Zweien keineswegs erst ‘ersinnen’. Personen, die sich mit dem Ehebund binden, erhalten sie jedesmalig als fertige vorgefundene Wirklichkeit: die ihnen konkret dargeschenkt wird. Noch mehr, diese Zweien wissen guten Bescheid darüber – bewusst oder unterbewusst, dass weder sie selbst, noch irgendwelche zivile oder religiöse Macht bevollmächtigt ist irgendeines der konstitutiven Komponenten der Ehe und Familie zu modifizieren. Dieses Bewusstsein hängt mit dem in der Tiefe des menschlichen Herzens eingeprägten Gewissen – zusammen: dem moralisch-ethischen Imperativ in dieser Hinsicht. Obwohl offensichtlich jede menschliche Person mächtig genug ist, dass sie sich dieser Stimme des Gewissens widersetzt, das in dieser „verborgensten Mitte und dem Sanktuar im Menschen” (DeV 43) das Gute tun heißt, und das Böse vermeiden.

Rydultowy - Kirche geweiht im 1896.
Erklärung

Sollte etwa derjenige, der die Wirklichkeit der Ehe-Familie schenkt, ein blindes ‘Geschick’ ausmachen oder darstellen? Eventuell kommt es allein von dieser unüberwindlichen gegenseitigen Anziehung der Geschlechter, die an blinden Determinismus eines ungehemmten Sexus grenzt, der nichts zu tun hätte mit Würde der Person und gegenseitiger Verantwortung des Mannes für die Frau und umgekehrt: der Frau für die Würde des Mannes (vgl. EL 231f; MuD 14)?

Sollte also die Ehe und Familie ‘Geschenk’ sein, oder anderswoher: Befehl-Nötigung einer eigenartigen gesellschaftlichen Verabredung’ als Endphase des Evolutionismus, in dessen Rahmen sich allmählich, zehnte und hunderte Tausende Jahre hindurch der Existenz der Art ‘homo sapiens’ (Mensch als vernunftbegabtes Wesen) auf dem Erdball – eine ‘Variante’ (oder: ein Mutant ?) ergeben hat der Zusammenbindung eines menschlichen Männchens mit einem menschlichen Weibchen, die endlich eine relativ stabile ‘Herde’ von Zweien ergeben hat, der der Name gegeben wurde: Ehe und Familie?

Mit anderen Worten: ist für die Ehe und Familie ein blindes, Person-loses ‘Etwas’ verantwortlich, oder auch kommt sie von einem bestimmten, Personalen ‘Jemand’ her? Muss man aber die an sich absurde Variante im Sinn eines ‘Etwas’ von vornherein verwerfen, bleibt nur die eine vernünftige Antwort: Die Ehe wird in ganzer Ausdehnung der sie bildenden Komponenten – einem Mann und einer Frau von Diesem geschenkt, „Der da ist” (Ex 3,14; vgl. Joh 8,28.58). Er ist es, der „so sehr ... die Welt geliebt hat, dass Er seinen Eingeborenen Sohn dahingegeben hat, damit jeder, der an Ihn (= den Sohn) glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige – Leben hat” (Joh 3,16).

Die Ehrlichkeit im Denken heißt die Ehe als Institution anerkennen einer beständigen, lebenslang treuen, unauflöslichen Kommunion des Lebens und der Liebe, die ihrer Natur nach auf Übermittlung des Lebens und Erziehung von Nachkommenschaft ausgerichtet ist (s. CIC, can. 1055ff; KKK 1601ff; KKKK 337f.343f.346). Alle anderen Varianten betreffs der Ehe und Familie müssen von vornherein als nicht von Gott kommende, aufgenötigte Entstellungen des unwandelbaren Gottes Vorhabens bezüglich dieser, mit besonderem ‘Gefühl’ Mann und Frau vom Schöpfer geschenkten Gabe, gewertet werden.

Wenn es auch so manche gibt, die die Forderungen der so begriffenen Ehe zurückweisen, und die sich für eine nur ‘zeitweilige’, oder nur ‘auf Probe’ geschlossene Ehe erklären, mit Freiheit zu jeder Zeit voneinander zu gehen und sich mit jemandem beliebigen immer anderem zu binden, kann doch die unvoreingenommene Intuition, das eigenartige Echo des ‘Sinnes des Glaubens’ (s. dazu ob.: Analogie des Glaubens und Sinn des Glaubens – samt dem Zusammenhang), solchen Standpunkt nicht als gerechten annehmen. Schon abgesehen von sexuellen Entartungen, wie der Einfall überhaupt der homosexuellen ‘Ehen’ – mit Recht zur Adoption u.dgl., kann es sich bald zeigen, dass die ‘leichte’ Liebe zwischen Mann und Frau überhaupt nichts mit ‘Liebe’ zu tu hat, nach welcher die Tiefe des menschlichen Herzens sich sehnt. Dieses aber ist auf transzendentale Weise von allein der Materie und Leib größer. Eine Liebe die auf ‘Anzählung’ eingestellt ist, zeigt sich bald als Streben danach, dass man für sich selbst ein Maximum von Annehmlichkeit sucht, eventuell es sind zwei miteinander verbundene Eigenlieben bei vorläufig übereinstimmender Exploatation ihrer leiblichen Möglichkeiten.
– Solche Haltung ist jedenfalls nicht Gabe-seiner-Selbst-ganzen-für diesen anderen, diesen, der ‘um seiner selbst willen’ geliebt wäre. Hier wird es keine für die Liebe typische Dynamik geben: diese zentri-fugale. Ihre Beschaffenheit als Gegen-Liebe wird von weitem erkannt werden können an ihrer zentri-petalen Dynamik, die also das eine anstrebt: befriedigt werden muss mein ‘Ich’ – alles gleich, um welchen Preis es geschehen sollte. Und noch: Was geht mich an, ob und was diese andere Person erlebt?

Ehrliches Denken bestätigt die allgemeinmenschliche Vermutung, die nicht irreführen kann: dass die Gestaltung von Leben und Liebe – also des Inhalts der ehelichen Kommunion für den Alltag, und um so mehr sooft diese beiden sich in ehelicher Vereinigung beiderseitig hingeben [= Liebe], die in manchen Fällen mit Elternschaft Frucht bringt [= Leben], ein immerwährendes Versinken im Geheimnis darstellt, dessen Wurzeln nicht von dieser Welt herkommen können. Liebe, und dann Leben, sind nicht proportionell zu Möglichkeiten allein der ‘Materie’. Sie setzen den Geist voraus, der in die ... Ewigkeit hineinführt. Dieser Geist kann unmöglich nicht ... Person sein. Deutlicher gesagt: er kann unmöglich nicht ... Gott sein: Gott-ein-Jemand, Gott-Person.

