(0,7kB)    (0,7 kB)

VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

*(7,7 kB)

Johannes Paul II.: Ruf an die Theologen um Einheit mit dem Magisterium

Wie viel Male hat Johannes Paul II. die Theologen aufgerufen, u.a. die Spezialisten, diese Lehrenden im Bereich der Moraltheologie angesichts der heikelen, schwierigen Probleme, die von der modernen Bioethik der Lebensweitergabe geschaffen werden, dass sie in Einstimmigkeit und voller Übereinstimmung mit der Lehre des Magisteriums der Kirche bleiben! Wir haben daran schon ein paarmal in den früheren Teilen unserer WEB-Site erinnert (s. z.B.:  Jesus Christus in der Stimme des ‘Petrus’ – und das ganze: § D, aber auch die früheren Abschnitte; und noch: Integralität des Beichtbekenntnisses – mit dem ganzen Abschnitt; und: § E und F).
– Wie viel Herzensschmerz bereiten dem Heiligen Vater, dem einen nach dem anderen, manche Geistlichen, und bisweilen selbst Bischöfe, wenn sie der authentischen Lehre des Glaubens zum Trotz, und gegen den Eid, in dessen Kraft sie sich verpflichtet haben die Lehre der Kirche zu verkünden, nicht aber die eigenen Anschauungen (vgl. den Eid und die Erinnerung an ihn durch Johannes Paul II.: AdTuF vom 1998 r.), letztlich die Abtrünnigkeit von der Apostolischen Lehre und der authentischen Wahrheit der Offenbarung verkünden. So werden sie von Hirten der Herde – zu „Propheten der Falschheit”, vor denen Jesus Christus sich zu hüten heißt, weil es „Wölfe in Schafsfell sind” (Mt 7,15). Als Baum, der „keine guten Früchte hervorbringt, wird er [dieser Baum] umgehauen und ins Feuer geworfen(Mt 7,19; vgl. Propheten der Falschheit: Jer 14,14f; 23,16; 27,9f.15f; 29,21ff). Solches Geschick bereiten sich die Propheten der Falschheit, wenn sie sich nicht bekehren und das vielleicht unvorstellbare Übel, das sie Gott und dem Volk Gottes bereitet haben, nicht widerrufen.

Bereiten solche – nicht selten gelehrte Theologen, die aber von der Lehre der Kirche abweichen, ‘menschlich gesagt’: dem Stellvertreter Christi mit ihren Vortretungen, die direkt gegen das Lehrcharisma ausgerichtet sind, mit dem ihn Jesus Christus und der Heilige Geist beschenkt hat – Schmerz, fragen wir, um wie viel mehr tiefschneidend dann der ‘Schmerz’ des Heiligen Geistes sein muss. Vom ‘Schmerz’, den der Heilige Geist erlebt, spricht der Hl. Paulus im Brief an die Epheser (s. Eph 4,39). An diese geheimnisvolle, beunruhigende Aussage hat des Öfteren Johannes Paul II. angeknüpft – gewöhnlich gerade im Zusammenhang mit ... Priestern (z.B. DeV 47; P-1982, 4).

In dieser Lage verstehen wir die beinahe flehende Bitte Johannes Paul II., die er vielfach in seinen Dokumenten an die Theologen richtete, zumal die Moralisten – um die Übereinstimmung ihrer Aussagen mit der Stimme des Lehramtes der Kirche (s. z.B. FC 31f.73; VSp 4f.28f.34.37.69.109; usw.). Es genügt wohl hier ein paar Fragmente aus der Lehramtlichen Aussage des Heiligen Vaters anzuführen, in der er sich an die Theologen-Moralisten gewendet hat für den Fall, falls ihre Meinungen widersprüchlich wären mit der Apostolischen Lehre der Kirche:

„In diese Sendung [= der Kirche: Verkündigung der moralischen Normen] schließt sich auch die spezifische Aufgabe derer hinzu, die im Auftrag der rechtmäßigen Hirten in den Seminarien und an den Theologischen Fakultäten lehren. Auf ihnen ruht die ernsthafte Pflicht, die Gläubigen ... über alle Gebote und die praktischen Normen zu unterweisen, die die Kirche autoritativ erklärt.
– Obwohl sich die rein menschliche Argumentation, die vom Magisterium vorgelegt wird, als beschränkt zeigen kann, ist es Aufgabe der Moraltheologen, nach immer tieferen vernunftgemäßen Begründungen für seine Lehre zu suchen ...
– Die Moraltheologen sollen die Doktrin der Kirche darlegen und so ihren Dienst erfüllen, dass sie das Beispiel einer loyalen – inneren und äußeren – Annahme der Lehre des Magisteriums – sowohl auf dem Gebiet des Dogmas, wie auf dem der Moral, geben ...” (VSp 110).

„... Vom theologischen Standpunkt her sind die moralischen Prinzipien nicht vom geschichtlichen Augenblick abhängig, in dem sie entdeckt werden. Die Tatsache, dass sich manche Gläubige in ihrer Verhaltensweise an die Lehren des Magisteriums nicht fügen oder falsch ansehen, manche ihre Betätigungen wären moralisch korrekt, die ihre Hirten als dem Gottes Gesetz widersprechend erklärt haben, kann keine Begründung bilden, dass die Wahrheit der moralischen Normen, die von der Kirche gelehrt werden, zurückgewiesen werden kann.
– Die Formulierung der moralischen Prinzipien fällt nicht in die Zuständigkeit der Methoden, die den besonderen Wissenschaften eigen sind. Ohne den Wert dieser Methoden zu verneinen, aber auch ohne die eigene Perspektive auf sie zu beschränken, erörtert die Moraltheologie – in Treue zum übernatürlichen Sinn des Glaubens – vor allem das geistige Ausmaß des menschlichen Herzens und seine Berufung zur Göttlichen Liebe.
– Während die humanistischen Wissenschaften, ähnlich wie alle experimentellen Wissenschaften, einen empirischen und statistischen Begriff der ‘Normalität’ entfalten, lehrt der Glaube, dass derartige Normalität die Spuren des Falles des Menschen in sich enthält, seines Wegganges vom ursprünglichen Zustand – das heißt, dass sie von der Sünde infiziert ist. Nur der christliche Glaube weist dem Menschen den Weg der Rückkehr ‘zum Anfang’ [vgl. Mt 19,8] – einen Weg, der sich häufig sehr von dem Weg der empirischen Normalität unterscheidet.
– In diesem Sinn können die Humanwissenschaften, unbeschadet des großen Wertes der Erkenntnisse, die sie angesammelt haben, nicht als die wichtigsten Anzeiger für die moralischen Normen anerkannt werden. Es ist das Evangelium, das die ganze Wahrheit über den Menschen und sein moralisches Leben enthüllt und so die Sünder erleuchtet und ermahnt, indem es ihnen die Barmherzigkeit Gottes kündet ...” (VSp 112).