Diesen Gott haben wir vielfältig kennen gelernt. Denn Er hat sich selbst kennen lernen gegeben. Er hat „von Anfang an” dem Menschen: Mann und Frau – sein verwunderndes Vorhaben zu ihm enthüllt. Dieses Vorhaben ist offenbar bedingt – Gott wendet sich doch an den freien Willen seines Lebendigen Ebenbildes angesichts des Weltalls. Es geht um die Einladung Mann und Frau zur Teilhabe am eigenen Gottes Leben und Gottes Liebe.

Anders gesagt, die Gesamtheit des Lebens, ganz besonders aber des Lebens, das in Ehe und Familie gelebt wird, kann unmöglich nicht von besonders nahe den Dreieinigen sichtbar werden zeigen – diese erste Quelle der Liebe, deren anderer Name ist: Leben. So ist Gott „von Anfang an”. Das wurde bündig von Johannes Paul II. in Worte geschmieden:

„Das Evangelium von der Liebe Gottes zum Menschen, das Evangelium von der Würde der Person und das Evangelium vom Leben sind ein einziges, unteilbares Evangelium(EV 2).

Früher hat der Völkerapostel, der Hl. Paulus, dasselbe seinerseits zum Ausdruck gebracht. Er fasste es in Worte der tiefsten Huldigung einer Verwunderung und Dankbarkeit angesichts der Gottes Vaterschaft:

„Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, und bitte, Er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt” (Eph 3, 14ff; s. BF 5.7.10.15).

In diesem Satz, das der Hl. Paulus im Brief an die Epheser geschrieben hat (dieser Brief wird uns noch öfter beschäftigen), knüpft Paulus an die ganze Heilige Trinität an. Und diese – ist Liebe: „Gott ist – Liebe” (1 Joh 4,8.16). Es wird hier vom Vater gesprochen. Wenn aber vom Vater – bedeutet das, dass auch der Sohn Gottes da ist. Und endlich spricht Paulus vom Heiligen Geist, der die Stärkung des ‘inneren Menschen’ bewirkt. Der Hl. Paulus hebt übrigens mit besonderem Nachdruck die Frage des „Lebens nach dem Geist” hervor (z.B. Röm 8,4f; Gal 5,25; s. auch: EL 235f). Der Heilige Geist bietet mit der Ihm eigenen Liebe die Verhaltensweise an, die würdig wird der Berufung des Menschen vonseiten des Dreieinigen: „... Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen” (Gal 5,16; vgl. 1 Petr 4,6).

(7,2 kB)

2. Vorgefundene Komponenten der Ehe und Familie

(6,2 kB)

a. Vorgefundenes Band von Zweien: eines Mannes und einer Frau


Sollten wir uns um die spezifischen Beziehungen zweier Personen sammeln, die die Ehe eingehen, müssten wir vor allem feststellen, dass: Soll die Ehe eben Ehe sein, kann das nicht anders werden, als einzig durch den Bund zwischen zweien Personen unterschiedlichen Geschlechtes: einem Mann und einer Frau. Jede Rede von ‘Ehe’ zwischen zwei Männern (Gays), bzw. zwei Frauen (Lesbisches Band) setzt einen sich gegenseitig ausschließenden Widerspruch voraus. Eine ‘Ehe’ unter zwei Gays oder Lesben, und um so mehr jede Agitation für ‘Ehe’ der Homosexuellen zeugt von Abnormität der Verstands-Vermögen des betreffenden Menschen – und ganzer Menschengruppen. Es geht dann um zurechnungsfähige Verirrung nicht allein im ethischen Ausmaß, sondern auch um verschuldete Verdunkelung der Vernunft (ausführlicher s. ob.: Homosexualität und Freie Hetero-sexuelle Partnerschaften). In den Ohren ertönen uns die scharfen Worte des Völkerapostels and die Römer – betreffs der damaligen Homosexualität. Diese Worte „sind Wort Gottes”, wenn auch „mit menschlicher Sprache” ausgedrückt (vgl. DV 13b). Daselbst muss also festgestellt werden: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte – werden nicht vergehen” (Mt 24,35; vgl. Mt 5,18; Jes 40,8; 1 Petr 1,25):

„... Obwohl sie nämlich Gott erkannten, haben sie Ihn doch nicht als Gott verehrt, noch Ihm gedankt. Vielmehr wurden sie töricht in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Während sie sich für Weise ausgaben, wurden sie zu Toren ...
– Darum gab sie Gott durch die Gelüste ihres Herzens der Unlauterkeit preis, so dass sie ihre Leiber entehrten ...
– ... Ihre Weiber verkehrten den natürlichen Verkehr in den widernatürlichen. Ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in ihrer wilden Gier zueinander. Männer trieben Schamloses mit Männern und empfingen so an sich die verdiente Strafe für ihre Verirrung. Weil sie es verschmähten, Gott anzuerkennen, gab Gott sie ihrer verwerflichen Gesinnung preis, so dass sie taten, was sich nicht geziemt ...” (Röm 1,21f.24.26ff).
(S. diesen ganzen Text ob.: Paulus der Apostel über die Homosexualität. Text Röm 1,21ff).

Bemerkenswert ist die zornige Pression vonseiten der höchsten gesetzgebenden Gremien der anscheinend ‘denkenden’ Politiker, die auf den höchsten staatlichen und internationalen Posten Platz nehmen, und die Gesetze verabschieden, in deren Kraft die Äußerung der eigenen Meinung über die Deviation der Gay-Lesben-Bewegungen verboten ist, oder eher sie verabschieden selbst scharfe Strafen für die Verkündung der diesbezüglichen Wahrheit. Solche Haltung zeugt von Einschüchterung dieser Gremien und ihrer Verknechtung vonseiten der führenden Gruppen der Homosexuellen-Gruppen. Oder auch diese Politiker erliegen ... der Bestechung? Oberhand nimmt dann nicht der Verstand, sondern die Angst, die es lieber hat, „nicht zu hören und nicht zu sehen” (vgl. Mt 13,14f; Joh 3,19; 8,12) betreffs des offensichtlichen Übels und nur (vgl. Mt 27,24) angesichts der augenscheinlichsten Ungerechtigkeit und Niederlage: im ethischen, sozialen, politischen, nationalen und internationalen Bereich die Hände zu waschen versteht. Schwer zu verstehen, dass es jenem, der der Böse ist: Satan – gelungen ist, bis so sehr zu betören „jene, die ihm angehören” (Weish 2,24) und an ihnen die Anerkennung des offensichtlichen Übels – als Gutes und umgekehrt aufzunötigen. Diese Haltung hat offenbar ihre – in der Geschichte der menschlichen Verbrechen zutiefst verankerte Gegen-Tradition, mit ihrer unvorstellbaren Gegen-Krönung in Gestalt der Verurteilung zu Tode Jesu Christi, des Sohnes des Lebendigen Gottes (vgl. Apg 2,23; DeV 31).
– Vom Verkaufen seiner Selbst an den Bösen spricht offen schon Jesaja (zweite Hälfte des 8. Jh. vor Chr.):

„Weh denen, die das Böse – Gut, und das Gute – Böse nennen,
die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, ...
Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind,
und sich selbst für klug halten ... ! (Jes 5,20f; vgl. auch. EV 24.58).