„Indem die Übereinstimmung und Meinungsunterschiede die normale Ausdrucksform des öffentlichen Lebens im System der repräsentativen Demokratie bilden können, kann die Moral-Lehre gewiss nicht von der Beobachtung des bestimmten Verfahrens abhängen: Ihr Inhalt wird nämlich keineswegs nach Prinzipien und Formen bestimmt, die für Entscheidungen demokratischer Art eigen sind. Die Meinungsverschiedenheit, die durch Kontestation und Polemiken in Massenmedien zum Ausdruck gebracht wird, steht im Widerspruch zur ekklesialen Kommunion und korrekten Sicht der hierarchischen Struktur des Volkes Gottes. Der Widerstand gegen die Lehre der Hirten kann nicht als rechtmäßiger Ausdruck der christlichen Freiheit, anerkannt werden, noch der Vielfalt der Gaben des Heiligen Geistes.
– Den Hirten obliegt also die Pflicht, darauf auf eine mit ihrer Apostolischen Sendung übereinstimmende Weise zu reagieren, das heißt, sie sollen darauf bestehen, dass das Recht der Gläubigen geehrt wird, die NICHT infizierte und integrale Katholische Doktrin kennen lernen imstande zu sein ...” (VSp 113).

Am Tag des eingegangenen Ehe-Sakramentes Monika-Siegmund - 2005
Erklärung

Die angeführten Fragmente der Enzyklika Veritatis Splendor (1993) betreffen zwar direkt die Lehre der Moraltheologie, inwiefern die von manchen Moralisten-Theologen dargelegten Meinungen sich der „Gesunden Lehre” (Tit 2,1; 2 Tim 4,3; 1 Tim 1,10) der Kirche widersetzten, die in Einheit ‘mit’ Petrus und ‘unter’ Petrus verbleibt. Dennoch diese Äußerungen betreffen in diesem Fall gerade auf sehr besondere Weise Fragen, die unmittelbar mit dem moralischen Leben der Ehegatten verbunden sind. Es geht also schon um eine insbesondere Anwendung der Wahrheit der Offenbarung an die Wirklichkeit des Sakramentes der Ehe.

Dessen ungeachtet, die ganze Kette der vorgelegten Erwägungen lassen wohl besser das Ringen verstehen, das vor dem Volk Gottes der aufeinanderfolgenden Epochen der Kirchengeschichte stehen bleibt. Die Kirche ist freilich schon seit langem entschieden in die Zeitphase eingetreten der vollen „... Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollkommenen Menschen, zum Altersmaß der Fülle Christi(Eph 4,13). Die Lehrende Kirche hat beständig die Gewissheit um die ihr verheißene intensive Hilfe vonseiten des Heiligen Geistes, der mit seinem milden, und doch starken Licht, immer andere Aspekte der Apostolischen Offenbarung beleuchtet.

Derselbe Heilige Geist regt mit seinem Leben-spendenden Anhauch überhaupt das Lehramt selbst der Kirche an zum unermüdlichen warnenden Ruf an das Volk Gottes angesichts aller drohenden Entstellungen der „Gesunden Lehre” des Glaubens. Das Magisterium der Kirche engagiert sich auch beständig und entschieden in die Bemühungen, die Wahrheit der Offenbarung zu ergründen, was die auftauchenden, immer neuen, früher nicht vermuteten Aspekte desselben Depositums angeht. Das betrifft vor allem Fragen des Glaubens und der moralischen Verhaltensweisen, die manchmal ganz unverhofft und sofort in ganz scharfer Gestalt auftauchen. Die Nicht-Unternehmung dieser neuen, schwierigen Probleme könnte mit Verprassen, und jedenfalls entschiedenem Weggang von der für die ganze Kirche konstitutiven Apostolischen Überlieferung und Praxis enden. Das würde mit Abweichen vom reinen Evangelium drohen, das doch Jesus Christus der Lebendige bedeutet, der – Sohn Gottes, Erlöser des Menschen. Er aber ruft unentwegt zum „Verharren” in Ihm – als dem Weinstock. Denn nur dann erlangt die Kirche, seine Braut, die Bürgschaft zum Erreichen des Ewigen – Lebens (vgl. Joh 15,1-11).

(6,2 kB)

g. Dankbarkeit für Petrus


Wir sind uns bewusst, wie schwierig das Ringen zu sein pflegt, um das völlig sichere, der Wahrheit der Offenbarung entsprechende Verständnis ihrer einzelnen Aspekte zu bewahren. Wenn wir uns als gleichsam Beobachter ‘von der Seite her’ bewusst werden, wie sehr Leute der Wissenschaft, darunter auch die hoch spezialisierten im Bereich der dogmatischen Theologie, bzw. der Moraltheologie, oder anderseits Fachgelehrte in der Heiligen Schrift oder noch anderen Zweigen der Theologie, von der „Gesunden Lehre” abzuweichen pflegen und das Volk Gottes mit seinen privaten Meinungen in Verwirrung und Unsicherheit führen, indem sie sich deutlich dem Magisterium der Kirche widersetzen, können wir nur einen um so größeren Dank für die Gabe des Petrus zum Ausdruck bringen, mit der Jesus Christus seine Kirche beschenkt hatte. Dieselbe Dankbarkeit gehört sich dem beständig intensiv in der Kirche wirkendem Heiligen Geist.

Sooft nämlich irgendeine Frage – sei es im Bereich des Dogmas, sei es der Moral – endlich an ihn als den Stellvertreter Christi gelangt, ist es sicher, dass bevor er sich in einer die Gewissen bindenden Weise äußert – mit Berufung auf die empfangene Sendung des Nachfolgers Petri und Stellvertreters Christi und in kollegialer Einheit mit den übrigen Bischöfen, versinkt er in lange anhaltendes, intensives Gebet um Erleuchtung des Heiligen Geistes. In diesem Augenblick schaut er nicht mehr auf die vom Gesichtspunkt des Glaubens nicht maßgebenden Prämissen, die von insbesonderen Wissenschaften herkommen, noch auf Schlüsse, die sich aufgrund soziologischer Untersuchungen ergeben, sondern direkt auf Gott, der Sich Selbst offenbart, samt seinem Vorhaben mit Bezug auf den Menschen. Erst dann erhebt er endlich seine Stimme.

Es ist dann Stimme nicht allein der menschlichen Lehre, sondern Stimme, der die Garantie der Gewissheit der Göttlichen Wahrheit eigen ist. Von der Entscheidung der erörterten, insbesonderen Frage soll doch das Erlangen des ewigen Heils in Christus abhängig sein. Gott kann nicht zulassen, dass sein Stellvertreter auf Erden, für den Jesus Christus seinen Vater gebeten hat, „dass sein Glaube nicht erlischt” (Lk 22,32), die ganze Menschenfamilie, und nicht nur das Christentum, in Irrtum betreffs der Wahrheit der Offenbarung führen sollte. So was lässt außer Zweifel niemals weder Jesus Christus zu, der „lebt immerdar, um für [uns] einzutreten” (Hebr 7,25), noch der Heilige Geist aus dessen besonderer Gabe die „Verkündigung derer, die samt der Bischöflichen Sukzession das Charisma der Wahrheit empfangen haben, das die Gewissheit gewährt” (DV 8d), erfolgt .

Diese Gabe kondensiert sich aufgrund des Willens Jesu Christi, des einzigen Besitzers der Kirche – dieser Seinen Kirche (Mt 16,18), auf der Person des aktuellen Petrus. Ihn hat eben Jesus Christus beauftragt – nach der wirksamen Bitte für ihn, dass „sein Glauben nicht erlöscht” (Lk 22,32), dass er in Kraft des ihm gewährten Charismas der Wahrheit beim Entscheiden mit Bezug auf Fragen, die mit dem Glauben verbunden sind, „dann seine Brüder Stärkt(Lk 22,32).

(10,4 kB)

B.  REIFENDES VERSTÄNDNIS DER SAKRAMENTALITÄT DER EHE
IN DER KIRCHE

(7,2 kB)

1. Von Heiligkeit der Ehe zum Verständnis ihrer Sakramentalität

(6,2 kB)

a. Noch einmal: Ankündung des Charismas der Wahrheit
der Offenbarung


Im vorangegangenen Abschnitt dieses Kapitels haben wir versucht, von Distanz aus die Tatsache zu erwägen, warum die Kirche zum immer tieferen Verständnis des Inhalts des Depositums der Göttlichen Offenbarung erst allmählich kommt. Das Bewusstwerden und die Erklärung um Elemente des langsamen Anwachsens im Verständnis der Wahrheit der Offenbarung wirkt beruhigend angesichts der Tatsache, dass es ein anderthalb Jahrtausend Jahre benötigte, bis das Magisterium der Kirche am Tridentinischen Konzil 1547 auf feierliche Weise, mit Garantie der Wahrheit der Offenbarung, die klar formulierten Worte geäußert hat, dass auch die Ehe heiliges Sakrament ist: eines der Sieben Sakramente der Heiligen Kirche.

Es kann sein, dass es auch noch damals zur Verkündung dieses Satzes als eines der Dogmas des Glaubens nicht kommen würde, wenn es gerade in dieser Zeit aus Gottes Zulassung zum frontalen Rütteln der Apostolischen Überlieferung und Praxis vonseiten der Reformation nicht gekommen wäre. Die entstandenen Zweifel und Polemiken haben in der Kirche Christi – inkraft des Heiligen Geistes – zum Zusammenrufen des lange sich ziehenden Tridentinischen Konzils geführt. Die Tagungen aber eines Konzils sind immer mächtige Ergründung – immerwährend inkraft des Heiligen Geistes – des Depositums des Apostolischen Glaubens, zumal hinsichtlich dieser Probleme, die mittlerweile erschienen sind und vielleicht zu ernsten Brennpunkten geworden sind.

Die Tatsache selbst, dass sich das Konzil u.a. über das Problem der Apostolischen Überlieferung in Zusammenstellung mit der Offenbarung die in der Heiligen Schrift enthalten ist, gebeugt hat, lässt beinahe ‘im Laufenden’, von der Perspektive vergangener Jahrhunderte, erfahren, dass Jesus Christus, der einzige Herr und Besitzer der Kirche, diese Seine Kirche niemals verlässt. Die Kirche ist doch seine Mystische, ungemein schwierige, wenn auch Freude bereitende – Braut. Jesus Christus hat sich mit ihr um einen höchstmöglichen Preis vermählt: Seines Blutes, das Er am Altar des Kreuzes dargebracht hat. Verwunderlich ist die Feststellung, dass gerade die Ehe, von nun an für immer, aufgrund des Willens des Himmlischen Vaters, das „reale Zeichen’ der Bräutlichen Liebe Christi zu seiner Kirche ist und sein soll (FC 13). Dieses Thema zu ergründen streben wir allmählich an.

Derselbe Erlöser-vom-Kreuz hat den Aposteln versprochen, dass Er nach seinem „Weggang” (Joh 16,7), d.h. um den Preis seines Erlösungs-Leidens und Todes, zu uns den Heiligen Geist „senden” wird (s. ebd.) und dass gerade Er, der Heilige Geist, die Kirche in immer tieferes Verständnis der Wahrheit der Offenbarung „einführen” wird. Wann aber das tiefere Verständnis des betreffenden Aspekts des Depositums des Glaubens erfolgen wird, darüber entscheidet das unergründliche Vorhaben des Dreieinigen, und zwar der auf Zeiten verteilte Gottes diesbezüglicher ‘Plan’:

„Der Wind [hebr.: rúach; lat.: spiritus = Geist; Wind] weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist” (Joh 3,8).

Gerade dieser, vom Erlöser deutlich vorgesagte Heilige Geist, unternimmt – gewiss mit ergreifend riesiger Liebe (vgl. Eph 2,4) die Ihm von Christus aufgetragene Aufgabe: um die immer größeren Tiefen des Erlösungs-Vorhabens des Dreieinigen bezüglich des Menschen zu zeigen. Dieses Vorhaben wurde durch den Erlösungstod und die Auferstehung des Sohnes Gottes ins Leben umgeschmieden:

„Aber der Heilige Geist, den der Vater in Meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe ...” (Joh 14,26).

In diesen Worten sagt Jesus das Charisma der Unfehlbarkeit der Kirche an in Fragen, die in das Profil unserer Erlösung in Christus hineintreffen.
(1,05 kB) Positiv könnte derselbe Inhalt als Ansage ausgedrückt werden, dass das Magisterium der Kirche mit dem Charisma der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung beschenkt werden wird.
(1,01 kB) Dieses Charisma wird genau denselben Bereich umfangen, mit dem auch überhaupt die Wahrheit-Treue Gottes umfangen bleibt, indem Gott sein Vorhaben der Erlösung des Menschen: Mann und Frau – in Christus offenbart. Es wird also um alle möglichen Bereiche von Inhalt und Gegenstand gehen (im philosophischen Sinn: es geht um den ‘materiellen’ Gegenstand der Offenbarung), d.h. also sowohl die Geschichte, wie die Anthropologie, die Biologie und andere scheinbar ‘weltlichen’ Wissenschaften. Allerdings die Garantie der Wahrheit der Göttlichen Offenbarung wird diese allen inhaltlichen Bereiche immer unter Einem ‘Gesichtspunkt’ umfangen, der in der Sprache der Philosophie als ‘Formaler Gegenstand’ der begutachteter Aussagen bezeichnet wird. Mit dieser Garantie der Gottes Wahrheit werden Aussagen der Offenbarung und der Heiligen Schrift nur insofern umfangen werden, inwiefern die betreffende Frage auf irgendwelche Art und Weise, und sei es auch minimal, in das ‘Profil’ [= Gesichtspunkt] findet, das mit der Erlösung des Menschen in Christus verbunden ist (genauer s. z.B.: Ks. Pawel Leks, SLOWO Twoje jest PRAWDA, o.c., 112-129, und der ganze III. Teil: Die Wahrheit der Offenbarung ausgedrückt in der Heiligen Schrift. – S. ebd., bes. 185-197.206-237).