Die Verabschiedung eines bevorzugten Status für Partnerschaftliche Bände Homosexueller und ihre Gleichhaltung mit der authentischen Ehe und Familie sollte das Eintragen der dafür verantwortenden Personen in beschleunigtem Verfahren vor das Tribunal der Verbrechen gegen die Menschheit in Gang setzen. Solche Personen müssen von der Gesellschaft isoliert werden. Alle von ihnen verabschiedeten Beschlüsse und Gesetze müssten zur sofortigen Annulierung gebracht werden. Denn das, was sie verabschiedet haben, führt direkt zur physischen Extermination der Menschheit. Unabhängig davon, diese Beschlüsse widersetzen sich direkt den unabdingbaren Rechten des Kindes, dass es wahre Eltern haben kann. Sie fügen zugleich einen schwer wieder gut zu machenden Schaden selbst den daran Interessierten, und um so mehr den wahren, heroischen Ehen und Eltern. Vom Gesichtspunkt aber aus der strikten Ökologie und der Gesundheit bilden alle Beschlüsse zugunsten der Gays und Lesben eine bewusste Förderung für massenhafte Verbreitung der des Öfteren tödlichen ansteckenden Krankheiten, die auf dem Weg der sexuellen Raffiniertheit übertragen werden.

Man kann sich offenbar den moralischen Fall eines individuellen Jemanden vorstellen, der über nichts anderes mehr zu denken imstande ist, als nur über die Befriedigung des Sexus: mit sich selbst, eventuell mit irgendjemandem beliebigen anderen: desselben, oder des gegenteiligen Geschlechtes. Jeder solcher Mensch, zumal dieser verführte zur Homosexualität, oder zu solchem Zustand geführt durch das Milieu in dem er verkehrt, ist recht beklagenswürdig. Im Rahmen des elementaren Humanismus und der Nächstenliebe sollte ihm geholfen werden, dass er sich von dieser Sucht befreien kann. Es sollen opferwillig Verbände gefördert werden, die zur Befreiung solcher Personen entstanden sind vom Befinden der nicht erfahrenen Liebe, und die sie dort suchen, wo sie ganz bestimmt nicht gefunden, noch erfahren werden kann.

Dagegen anderes ist die aktive Teilnahme an den Gays- Lesben-Bewegungen, samt ihrer irgendwelcher Förderung. Die organisierten Bewegungen der Homosexuellen verteidigen ihren Status mit Anwendung eines ungemeinen Nachdrucks. Sie sind Meister im Gefecht mit verlogenen Argumenten, um für sich immer weitere Berechtigungen zu erkämpfen, die der Ehe und Familie eigen sind. In solchem Fall kann selbstverständlich keine Rede von irgendwelchen Konzessionen und Favorisieren der von ihnen vorgeschobenen Forderungen sein.

Die Bezeichnung mit Namen ‘Ehe’ eines in der Regel kurzfristigen Bandes zwischen Personen desselben Geschlechtes ist Aberration des Verstandes. Konstitutives Merkmal der Ehe ist von Anfang an seiner Erscheinung eine diametral gegensätzliche Wirklichkeit. Die Ehe ist ab immer auf das Gemeinsame Wohl eingestellt. Es geht um das wahrhafte Wohl dieser Zweien, die sich für eine lebenslange, treue Kommunion des Lebens und der Liebe entscheiden. Diese aber kennzeichnet sich ihrem Wesen nach mit ihrer zentri-fugalen Dynamik: dem Dienst am Leben und Liebe – sowohl strikt ehelicher, wie elterlich-familiärer, und folglich dem Dienst für das Leben und die Liebe der Gesellschaft gegenüber. Im Gegenteil dazu, die weniger oder mehr lärmvoll für sich werbenden Gays- Lesben-Partnerschaften zerstören ihrem Wesen nach sowohl das Leben, wie die Liebe, angefangen von ihnen selbst und des sexuellen Partners. Ihr einziger ‘Dienst’ mit Bezug auf die Gesellschaft beruht auf Saat einer vielfältigen Destruktion: dieser ethischen, familiären und gesellschaftlichen. Zielzweckhafte Krönung der Gays-Lesben-Partnerschaften ist doch der Tod des Menschengeschlechtes.

Nicht so war es „am Anfang”! Trotz allen moralischen Tiefen der Menschheit ist es niemals zum Verlust der Sicht der Ehe und Familie gekommen, wie sie der Menschenfamilie „von Anfang an” geschenkt worden ist, und in deren Angesicht jede weitere Generation stehen blieb als angesichts der vorgefundenen Wirklichkeit. Auf jenen ‘Anfang’ wird sich bei Anwendung der Göttlichen, unmöglich zu beanstandende Autorität, Jesus Christus berufen (vgl. Mt 19,4.8). Er ist auf die Erde u.a. dazu herabgestiegen, um auch der Institution der Ehe und Familie ihre ursprüngliche Würde und die ihnen anvertrauten, schöpferischen Aufgaben zurück zu erlangen.

(6,2 kB)

b. Vorgefundenes Band einer ausgerichteten Liebe

Weitere, vorgefundene Wirklichkeit, wenn sich zwei Personen an gegenseitiges Binden mit dem Ehebund entscheiden, ist die zwischen ihnen Zweien entstandene Liebe. „Von Anfang an” rechnete die beiderseitige tätige Liebe, die in der Regel mit stark gelebter gefühlsmäßigen Unterfärbung erfahren wurde. Solches Gefühl kann sich zwar mit der Zeit nicht mehr so lodernd offenbaren, wie es in der ersten Phase ihres gegenseitigen Kennenlernens war. Um so mehr aber gestaltet sie sich in den WILLEN um eines getreuen, lebenslangen Verharrens bei diesem anderen, Geliebten – „in guten und schlechten Tagen”.