Die in der gerade angeführten Ansage Christi gebrauchten Zeitwörter, dass der Heilige Geist: „wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe” (Joh 14,26), ähnlich wie das Zeitwort aus der zweiten angeführten Ansage Christi, dass „der Geist der Wahrheit wird Er euch zur vollen Wahrheit führen(Joh 16,13) – müssen selbstverständlich in ihrer biblischen Bedeutung verstanden werden. Es geht nicht um ein gewöhnliches „Lernen” von mathematischen Formeln o.dgl. Um so mehr geht es nicht um weltliche ‘Erinnerung’ irgendwelcher Besonderheit z.B. in der Stresssituation vor einer Prüfung. Was Jesus aussagt, tut Er immer in der Sicht des Werkes, das Ihm sein Vater zu erfüllen aufgetragen hat: die Erlösung des Menschen.

(0,2 kB) Jesus hat den Aposteln schon bei verschiedenen aufkommenden Gelegenheiten die Vermutung aufgeschoben, dass sie einmal aus Gottes Gabe dieses Charisma erhalten: des tieferen Kennenlernens der Wahrheit-Treue der Offenbarung, samt der ihnen dann erteilten Gabe der Gewissheit beim Verständnis und der Erklärung der Wahrheit der Göttlichen Offenbarung. Das wird mit der Sendung verbunden werden, mit der Er sie beschenkt. Auf ihrem Glauben und ihrer Gewissheit betreffs der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung soll sich doch die Gewissheit des Glaubens des ganzen ihnen anvertrauten Volkes Gottes stützen. Diesem aber steht das Recht zu, Bescheid zu wissen:

„... wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Kirche des Lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit ...” (1 Tim 3,15).

So war es z.B. bei der Zusammenfassung der Diskussion, die sich entfesselt hat zwischen Jesus und den Juden nach Seiner unerhörten – in ihren Augen erfolgten – Intervention im Jerusalemer Heiligtum. Und zwar eines Males, am Anfang Seiner öffentlichen Tätigkeit, als Jesus im Tempel voller Viehhändler und Bänker sah, machte Er eine Geißel aus Stricken, und „trieb sie alle aus dem Tempel hinaus,”. Dabei hat Er „das Geld der Wechsler ausgeschüttet, und ihre Tische umgestoßen” (Joh 2,14f). Man kann sich vorstellen, was für ein Geschrei und Fluchen der daran Interessierten das ausgelöst hat. In Antwort auf die Frage der Juden, „Welches Zeichen lässt Du uns sehen als Beweis, dass Du dies tun darfst?” (Joh 2,18), antwortete Jesus sehr charakteristisch – indem er im Geist auch schon die Vollbringung des unternommenen Werkes der Erlösung am Kreuz angeblickt hat:

„... ‘Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde Ich ihn wieder aufrichten’ ....” (Joh 2,19).

Johannes der Apostel fügt im Anschluss an die verachtende Reaktion der Juden auf die Antwort Jesu seinen charakteristischen Kommentar hinzu:

„Er aber [= Jesus] meinte den Tempel Seines Leibes.
– Als Er von den Toten auferstanden war, erinnern sich Seine Jünger, dass Er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hat” (Joh 2,21f).

Dies war einmal mehr eine typische ‘Erinnerung’: Frucht der besonderen Gabe des Heiligen Geistes: Zuwachs des Glaubens auf die „Schrift und das Wort” Jesu selbst. Nämlich der Heilige Geist hat damals den Aposteln den Göttlichen Erlösungs-Sinn der Tat Christi gezeigt, deren Zeugen sie waren, und die zugleich mit dem Wort des Erlösers selbst einherging, die von vornherein die Erlösungs-Bedeutung dieses Gottes Eingriffs erläutert hat. Nur dass die Apostel diese Erlösungs-Bedeutung vorläufig noch nicht gefasst haben. Das geschah, inkraft des Heiligen Geistes, erst nach der Auferstehung des Herrn.

(0,2 kB) An ein ähnliches, erst ‘später’ zu ‘verstanden werden’ sollendes Ereignis, hat Jesus auch beim Letzten Abendmahl angeknüpft. Jesus trat an das Waschen der Füße der Apostel an, angefangen von Petrus. Petrus wollte zuerst dazu nicht zulassen. Aber in diesem Augenblick sagte Jesus an, dass Petrus die Tiefe dieser Gebärde erst später ‘verstehen’ wird:

„Jesus antwortete ihm: ‘Was Ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen’ ...” (Joh 13,7).

Jesus kündigt hier von neuem an, dass das ‘Verständnis’ der sich hier ereignenden Geheimnisse des Glaubens erst später eintreten wird. Die Apostel haben sie vorläufig nicht begriffen, weil das Werk der Erlösung seinen Gipfelpunkt noch nicht erreicht hat: den Erlösungstod und die Auferstehung des Gottes Sohnes. Erst um diesen Preis sendet Jesus Christus seinen Jüngern, d.h. den Aposteln und der ganzen Kirche, die Gabe des Heiligen Geistes, der sie in das Verständnis der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung einführen wird. Das geschieht von Anfang bis zum Ende um den ‘Preis’ der Wunden der Kreuzigung Jesu Christi. Und zwar:

[Jesus]... schenkt ihnen diesen Geist gewissermaßen in den Wunden seiner Kreuzigung: ‘Er zeigte ihnen seine Hände und seine Seite’ ...
Und kraft dieser Kreuzigung sagt der Auferstandene zu ihnen: ‘Empfangt den Heiligen Geist’ ...” (DeV 24).

All das war auf die Ankündung der künftigen, grundsätzlichen Funktion ausgerichtet, die der Heilige Geist mit großer Liebe, aber auch Macht, in der Kirche Christi erfüllen wird:

„Wenn Jener aber kommt, der Geist der Wahrheit, wird Er euch zur vollen Wahrheit führen. Denn Er wird nicht von sich aus reden, sondern Er wird reden, was Er hört, und das Zukünftige wird Er euch verkünden ...
Er wird Mich verherrlichen, weil Er von dem Meinigen nehmen i und euch offenbaren wird.
Alles, was der Vater hat, ist Mein. Darum habe Ich gesagt: Er nimmt von dem, was Mein ist, und wird es euch verkünden” (Joh 16,13ff).

(6,2 kB)

b. Nochmals Ausgangspunkt


Jetzt gehört es sich den Abriss der Geschichte der theologischen Reflexion über die Ehe unter dem Gesichtspunkt ihrer Sakramentalität zu verfolgen: ab der Apostolischen Zeit, bis heutzutage. Das erlaubt uns sich bewusst zu werden, dass die Heilige Kirche nur sehr stufenweise zur tieferen Reflexion über die Wirklichkeit der Ehe übergegangen ist: sowohl der Ehe in ihrer Schließung selbst, wie auch des Lebens für den Alltag des Sakramentes der Ehe.

Über das Thema der Reflexionsgeschichte über die Ehe als Sakramentes [= Dogmengeschichte] besteht eine reiche Literatur und viele insbesonderen Bearbeitungen. Auf unserer WEB-Site erörtern wir nicht ‘ab Anfang an’ Fragen, die nur allzu sehr im Einzelnen von anderen Autoren bearbeitet worden sind. So benützen wir auch in diesem Fall schon bestehende, fertige Stoffe in dieser Hinsicht.
– Als besonders bekömmlich für unseren Zweck beachten wir die Bearbeitung von Ks.Prof. Aleksander Sobczak. Es ist im Internet auf der [polnischen] SEITE ‘Mateusz’ zugänglich (s.:  Ks. Aleksander Sobczak, Das Sakrament der Ehe: kurzer geschichtlicher Abriss). Der Autor gibt viele Anführungen zur grundlegenden wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema an. Er beruht vor allem auf dem ausführlichen, aus vielen Bänden bestehenden spezialistischen Werk darüber Spanischer Autoren, die seit Jahrhunderten als hervorragende Juristen und Theologen gelten (‘El matrimonio, misterio y signo: Ehe, Geheimnis und Zeichen’, Verl. Pamplona; verschiedene Autoren zu einzelnen Jahrhunderten).

In den Evangelien kann keine Erwähnung über irgendwelche Verordnung Jesu Christi mit Bezug auf die Ehe gefunden werden. Wir erfahren nur gelegentlich, dass Jesus einige Aspekte der Ehe und der Geschlechtlichkeit aufgegriffen hat. So war es z.B. in seiner Antwort auf Vorwürfe und Fragen, die Ihm betreffs der ‘Scheidungsbriefe’ gestellt wurden – die nämlich Moses zugelassen hat. Jesus fügt sofort hinzu, dass es vonseiten Mose Zugeständnis war „wegen eurer Herzenshärte” (Mt 19,8). Er präzisiert auch sofort bis zweimal: „Am Anfang jedoch war es nicht so” (Mt 19,4.8).
– Aus Jesu Worten ergeben sich ungemein wichtige Schlüsse mit Bezug eben darauf, was es „am Anfang war”, d.h. bezüglich der Ehe als Institution, die von Gott selbst gegründet war, samt ihrer Unauflösbarkeit und ehelicher Treue. Darauf kommen wir noch zurück.

Die Evangelien berichten weiter von der Einladung Jesu samt Maria und den Jüngern zur Hochzeit in Kana von Galiläa (Joh 2,1-11; ausführlicher werden Aussagen der Evangelien usw. in dieser Hinsicht erst im 7. Kap. dieser Homepage besprochen werden). Außerdem zeigen die Evangelien noch ein paar andere Anknüpfungen Jesu an die Ehe, an die wir in weiterer Folge unserer Erwägungen zurückkehren werden (ausführlicher werden Aussagen der Evangelien usw. in dieser Hinsicht im 7. Kap. dieses VI. Teiles erörtert werden). Es gibt dagegen keine deutliche, von Evangelisten eingetragene Erwähnung bezüglich irgendetwas, was die Frage der Sakramentalität der Ehe aufschieben könnte, und was mit der unzweideutigen Anweisung Christi betreffs z.B. der Heiligen Taufe (Mt 28,19) zusammengestellt werden könnte, oder auch der Vergebung der Sünden (Joh 20,21f), bzw. mit dem Priestertum und der Eucharistie (Lk 22,19).
– Anderswo bemerken wir aber, dass auch bezüglich der Heiligen Taufe, von der Jesus so eindeutig spricht und sie „allen Völkern” zu erteilen lässt, Jesus keineswegs den Ausdruck: ... ‘Sakrament’ gebraucht. Man muss mit aller Folgerichtigkeit zur Kenntnis annehmen, dass sich die ‘Theologie’ in der Kirche wirklich erst allmählich zu entwickeln begonnen hat. Die präzise Fassung des Inhalts der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung wird sich auf sehr lange Jahrhunderte ausbreiten.

Wir sind aber auch schon zum Schluss gekommen, dass die Evangelien gar nicht klare Berichte über alle möglichen dogmatischen bzw. moralischen Themen enthalten müssen. Einmal mehr ziemt es sich die grundlegenden Tatsachen bezüglich der Göttlich-Menschlichen Wirklichkeit der Kirche und des ihr anvertrauten Depositums der Wahrheit der Offenbarung in wörtlichem Sinn zur Kenntnis zu nehmen, und zwar:

(0,14 kB) Die Heilige Schrift ist kein fertiges ‘Handbuch’, und es braucht auch keineswegs so was zu sein. Daselbst ist sie keine systematische Auslegung der Theologie – nach Themen und Unter-Themen, in denen also immer andere Abteilungen der Theologie eingeordnet werden müssten.
(0,14 kB) Unabhängig davon, das Gottes-Geschriebene-Wort führt niemals ein Leben ‘für sich allein’. Es wird von der Lebendigen, sich beständig entwickelnden Tradition-Überlieferung und der Apostolischen Praxis getragen. Nur in solcher Gestalt wurde es dem Volk Gottes dargeschenkt – sowohl des Alten, wie in der Zeit des Neuen Bundes.
(0,16 kB) Die dogmatisch-moralische Überlieferung, die an sich ebenfalls Gottes-Wort ist, nur dass sie Gottes-Überliefertes-Wort in der organisierten Gesellschaft des Volkes Gottes darstellt, nimmt aus Gottes Willen dieses Gottes-Geschriebene-Wort an, sichert ihm das ihm eigene, nicht entstellte Verständnis, führt es zur Frucht und übermittelt es auf nicht infizierte Art und Weise den nächstkommenden Generationen (s. genauer:  Die Heilige Schrift ‘allein’? – samt der ganzen weiteren Folge dieses Abschnitts).

Wir wissen auch schon, dass sowohl die Heilige Schrift, wie die Apostolische Überlieferung und Praxis – jedes auf die ihm eigene Weise – die Gesamtheit der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung enthält. Sowohl das Gottes-Geschriebene-Wort, wie das Gottes-Überlieferte-Wort sprudeln vom selben Gott als seiner einzigen und selben Quelle. So dass es letztlich keinesfalls irgendwas gleichsam unabhängig voneinander bestehende ‘zwei Quellen’ der Offenbarung gibt. Ihre einzige Quelle ist die Erlösungs-Liebe desselben Gottes: des Vaters und des Sohnes, und des Heiligen Geistes, der „so sehr ... die Welt geliebt hat [Welt der Menschen], dass Er seinen Eingeborenen Sohn [Sohn-Wort, die Zweite Person der Trinität] dahingegeben hat, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe” (Joh 3,16). Daher ist sowohl die Heilige Schrift, wie die Lebendige Apostolische Überlieferung und Praxis der Kirche in ein Eins verflochten und untereinander untrennbar zusammengebunden, d.h. organisch miteinander verwachsen (s. DV 9b). Dabei hat selbst der Herr die authentische und autoritative Deutung des Gottes Wortes – sowohl dieses Geschriebenen, wie auch dieses Überlieferten , dem Lehramt der Kirche anvertraut – mit Petrus an dessen Spitze (DV 10b; s. ebd. 10c-d) aufgetragen.