Es haben sich Zähne gezeigt!
Erklärung

Diese Liebe hängt zweifelsohne vielfältig mit der Attraktivität dieses anderen im Bereich seiner Männlichkeit bzw. Fraulichkeit zusammen. Kennzeichen dieser Liebe ist aber die schöpferische Verarbeitung der sich weckenden, an sich blindlings reagierenden Begehrlichkeit und des Zwanges des Fleisches – in Richtung einer wachsamen Reinigung der nicht kontrollierten Reflexen und Aufbau des Bandes einer tiefen, geistigen Vereinigung auf Ebene der Person. Für eine so erarbeitete Liebe wird es nicht schwer sein, über die sich weckenden egoistischen Bestrebungen unermüdlich einen Strich zu ziehen – parallel zur wachsamen Sorge um das wahrhafte Gut dieses anderen in der Ehe.

Die so begriffene Liebe – als ‘Agape’, auch wenn mit ausgeglichenem ‘Eros’ unterfärbt (vgl. DCE 3-8), ist seiner Art eine vorgefundene Komponente, die an sich „von Anfang an” verständlich war, ab wann auf der Welt die Ehe erschienen ist. So wurde sie vom Schöpfer selbst Mann und Frau geschenkt. Alle Abweichungen von der so begriffenen bräutlich-ehelichen Liebe wurde auch immer korrekt gewertet als dem zuwiderlaufend, was die Ehe und Familie „von Anfang an” sein sollte.

Zeugnis solchen Verständnisses und Erlebens der Ehe ist die Aussage des biblischen Verfassers, die die Begegnung der ersten Zweien darstellt, als Gott der Schöpfer mit seiner Schöpferfreude die erste Frau zu dem sich nach einer ihm entsprechenden, ihn ergänzenden Person gesehnt hatte. Der erste Mensch, der sich in dieser Weile als der erste Mann erwiesen hat, indem er seine Identität als Mannes dank dem erkannt hat, dass bei ihm die Frau erschien (vgl. ML 94ff), lässt voller Ergriffenheit und Gerührtheit infolge des erblickten „Fraulichen Genius” (vgl. MuD 30 und 31) einen Schrei ertönen – Ausdruck des gefühlsgeladenen Anhängens an sie als Ehefrau und der lebenslangen Verbundenheit zu ihr in ganzheitlicher beiderseitiger Hingabe aneinander:

„Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch!
Diese soll ‘Männ-In’ heißen, denn ‘vom-Mann’ ist sie genommen!” (Gen 2,23).

Der erste Mann beschränkt sich nicht auf allein die Gerührtheit angesichts einer anonym begriffenen Fraulichkeit. Der Biblische Autor stellt seine Worte dar, die die Entscheidung zutage bringen, sich mit dieser bestimmten Frau mit dem Eheband zu verbinden. Diese Ehe ist auch „von Anfang an” auf das Bilden einer Familie ausgerichtet – in schlichter Folge der Tatsache, dass diese Zweien als Ehepaar ein ‘Ein-Fleisch’ werden:

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen. Und sie werden [von neuem] zu Einem [Lebendigen] Fleisch werden(Gen 2,24).

Es wird richtig bemerkt, dass niemand seinen Vater, noch seine Mutter wählt. Johannes Paul II. hebt in seiner ein paar Jahre lange dauernden Katechese über die ’Erlösung des Leibes’:

„Inwiefern der Mensch zu Vater und Mutter ‘der Natur nach’ angehört – aufgrund der Tatsache der Zeugung, so bindet er sich an die Frau (oder an den Mann) aufgrund ‘der Wahl’. Der Text von Gen 2,24 [gerade erst oben angeführt] bestimmt solche Beschaffenheit des Ehebandes mit Bezug auf den ersten Mann und die erste Frau, zugleich aber auch im Hinblick auf die gesamte irdische Zukunft des Menschen ...” (ML 101).

Die Nachkommenschaft kommt als Frucht des ehelichen ‘Erkennens’, wann diese Zweien „Zwei-zu-Ein-Fleisch-werden”, indem diese Vereinigung dieses Mal die Frucht des Neuen Lebens bringt:

„Während sich die Eheleute also einander dahinschenken, geben sie aus sich eine neue Wirklichkeit heraus: das Kind, lebenden Widerschein ihrer Liebe, bleibendes Zeichen ihrer ehelichen Einheit und lebendige und untrennbare Synthese ihres Vater- und Mutterseins” (FC 14).

So wurde die Ehe von Ur-Anfang an geschlossen. So ist auch die allgemeinmenschlich begriffene Ehe hinsichtlich der gegenseitigen, freien Wahl und Verbundenheit dieser beiden mit beiderseitigem Band einer gefühlsgeladenen, tätigen Liebe. Krönung der getroffenen Wahl ist die Entscheidung auf lebenslange Dauerhaftigkeit der beiderseitigen Kommunion von Leben und Liebe: „Ich gelobe dir Liebe, Treue und Ehrlichkeit und dass ich dich nicht verlasse bis zum Tod”.

Wie bedauernswert ist dieses andere Band, mit dem sich ein-geschlechtliche Partner verbinden: Gays, bzw. Lesben – in totalem Gegensatz zu konstitutiven Merkmalen der Ehe „von Anfang an”! Zweifellos erfolgt auch in ihrem Fall ein gegenseitiges Suchen und Finden einander. Hier gibt es aber keine Rede vom Begreifen und Erleben der Liebe in unabdingbarem Ausmaß ihrer Authentie: der lebenslangen gegenseitigen Gabe der eigenen Person zu wahrhaftem Gut dieses anderen und seinem eigenen, das in letztlicher Rechnung auf das definitive Gut aufgeschlossen ist: im Haus des Vaters.

Partnerschaften der Gays und Lesben beziehen sich zueinander typisch ‘gebrauchshalber’: sie dienen sich gegenseitig mit ihrem Sexus, nicht aber mit ihrer Person. Eventuelle Deklarationen bezüglich der ‘Liebe’ werden beiderseitige Verlogenheit. Das beste Zeugnis dafür bildet bei solchen Partnerschaften ihre Kurzfristigkeit und parallele Nutznießung ‘sexueller Dienste’ mit vielen noch anderen Partnern – desselben Sexus, oder des gegenteiligen. Solche Haltung hat selbstverständlich mit irgendwelcher ‘Liebe’ nichts zu tun. Das Reden von ‘Liebe’ als Bandes unter Homosexuellen, und ferner: im Fall heterosexueller Partnerschaften, die sich vorsätzlich mit keinem formalen Eheband zu verbinden vor haben, ist eine einzige, große Verlogenheit – sich gegenseitig, der nächsten Umgebung und der Gesellschaft.