Unabhängig davon, ob Jesus den Aposteln irgendeine insbesondere Anweisung betreffs der Eheschließung und ihrer ‘Theologie’ gegeben hat oder nein, wichtig und maßgebend für die Kirche aller Jahrhunderte ist die Apostolische Überlieferung und PRAXIS. Die Apostel wurden mit dem konstitutiven Charisma bereichert. Das heißt, über sie als unmittelbare Vermittler der Offenbarung Gottes als Wahrheit-Treue, hat der Schatz der Offenbarung noch weiter auch nach der Auferstehung und nach der Sendung des Heiligen Geistes zugenommen.
– Dieser Aufwuchs im wesentlichen und konstitutiven Sinn ist auf definitive Weise samt dem Tod des letzten unter der Apostel zu Ende gekommen. Von nun an besteht nur noch die Kirchliche dogmatisch-moralische Überlieferung, die die organische Verlängerung und Zunahme des Fundamentes der Apostolischen Überlieferung-Praxis darstellt.

Wenn also bis zu unseren Zeiten keine deutlichen Einträge der Apostel in Sache der Sakramentalität der Ehe behalten worden sind, ist die Kirche aller Zeiten verpflichtet, ihren Glauben auch in dieser Frage auf dem Fundament der Apostolischen Praxis zu bauen. Indem wir keine Geschriebenen Zeugnisse aus dieser Epoche feststellen können – sei es bezüglich der Weise, wie die Ehe geschlossen wurde, sei es um so mehr eines Geschriebenen Dokumentes, das eine vertiefte theologische Sicht der Ehe darstellte, sind wir auf aufbewahrte diesbezügliche Zeugnisse in dieser Hinsicht aus Geschichtsphasen der Kirche erst späterer Zeiten angewiesen. Das versetzt uns aber in keinen Schrecken.

Es spricht uns wohl der früher gebrauchte, unrüttelbare Vergleich an: das Kind lebt ‘auf vollen Dampf’, und doch es nimmt keine Überlegungen darüber vor, warum und wie es atmet, noch dass es überhaupt atmet (s. genauer:  Aufwachsen der Kirche von Kindzeit zum Reifealter). Das Kind braucht ‘nicht darüber zu denken’, was in seinem Verdauungstrakt geschieht. Ähnlich auch ist das Kind zurzeit außerstande, irgendetwas vernünftiges über das Thema des Blutkreislaufes bei sich oder irgendjemandem anderen zu sagen; noch so vieler anderer Sachen, die sich bei ihm abspielen, wobei es darüber einerseits überhaupt nichts weiß, oder auch das Kind empfindet keinen geringsten Bedarf, dass es sich darüber Gedanken zu machen bräuchte. Zu gleicher Zeit, trotzdem das Kind, ähnlich wie auch ein Erwachsener, außerstande ist, all diese Wirklichkeiten zu erläutern, lebt es doch, es wächst heran und blüht auf, ohne den Grundlagen seines Lebens die geringste Aufmerksamkeit gewidmet haben zu müssen.
– Aufgrund einer gewissen Analogie könnte dasselbe auf die Fülle des Lebens des Glaubens bezogen werden – ohne in die theoretischen Kenntnisse, noch ein präzises Wissen über die Göttlich-Menschlichen Mechanismen dieses Gottes Lebens im Herzen eingegangen zu sein. Das betrifft auch die theoretische Frage: das Wissen um die Sakramentalität der Ehe.

(6,2 kB)

c. Start der ‘Zeit’ der Kirche

Samt der Sendung des Heiligen Geistes am Pfingsttag, in zehn Tagen nach der Himmelfahrt Jesu Christi, hat in vollem Sinn die „Zeit der Kirche” begonnen (DeV 25). Sowohl die Apostel, wie der Heilige Geist: der Geist der Wahrheit, beginnen „Zeugnis abzulegen” über Jesus Christus (Joh 16,26f), d.h. über das vollbrachte Werk der Erlösung. Es hat definitiv eine neue Zeitstufe der Beziehungen Gottes zu seinem Lebendigen Ebenbild begonnen: Mann und Frau – als jetzt schon Erlöster. Der Heilige Geist übernimmt die Weiterfolge des Werkes, das der Sohn Gottes, Jesus Christus, vollbracht hat, indem Er reichlich die von Ihm verdienten Gnaden der Heiligung allen verteilt, die sich auf diese Erlösung auftun (vgl. APR 4; APR-K 3.5):

Chor zu Weihnachten, Jakarta 2006: Stelly mit Freunden und Freundinnen
Erklärung

„Als das Werk vollendet war, das der Vater dem Sohn auf Erden zu tun aufgetragen hatte [Joh 17,4], wurde am Pfingsttag der Heilige Geist gesandt, auf dass Er die Kirche immerfort Heilige, und die Gläubigen so durch Christus in einem Geist Zugang hätten zum Vater [Eph 2,18]. Er ist der Geist des Lebens, das ist die Quelle des Wassers, das zu ewigem Leben aufsprudelt [Joh 4,14; 7,38f]; durch Ihn macht der Vater die wegen der Sünde erstorbenen Menschen lebendig, bevor Er ihre sterblichen Leiber in Christus auferweckt [Röm 8,10f](DeV 25).

Mutig dank der „Kraft”, die sie vom auf sie herabkommenden Heiligen Geist erhalten haben (Apg 1,8; Lk 24,49), begannen die Apostel, unter der Führung des Petrus, sofort über Jesus Christus zu sprechen – diesem Gekreuzigten, Getöteten, Auferstandenen (Apg 2,23.32): „Dafür sind wir alle Zeugen(Apg 2,32). Die Zuhörer – Judäer, aber auch Vertreter aus allen damals bekannten Ecken des Römischen Imperiums, die in der Apostelgeschichte aufgezählt sind (Apg 2,9ff), wandten sich damals an die Apostel mit der grundsätzlichen Frage:

„Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: ‘Was sollen wir tun, Brüder?’
Petrus antwortete ihnen: ‘Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeigerufen hat’ ...” (Apg 2,37ff).

Lukas fügt in seiner Apostelgeschichte in Form der Schlussfolgerung hinzu:

„Die nun sein Wort annahmen, wurden getauft. An jenem Tag kamen gegen dreitausend Seelen hinzu” (Apg 2,41).

Nach den nächsten Auftretungen des Petrus und anderer Apostel hat die Anzahl der Glaubenden auf Christus, die die Taufe der Bekehrung empfangen haben, dynamisch zugenommen (s. Apg 4,4). Petrus und die übrigen Apostel verkündeten das Wort Gottes mutig und mit ungemeiner Überzeugungskraft – allen offiziellen Verboten vonseiten der damaligen Priesterschichte zuwider (s. Apg 4,17f; 5,28). Angesichts der Verfolgungen und Androhungen, und selbst der zugefügten Tötung „um Christi willen” (s. Apg 7,58ff; 8,3; 12,1ff; usw.), haben die Apostel nur auf eine Art und Weise geantwortet:

„Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch als auf Gott zu hören, darüber urteilt selbst. Denn wir können unmöglich darüber schweigen, was wir gesehen und gehört haben” (Apg 4,19).

„Petrus und die anderen Apostel erwiderten: ‘Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
... Bei diesen Worten gerieten jene [das Synedrium und die Jüdischen Erzpriester] in Wut und wollten sie töten ...” (Apg 5,29.33).