In diesem Sinn muss redlich gesagt werden, dass die Liebe als Personal ausgerichtete Wirklichkeit, „von Anfang an” konstitutives Kennzeichen der Ehe darstellt. Es ist also eines der vorgefundenen Kennzeichen der Ehe. Das bedeutet, dass die Erscheinung der Liebe zu einer Person einerseits Voraussetzung für das gültige Eingehen des Ehebundes darstellt. Anderseits ist dieses Merkmal gerade deswegen von aller irgendwelcher menschlichen Macht entzogen, falls diese – dieses Merkmal zu modifizieren versuchte.

(6,2 kB)

c. Vorgefundenes kommunion-Personalistisches Ausmaß
der Männlichkeit und Fraulichkeit

Ein weiteres konstitutives, vorgefundenes Element der Ehe ist das Antreten ab sofort zur Gestaltung der beiderseitigen Kommunnion von Liebe und Leben, die ihrer Natur nach für die Möglichkeit der Lebens-Weitergabe offen bleiben muss. Auch hier brauchen diese Zweien nichts erst ‘von Anfang an ausfinden’. Es ist ihnen in die eigenen Hände gegeben: nicht von einem ‘blinden Geschick’, noch auf dem Weg zufälliger Kräfte eines unverständlichen Evolutionismus, der zur zufälligen ... Entstehung unterschiedlicher Geschlechtskennzeichen führte und folglich – nach weiteren, viele Tausenden zählenden Versuchen und misslungenen Proben – zur Möglichkeit, das Leben weiter zu verleiten. Niemand vernünftiger sagt, die Geschlechtsorgane und die Gameten würden sich ‘von allein’ ausgestaltet haben: als zufällige Kombination biochemischer Vorgänge, die infolge eines glücklichen Zusammentreffens zur Entstehung z.B. eines Samenfadens geführt haben, bzw. einer Eizelle, die zuengst mit dieser bestimmten Art zusammenhängen würde. Hier kann auf jedem Schritt die verwundernde, ungemein erfinderische Liebe des Schöpfers gleichsam berührt werden. Gott behält seine Schöpferkraft keineswegs neidisch für sich selbst. Im Gegenteil, Gott findet seine Gottes Freude daran, dass Er immer andere Geschöpfe, darin auf ganz besondere Art und Weise sein Lebendiges Ebenbild angesichts des Weltalls: Mann und Frau, zur Teilnahme an seiner Kraft einlädt, Leben wecken und übermitteln zu können. Wie viel gibt es in diesem Gottes Betätigungsstil vertrauen, das Gott vor allem dem jedesmaligen Mann und Frau erweist, wenn sie als Ehegatten – Eltern werden können!

Indem aber Gott – Liebe ist, und erst als Liebe ihrem Wesen nach sie in Sich gleichsam nicht behalten kann, so dass Er voller Freude ringsherum immer andere Erscheinungsformen von Leben aussät, ist es kein Wunder, dass Er bei der Erschaffung der Ehe, sooft Er sie immer anderen weiteren Zweien einhändigt, mit der von ihnen beiden gelebten Liebe den Strahl dieser Freude und Glückseligkeit verbunden hat, die Er selbst, der Dreieinige, ist. Daher geht das Erleben der gegenseitigen ehelichen Nähe, zumal Ehemann und Ehefrau das ‘Zwei-zu-Einem-Fleisch’ werden, aus Gottes Gabe mit einem Höchsterlebnis ihrer beiden einher. Es kann und soll von ihnen beiden als Gottes Gabe angenommen werden und nicht flach erlebt bleiben, sondern mit kindlicher Dankbarkeit für die beiderseitige eheliche Nähe, die zugleich voller Dank gegen den Schöpfer zu sein versteht.

In den vorangegangenen Erwägungen haben wir schon die ergreifenden Worte Johannes Paul II. angeführt von seinem ‘Evangelium Vitae’ darüber, wie Gott als „Leben – das Leben verleiht”:

„Das Evangelium vom Leben feiern heißt den Gott, der das Leben – schenkt, feiern: ‘Wir müssen das ewige Leben feiern, von dem jedes andere Leben herrührt.
Von Ihm empfängt jedes Wesen, das in irgendeiner Weise am Leben teilhat, proportional zu seinen Fähigkeiten das Leben. Dieses Göttliche Leben, das über jedem Leben steht, belebt und bewahrt das Leben. Jedes Leben und jede Leben-Regung haben ihren Ursprung in diesem Leben, das jedes Leben und jeden Lebens-Ursprung übersteigt.
– Ihm verdanken die Seelen ihre Unvergänglichkeit, sowie dank Ihm alle Tiere und Pflanzen leben, in denen das Lebensecho schwächer ist.
– Den Menschen, Wesen, die aus Geist und Materie bestehen, verleiht das Leben – das Leben. Wenn dann die Zeit kommt, dass es verlassen werden soll, dann verwandelt uns das Leben, inkraft seiner überströmenden Liebe zum Menschen und ruft uns zu sich’ ...” (EV 84).

Das intime Einswerden von Ehemann und Ehefrau in ihrer Liebe der zuengsten beiderseitigen Zugehörigkeit zueinander ist für diese Zweien etwas so natürliches, wie wenn eine freudestrahlende Mutter und Vater ihr Kind an sich schmiegen. Gott hat den unterschiedlichen Leib des Menschen in seiner Männlichkeit und Fraulichkeit so erschaffen, dass diese Zweien ihr eheliches Eins-Werden im Akt ihrer höchsten Liebe aus der sich alsdann entlösenden ihrer „Sprache des Leibes” spontan ablesen. Ihre Leiber vereinigen sich und ergänzen einander in dieser Weile auf vollkommene Art.
– Mit was für einer Einfachheit und Ehre spricht darüber Johannes Paul II. in seiner Katechese über die ‘Erlösung des Leibes’! Der Heilige Vater greift nach dem biblischen Bericht vom Genesisbuch über die Erschaffung des ersten menschlichen Paars und führt so die Wort des ersten Menschen an, als dieser die zu ihm hinzugeführte erste Frau zu sehen bekommen hat. Er hat in ihr die Person entdeckt und die Ergänzung für die schmerzhaft erlebte seine Einsamkeit. Diese Einsamkeit konnten die vor ihm durchmarschierenden Tiere nicht entladen. Hier ein Fragment der Päpstlichen Aussage:

„... ‘Gebein von meinem Gebein’ ... Leib der den Menschen offenbart!
... In dieser ersten Äußerung des Menschen-Mannes: ‘Fleisch von meinem Fleisch’ ist zugleich ein Bezug auf das enthalten, wodurch jener Körper wahrhaft menschlich ist, wodurch er über den Menschen als Person bestimmt – als Wesen, das in seiner gesamten Leiblichkeit zugleich Gott-ähnlich ist ...
... Menschlicher Körper. Doch ist leicht zu erkennen, dass dieser Kern [= Kern dieser anthropologischen Wirklichkeit, deren Namen Körper ist: Menschlicher Körper] nicht nur anthropologischen, sondern auch ganz wesentlich theologischen Charakter hat. Die Theologie des Leibes, die von Anfang an mit der Erschaffung des Menschen als Ebenbild Gottes verbunden ist, wird damit gewissermaßen auch Theologie des Geschlechtes – oder eher Theologie der Männlichkeit und der Fraulichkeit, die hier ihren Ausgangspunkt hat: im Buch Genesis.
– Die ursprüngliche Bedeutung der Einheit, von der die Worte Gen 2,24 zeugen [... wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen; sie werden zu Einem Fleisch werden], wird in der Offenbarung Gottes eine lange und weitreichende Perspektive erfahren. Dieser Einheit durch den Leib: ‘und die beiden werden Ein Fleisch sein’ – ist ein vielfältiges Ausmaß eigen – sowohl das ethische, wie darüber die Antwort Christi an die Pharisäer in Mt 19 (Mk 10) zeugt, wie auch das strikt Theologische und Sakramentale, wie davon die Worte des Hl. Paulus an die Epheser zeugen werden, die zugleich an die Tradition der Propheten anknüpfen (Hosea, Jesaja, Ezechiel).
– Und das alles deshalb, weil jene Einheit durch den Leib von Anfang an nicht nur auf den ‘Leib’ hinweist, sondern auf die ‘fleischgewordene’ Kommunion der Personen – und diese Kommunion: ‘communio Personarum [Kommunion der Personen]’ von Anfang an erfordert.
– Die Männlichkeit und Fraulichkeit besagt die dualistische Beschaffenheit der somatischen Konstitution des Menschen [Unterschiedlichkeit im Körper] (‘Das endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch’). Sie besagt ebenfalls – durch die selben Worte Gen 2,23, ein neues Empfinden um den SINN des eigenen Leibes: ein Empfinden – es könnte so gesagt werden – das gegenseitig bereichert. Und gerade dieses Empfinden um den Sinn, durch das sich das Mensch-Sein als Kommunion von Personen von neuem konstituiert, scheint die mehr wesentliche Schicht des Berichtes von der Erschaffung des Menschen zu bilden (und der darin enthaltenen Offenbarung des Leibes), als die somatische Struktur selbst [körperliche Unterschiedlichkeit] dieses Menschen als Mann und Frau. Jedenfalls diese Struktur wird von Anfang an dargestellt samt dem tiefsten Bewusstsein um den Sinn der menschlichen Leiblichkeit und Geschlechtlichkeit – und das bildet gleichsam die unantastbare Regel, wie der Mensch in der Theologie verstanden werden soll” (ML 95-98).

Der Heilige Vater knüpft hier an die Gottes Gabe der Fraulichkeit und Männlichkeit an – als den Weg, auf dem in erster Reihe die Kommunion der Personen, die diesen Zweien aufgetragen ist, entdeckt wird. Die Unterschiedlichkeit im Körper zeugt von dauerndem gegenseitigen Angewiesensein der Menschen auf sich einander. Das hängt mit dem Sein und Leben ‘für’ die anderen zusammen, also mit der jedem aufertragenen Verpflichtung, über die Verschließung in sich selbst herauszuwachsen, um sich für das Gute dieses anderen Menschen zu engagieren. Person-‘Gabe’ für die anderen zu sein – bedeutet in keinem Fall, vor allem das geschlechtliche Ausmaß zu aktivieren: also ‘Sex’ mit diesem anderen zu treiben. Es bedeutet dagegen außer Zweifel – aufgrund der Worte Johannes Paul II., „selbstlose ... Gabe zu werden und zu sein, was heißt: ‘für’ den anderen zu leben” (MuD 10).

Ab wann diese Zweien Kommunion des Ehe-Bundes werden, tritt in das Wesen selbst dieser Kommunion auch das eheliche „Zwei-zu-Einem-Leib” zu werden ein. Wir betrachten diese Wirklichkeit als Gabe, die die immer weiteren, neuen Eheleute in fertiger Form vorfinden, und die ihnen in ihre eigenen Hände vom Schöpfer selbst der Ehe eingereicht wird. Es gehört sich von neuem ein entsprechendes Fragment von Erwägungen Johannes Paul II. anzuführen:

Die Einheit, von der Gen 2,24 spricht ("sie werden ein Fleisch sein"), ist zweifelsohne jene Einheit, die ihren Ausdruck in der ehelichen Vereinigung findet und sich verwirklicht. Die biblische Formulierung, äußerst knapp und einfach, weist auf das Geschlecht hin, auf die Fraulichkeit und die Männlichkeit als diese Eigenschaft des Menschen – Mann und Frau, die ihnen ermöglicht, wenn sie ‘Ein-Fleisch werden’, zugleich ihr ganzes Menschsein dem Segen der Fruchtbarkeit zu unterordnen ...
– Wenn sich Mann und Frau so innig vereinigen (in ehelicher Vereinigung), dass sie ‘Ein-Fleisch werden’, entdecken sie sozusagen jedes Mal aufs neue und in besonderer Weise das Geheimnis der Schöpfung und kehren so zu jener Einheit im Mensch-Sein zurück (‘Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch’), die ihnen ermöglicht, sich gegenseitig zu erkennen und wie beim ersten Mal sich gegenseitig Namen zu geben.
– Das bedeutet gleichsam, den jungfräulichen, ursprünglichen Personalen Wert des Menschen wieder zu erleben, der sich aus dem Geheimnis seiner Einsamkeit vor Gott und inmitten der Welt ergibt. Die Tatsache, dass sie ‘Ein-Fleisch’ werden, besagt ein vom Schöpfer gegründetes mächtiges Band, durch welches sie ihr eigenes Mensch-Sein sowohl in seiner ursprünglichen Einheit, wie auch in der geheimnisvoll anziehenden Dualität entdecken.
– Das Geschlecht ist etwas mehr als die geheimnisvolle Kraft der menschlichen Somatik [des menschlichen geschlechtlichen Körpers], die als ob aufgrund des Instinkts wirkt. Auf der Ebene des Menschen und in der wechselseitigen Beziehung der Personen bedeutet es immer von neuem das Überschreiten der Grenze der Einsamkeit des Menschen, die in seiner Personalen Konstitution des Leibes ausgedrückt ist und seinen ursprünglichen Sinn bestimmt. Diese Überschreitung hat in sich immer etwas von Übernahme als seine der Einsamkeit des Leibes des anderen ‘Ich’. – Daher hängt sie mit der WAHL zusammen ...” (ML 99-101).