Die Taufe und folglich den Glauben an Jesus Christus haben viele Juden empfangen. In Kürze traten zu ihnen aber auch Nicht-Juden hinzu. Gerade diese wurden eine immer mehr überwiegende Gruppe der Jünger Christi. Und zwar die wegen der Verfolgungen in Judäa geflüchteten Jünger haben sich von Anfang an als aktive Missionäre erwiesen – im Gehorsam zur Weisung Jesu: „Darum geht hin und lehrt alle Völker ...” (Mt 28,19; Mk 16,15ff; Lk 24,47; Joh 20,21; Apg 1,8). Zum ersten Mal wurden die Jünger Christi als ‘Christen’ in Antiochien in Nord-Syrien genannt (Apg 11,26). Besonders gerade diese bekehrten Juden, die von der Jüdischen Diaspora stammten und eine weitere Sicht der Erlösung als die Palestinensischen Juden gehabt haben, und die jetzt in Furcht vor Verfolgungen der an Christus Glaubenden nach Antiochien in Syrien gekommen sind, begannen Christus auch unter Nicht-Juden zu verkündigen. Sie selbst waren wohl wegen der Offenheit der Herzen dieser Heiden für die Gute Nachricht ganz verblüfft. Lukas schreibt:

„Einige aber von ihnen [= den Bekehrten, die sich wegen der Verfolgung zur Zeit des Stephanus zerstreut haben], die aus Zypern und aus Zyrene stammten, verkündeten nach ihrer Ankunft in Antiochia auch den Hellenisten die frohe Botschaft vom Herrn Jesus.
Die Hand des Herrn war mit ihnen. Eine große Anzahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn” (Apg 11,20f).

(6,2 kB)

d. Start der Apostolischen Praxis der ursprünglichen Kirche
im Bereich der Ehe


Die Apostel haben die Heilige Taufe allen erteilt, die darum aufrichtigen Herzens gebeten haben. Es war für sie nicht wichtig, ob jemand zurzeit ‘ledige’ Person ist, oder mit der früher eingegangenen Ehe gebunden ist, eventuell ob er Witwer bzw. Witwe ist. In den ältesten Einträgen, die die Erstlinge der Kirchengeschichte angehen, gibt es keine Spur über eine eventuelle Diskrimination derjenigen, die in Ehe oder Familie gelebt haben. Im Gegenteil, von Anfang an sehen wir im Volk Gottes des Neuen und Ewigen Testamentes (vgl. 1 Kor 11,25; Hebr 13,20) Leute aller Stände: Freie und Sklaven, solche die in Ehe – und ledig lebten, Kinder und Jugendliche, Ältere. Jesus hat sein Leben im wörtlichen Sinn für alle Menschen dahingegeben. In letzten Tage vor seinem Erlösungs-Tod sagte Er – es ist zu Ihm gerade eine Delegation von Heiden gekommen, die „Jesus sehen wollten”:

„Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.
Und Ich, wenn Ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu Mir ziehen(Joh 12,31f).

Die Erlösung betrifft ausnahmslos jeden Menschen – der Zeitepoche sowohl vor Christus, wie auch nach Christi Geburt; jeden Mann und jede Frau; sie umfängt die Personen, die in Ehe und in Jungfräulichkeit leben, Junge Leute und Alte.

Der Hl. Paulus gibt in seinem Ersten Brief an die Korinther eine Reihe Weisungen über die Eheschließung, und auch über die Jungfräulichkeit (1 Kor 7). Er unterscheidet dabei deutlich einiges, was er kraft seiner persönlichen Autorität vorschlägt als des ‘Geistlichen Vaters’ seiner Adressaten und der ganzen Kirche (z.B. 1 Kor 7,6) – von anderen Weisungen und Anordnungen, die er deutlich mit Gottes Gründung selbst verbindet. Er sagt dann: „Den [Verheirateten] ... gebiete nicht ich, sondern der Herr ...” (1 Kor 7,10).

Das Eingehen der Ehe selbst stellt Paulus als Frage der Berufung des einzelnen Menschen vonseiten Gottes dar – in Analogie zum sozialen Stand, in dem jemand lebt: als freier Mensch oder auch als Sklave (vgl. 1 Kor 7,17-22). Er stellt nur fest, dass das Schließen der Ehe Frage des freien Willens und der freien Wahl des einzelnen Menschen ist, eventuell z.B. der Eltern bzw. Betreuer ihrer Kinder:

„Bist du an eine Frau gebunden, suche dich nicht zu lösen;
bist du ohne Frau, dann suche keine. Heiratest du aber, so sündigst du nicht ...” (1 Kor 7,27f).

Wenn Paulus schreibt:

„Ich wünschte, alle Menschen wären wie ich [in nicht verheiratetem Stand: im Zölibat].
Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott: der eine so, der andere so ...” (1 Kor 7,7),

schreibt er das:

„Das sage ich zu eurem Besten, nicht um euch eine Schlinge umzuwerfen,
sondern damit ihr ehrbar und beständig ohne Ablenkung beim Herrn bleibt” (1 Kor 7,35).

Diese Worte weisen die maßgebende Richtung. Daher führt er seine Vorschläge am Ende noch einmal zusammen:

„Wer also seine Jungfrau heiratet [z.B. der Vater, der seine Tochter zur Heirat gibt], handelt also richtig,
doch wer sie nicht heiratet, handelt besser.
Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt.
Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei zu heiraten, wen sie will; nur geschehe es im Herrn ...” (1 Kor 7,38f; vgl. ebd., v.8f: ähnlich vom Witwenstand).

Die Aussagen des Paulus sind sowohl charakteristisch, wie auch für die Kirche aller Zeiten maßgebend. Es kann hier keine Spur gesehen werden irgendwelcher Verachtung, oder sei es nur eines Schattens, der auf die Ehe geworfen wäre – einigen Strömungen späterer Zeiten zuwider, nach denen die Ehe ihrer Natur nach etwas Unreines und Verdammungswürdiges darstellte. Äußert Paulus seine Ermutigung zur freiwilligen Wahl des Zölibates vonseiten der Männer, oder auch dass Mädchen und Frauen in Jungfräulichkeit bleiben, richtet er sich nach grundlegendem religiösem Beweggrund, damit man möglichst in vollstem Sinn mit Leib und Seele Gott hingegeben bleiben kann:

„Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist.
Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen ...” (1 Kor 7,34).

Trotzdem sieht Paulus keine grundsätzliche Schwierigkeit, um diese Beweggründe miteinander zu vereinbaren. Er hebt nur einfach hervor – sowohl bezüglich der Ehe, wie des Zölibates bzw. der Jungfräulichkeit, dass jedem immer der grundlegende Beweggrund für die Verhaltensweisen vorleuchte: „... damit ihr ehrbar und beständig ohne Ablenkung beim Herrn bleibt” (1 Kor 7,35). Ähnlich auch hebt er als grundsätzliche Voraussetzung für die Eheschließung hervor, dass sie auf jeden Fall „im Herrn” (1 Kor 7,39) geschieht.