Die Päpstlichen Erwägungen heben beständig die personhafte Qualität der gegenseitigen zwischenmenschlichen Beziehungen hervor, diese nicht ausgenommen, die den Ehemann und die Ehefrau betreffen. Die so begriffene Dynamik, wie sie mit der dem Menschen geschenkten sei es Männlichkeit, sei es Fraulichkeit zusammenhängt, ist tief im menschlichen Herzen eingeprägt: in dieser „verborgensten Mitte und dem Sanktuar im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist und klar in den Ohren des Herzens tönt: Tu dies, meide jenes” (DeV 43). Daher kann gesagt werden, dass die mit dem Geist durchdrungenen Beziehungen auch im geschlechtlichen Ausmaß – in Zeiten des ehelichen „Zwei-zu-Einem-Fleisch-Werdens”, und um so mehr in der grauen Kommunion von Liebe und Leben für den Alltag, eine von jedem weiterfolgenden Ehepaar vorgefundene Wirklichkeit bilden. Jedes auch Paar – dieses bräutliche, wie dieses eheliche – ist sich nur allzu gut bewusst, Wie es gilt, die gegenseitigen Beziehungen im Ausmaß ihrer Männlichkeit und Fraulichkeit zu gestalten, dass sie der Gabe Gottes in ihrer reinen Gestalt entsprechen.

(6,2 kB)

d. Vorgefundene Struktur und Dynamik des ehelichen
„Zwei-zu-Einem-Fleisch”


Weiteres vorgefundenes Ausmaß des ehelichen Bundes ist die Art und Weise und der Ablauf der Zeiten, wenn Ehemann und Ehefrau zum „Zwei-zu-Einem-Fleisch” werden. Denn auch hier, vielleicht mehr als in anderen Aspekten der gestalteten Kommunion von Liebe und Leben, müssen diese Zweien nichts erst auszufinden. Es genügt, dass sie den von vornherein ihnen vorbereiteten Akt des beiderseitigen Eins-Werdens in ihrer Männlichkeit und Fraulichkeit annehmen. Die beiden sind sich von Anfang an gut bewusst, Wie die Zeiten der geschlechtlichen Vereinigung ablaufen sollen. Sie empfinden auch von vornherein allzu gut, was mit der Friedensordnung des ehelichen Aktes übereinstimmt, und was ihr entschieden widerspricht. Diese ganze Wirklichkeit ist zutiefst im „Sanktuar” des Gewissens jedes Menschen eingeprägt.

Zwei Fräuleins W. - freudig des LEBENS
Erklärung

Von der inneren Friedensordnung der Weilen, wenn die beiderseitige eheliche Nähe erlebt wird, haben wir schon ausführlich in den vorangegangenen, ersten Teilen unserer Homepage gesprochen. Daher brauchen wir hier nicht mehr in diese Fragen von neuem im Besonderen eingehen. Hier möchten wir uns nur noch einmal bewusst werden, dass sowohl die Struktur des Aktes der Vereinigung, d.h. die tatsächliche Vereinigung der beiden in Geschlechtsorganen, wie auch die Dynamik der ehelichen geschlechtlichen Zusammenfügung – eine von vornherein vorgefundene Wirklichkeit bilden, die also keine zusätzliche Entdeckungsstudien oder Untersuchungen zu unternehmen benötigt. Man muss sich auch klar sagen, dass niemand von Menschen die Struktur, noch die Dynamik des ehelichen Aktes erfunden hat. Die Ehegatten empfangen sie als Wirklichkeit, auf deren Entstehung und ihr Weiterbestehen sie keinen Einfluss ausüben können.

Aufgrund aber der Struktur und Dynamik, die mit dem Ablauf des ehelichen Aktes verbunden sind, fließt der Schluss, der sowohl in der Ontologie [mit Wurzeln in der Wahrheit des Seins selbst] verankert ist, wie der Anthropologie [Mensch als Person], aber daselbst ein ethisches Erfordernis darstellt [das Sein und das Gut sind wechselseitige Wirklichkeit]: dass dieser Akt immer etwas zum Ausdruck bringt, also etwas bedeutet [Sinn des Aktes]. Und dass es – sollte man diese Frage von negativer Seite darstellen: demzufolge unerlaubt ist, mit seinem Tun ob in der Ehe, oder um so mehr außerhalb von ihr, irgendwelche Betätigungen zu unternehmen, die sich der in diesen Akt eingebauten „Sprache des Leibes” widersetzten. Jeden dieser Aspekte des ehelichen Aktes erhalten diese Zweien in der Zeit der Eheschließung als vorgefundene Wirklichkeit. Sie setzt ihre Annahme mit Herzen voraus und eine Gestaltung des Ehelebens gemäß der eben empfangenen ihrer Friedensordnung.

In den hiesigen Erwägungen berufen wir uns fortdauernd auf den Menschen als Person. Eine Person ist unabtrittbar zum Nachdenken und Nachsuchen, aber auch zum Finden der Wahrheit des Seins befähigt. Sowohl die Vernunft, wie auch das Herz sind fähig zu anerkennen, dass der Akt der geschlechtlichen Vereinigung in seiner Struktur die Ganzheitlichkeit der gegenseitigen Hingabe einander, „... bis zum letzten” – ihrer beiden Personen, die miteinander mit dem Ehe-Bund der Liebe, zum Ausdruck bringt [= Ausrichtung des Aktes und sein Sinn] – vermittels der dann laut sich meldenden Sprache des Leibes.

Um so mehr wird zum eigenartigen Botschafter der gegenseitigen ganzheitlichen Hingabe – die mit der Struktur des Aktes einher gehende, laut von sich kennen gebende Sprache des Leibes. Das geschieht mit der Dynamik des Aktes der geschlechtlichen Vereinigung, die sich zusammen mit der ablaufenden Vereinigung ihrer beider Personen auslöst. Zu ihrem Ausdruck wird das Erleben der Vereinigung, das mit einem eigenartigen ‘geistigen Aufsprung der Materie’ sowohl den Leib, wie Geist von Mann und Frau umfängt. Diese Dynamik öffnet sich zugleich jedes Mal sperrangelweit auf die Möglichkeit, Neues Leben zu wecken.

Die Ehegatten wissen darum guten Bescheid, ohne dass es in dieser Hinsicht besondere Belehrungen benötigte, auch wenn es wohl gut ist, wenn sie diese wichtigen Hinsichten des ehelich-familiären Lebens auch ehrlich studieren. Sie sind sich auch nur allzu gut bewusst, dass sie weder auf die Struktur des Aktes, noch seine Dynamik, die sich mit Niederlegen eines Lebendigen Teilchens von Mann in ihn empfangendem Schoß seiner Gattin ausdrückt, einen Einfluss ausüben können. Sie kreisen hier in einer Wirklichkeit, die von vornherein so – und nicht anders vorgefunden wird. Sie besteht schlechterdings unabhängig vom menschlichen Wissen und Wollen und irgendwelcher Weltanschauung. Auch keine menschliche Macht – weder die zivile, noch die religiöse, ist ermächtigt, das so und nicht anders von Gott erschaffene „Zwei-zu-Einem-Fleisch”-Werden von Mann und Frau abzuschaffen, beziehungsweise es zu modifizieren.

Jedesmalige Ehegatten sind sich auch nur allzu gut bewusst, dass die Sprache ihres „Zwei-zu-Einem-Fleisch”-Werdens unternommen werden kann (darf) ausschließlich vermittels der Vereinigung der Geschlechtsorgane ihrer beiden, d.h. die Vereinigung, die in der Scheide stattfindet. Nur hier ist das gegenseitige „Zwei-zu-Einem-Fleisch-Werden” imstande, seine volle Deckung in Wahrheit des Seins zu finden. Nur hier findet die Struktur des Aktes und die mit ihr einhergehende ihre Dynamik, deren Erweis das freudige Niederlegen eines Teilchens seines Selbst als Ehemannes in der ihn annehmenden Scheide seiner Ehefrau ist, die Deckung in Wahrheit ihrer Sprache des Leibes.

Anders gesagt, die Struktur des ehelichen Aktes an sich, wie auch seine Dynamik, die die jedesmaligen Eheleute als vorgefundene Gabe erhalten, entscheidet zugleich über die ethische Wertung der Qualität der gelebten gegenseitigen geschlechtlichen Nähe der Eheleute. Folgerichtig, die vorgefundene Wirklichkeit des erfolgenden „Zwei-zu-EInem-Fleisch” entscheidet über den Akt als Ausdruck der ehelichen Liebe, oder auch über ihre Verlogenheit.

Das Greifen nach irgendwelcher Art und Weise, um den Akt der Vereinigung unfruchtbar zu machen, wird jedes Mal Zerstörung überhaupt des „Zwei-zu-Einem-Fleisch” selbst, d.h. der anscheinend angestrebten Liebe. Denn jede Blockade, die sei es der Struktur des Aktes aufgestellt wird, sei es um die von vornherein vorgefundene seine Dynamik zu vereiteln, wird daselbst Blockierung der scheinbar angestrebten, oder deklarierten ... Vereinigung-in-Liebe.
– Wir übergehen hier schon die Unterscheidung in Arten und Weisen, wie die Empfängnis verhütet wird. Alle Verhütung ist – objektiv genommen – jedesmalig Todsünde. Die Anwendung aber irgendwelches Abortivmittels wird wird jedesmal – außer der Todsünde – noch Verbrechen der aktuell begangenen, oder potentiellen Tötung des Empfangenen. Darüber haben wir schon – mit Begründungen, genügend klar und ausführlich in den vorangegangenen Teilen der hiesigen WEB-Site gesprochen (s. ob.: Betätigungen ‘CONTRA’: Was sagt die Medizin dazu? – Und: Wir lieben uns! Nur ... dieses Kind! Und auch: Vorehelicher Verkehr: Ist´s wirklich Liebe? – Außerdem die Kapitel, die das Sakrament der Heiligen Beichte betreffen: Kind des Schmerzes! Wo bist Du ...? – Und die Kapitel des IV. Teiles. Und noch: Heilige Beichte der Eheleute mit Sünden beim ehelichen Verkehr).

Die hier in Erinnerung gebrachten ethischen Bewertungen im Anschluss an den unternommenen geschlechtlichen Verkehr – in Ehe, oder unabhängig von der Ehe, ähnlich wie alle Formen der betriebenen Homosexualität, benötigen keine besondere Erklärung vonseiten z.B. der Kirche. Die Kirche ist in ihrer ganzen Göttlich-Menschlichen Macht allzu klein und nicht bevollmächtigt, irgendwelche neuen moralischen Normen ‘einzusetzen’ oder sie zu ‘bestimmen’. Die Kirche erklärt allein – im Namen und in Vollmacht ihres Göttlichen Gründers, was mit der Friedensordnung der ehelichen Liebe übereinstimmt, und was ihr widerspricht. Denn diese ganze Wirklichkeit wird der Menschen-Familie vom Schöpfer selbst von vornherein in bestimmter Form geschenkt, d.h. sie wird vorgefunden. Daher wird diese Wirklichkeit schlechterdings von jedem weiteren Menschen, und von jeder weiterfolgenden Ehe vorgefunden. Von ihrer opferwilligen Annahme und der Anpassung bei den beiderseitigen Beziehungen an die Friedensordnung der Liebe so wie sie von Gott selbst geschenkt wird, hängt der Frieden der Liebe und die Strahlung mit Tiefe der Freude beim Erleben des ehelichen „Zwei-zu-Einem-Fleisch” ab.

(8,7 kB)

(0,7kB)     (0,7 kB)     (0,7 kB)



e. Früchte der Erwägungen vom 14.-16. Jh. und weitere Perspektiven
f. Perspektiven weiterer Ergründung Gottes Vorhabens der Liebe
R6-50. Jugend in der Phase des vielfältigen Nachsuchens. Die Emilia

C. BESTANDTEILE DER EHE ALS SAKRAMENTES

1. Hier ist alles Geschenk ...
a. Prosaik des Lebens oder andauerndes Geheimnis
b. Liebe und Leben: Zeichen das beständig spricht
R6-51. Rydultowy - Kirche geweiht im 1896

2. Vorgefundene Komponenten der Ehe und Familie
a. Vorgefundenes Band von Zweien: eines Mannes und einer Frau
b. Vorgefundenes Band einer ausgerichteten Liebe
R6-52. Es haben sich Zähne gezeigt!
c. Vorgefundenes Kommunion-Personalistisches Ausmaß der Männlichkeit und Fraulichkeit
d. Vorgefundene Struktur und Dynamik des ehelichen „Zwei-zu-Einem-Fleisch”
R6-53. Zwei Fräuleins W. – freudig des Lebens