Das bedeutet, dass die Ehe von den Aposteln ab den Anfängen an als heilige und heiligende Institution angesehen wurde. Denn auch sie soll dazu dienen, dass man „ehrbar und beständig ohne Ablenkung im Herrn bleibt(1 Kor 7,35). Das angeführte Fragment vom Ersten Brief an die Korinther hat der Hl. Paulus vielleicht aus Ephesus geschrieben – ca. 56. Es war also schon über 20 Jahre nach dem Erlösungstod des Gottes Sohnes.

Derselbe Paulus stellt aber in ein paar Jahren später in seinem Brief an die Epheser (Eph 5; Brief geschrieben wahrscheinlich von seiner ersten Gefangenschaft, ca. 61-63) einen ungemein tiefen Einblick in die Ehe dar. Zur Analyse dieses Fragmentes vom Brief an die Epheser, 5.Kap., kommen wir später über – im 8.Kap. des hiesigen sechsten Teiles unserer Homepage. Paulus zeigt dort eine eigenartige Parallele zwischen Beziehungen von Ehemann-Ehefrau – und den Beziehungen zwischen Christus-Kirche. Jesus Christus will die Kirche als die seine Geliebte erscheinen lassen, die zwar bisweilen eine sehr schwierige Braut ist, wogegen Er ihr Göttlicher Bräutigam ist: Bräutigam-vom-Kreuz. Auf diese Fragen kommen wir – wie gerade erst erwähnt – im 8. Kapitel dieses Teiles über.

Es ziemt sich aber schon hier die Frage aufzustellen: von Wem hat Paulus von solcher Zusammenstellung der menschlichen Ehe – mit der Bräutlichen Beziehung Christi zu seiner Kirche-Braut ‘erfahren’? Diese Frage lassen wir Jetztzeit ohne Antwort sein.
– Dennoch wir bemerken, dass man auf keinen Fall an der Behauptung festhalten kann, als ob es in der Apostolischen Zeit, noch in der Ursprünglichen Kirche, keine eigenartige ‘Theologie’ der Ehe gegeben hat. Denn im Fall dessen, was Paulus im Brief an die Epheser vorstellt (Eph 5), stehen wir sofort angesichts einer bodenlosen Tiefe des Geheimnisses, in das uns der Apostel Christi versenkt, der also mit dem Charisma bereichert worden ist, das zuengst mit der Offenbarung Gottes-der-Wahrheit-Treue in Konstitutiver Weise verbunden ist.
– Das bedeutet also, dass durch den Apostel in diesem Fall ein wesentlicher, d.h. konstitutiver Zuwachs des Depositums der Gottes Offenbarung erfolgt ist. Das geschah selbstverständlich in voller Übereinstimmung mit dem Willen Christi und des Heiligen Geistes, der die Kirche in immer vollkommeneres Verständnis der Wahrheit der Offenbarung einführt.

In Zusammenfassung der Zeitphase der Apostolischen Praxis der ursprünglichen Kirche könnten von der Perspektive aus der Zeit die folgenden Schlüsse gezogen werden:

(0,13 kB) Der größte Teil derjenigen, die den Glauben angenommen haben, waren schon früher mit dem Eheband gebunden. Das betrifft sowohl die bekehrten Juden, wie die Heiden. Die direkt vom Heidentum Bekehrten bildeten zahlenmäßig bald die bedeutende Mehrheit der Bekenner Jesu Christi – vor allem außerhalb von Palästina.

(0,12 kB) Die Tatsache, dass jemand das Eheleben geführt hat, bildete kein geringstes Hindernis dafür, zu gleicher Zeit Jünger Christi werden zu können.

(0,13 kB) Man hört nichts davon, dass den Bekehrten, die zuvor mit geschlossener Ehe verbunden waren, irgendwelche Pflicht auferlegt werden sollte, die Ehe noch einmal zu schließen, in dessen Kraft sie sich jetzt in eine typisch ‘christliche Ehe’ umgestalten sollte. Wenn auch keine irgendwelche Erwähnung über solche Frage in den Schriften des Neuen Testamentes gefunden werden kann, scheint doch eine Vermutung allein, dass eine solche Zeremonie bestehen könnte, von vornherein ganz unwahrscheinlich zu sein. Die früher eingegangene Ehe hat schlechterdings völlig ihre verpflichtende Kraft und Gültigkeit behalten, nur dass sie jetzt daselbst in die Wirklichkeit der vollbrachten Erlösung eingetreten ist.

(0,13 kB) Die Bekehrten, die mit der Ehe schon gebunden waren, führten das bisherige Leben in Ehe und Familie weiter – gemäß den ihr eigenen Gesetzen und Verpflichtungen sowohl mit Bezug auf sich als Eheleute gegenüber, wie auf ihre Kinder. Die Annahme des Glaubens an Christus zog dagegen außer Zweifel diese Wirkung nach sich, dass die zuvor – ob im Heidentum, oder im Rhamen der bisherigen Mosaischen Religion gültig geschlossene Ehe, daselbst die christliche Gültigkeit erlangt hat, wodurch sie auf die mit dem Werk der Erlösung umfangene Ebene gelangt ist.

(0,13 kB) Für diejenigen, die erst nach der empfangenen Heiligen Taufe das Eheband eingehen wollten, hat es anfangs wahrscheinlich keine neue Form für die typisch christliche Eheschließung gegeben. Man richtete sich darin nach dem lokalen Sittengesetz, das die Gültigkeit der Ehe und des ehelichen Einverständnisses der Nupturienten bestimmt hat. Es ging um die Ehe-Form, die sowohl vom Gewohnheitsrecht erarbeitet und praktiziert wurde, wie auch diese, die allmählich im Milieu der Bekenner Christi zu erscheinen begonnen hat.

(0,13 kB) Es ist schwer irgendetwas genaueres zu sagen über die eventuelle Zusamenschmelzung der bisherigen Formen beim ehelichen Einverständnis nach dem heidnischen Zeremoniale, oder – der Reihe nach, des jüdischen Rituale, mit dem Jetztzeit bekannten Glauben an Gott den Dreieinigen. Es scheint aber keinen Zweifel zu geben, dass allein schon die Intensität, mit der die neue Wirklichkeit erlebt wurde, wie sie mit der empfangenen Heiligen Taufe und den Forderungen des neuen Lebensstiles als Jüngers Christi verbunden war, indem sie die Bekehrten angesichts der Radikalität des Evangeliums und der Acht Seligpreisungen gestellt hat, spontan auch zum wörtlich gefassten Ausdruck der Entscheidung geführt hat, die Ehe nach den Grundsätzen der Lehre Christi zu leben.

(0,13 kB) Wenn es auch anfangs keinen empfundenen Bedarf gegeben hat, eine gesonderte Form für das eheliche Einverständnis, samt der liturgischen Umrahmung, zu verfassen, die der Wirklichkeit der vollbrachten Erlösung entsprechen würde, haben doch die Gaben des Heiligen Geistes, die in der Ursprünglichen Kirche ungemein intensiv gewirkt haben, besonders aber die Gabe des ‘Glaubens-Sinnes’ und parallel dazu die vom Heiligen Geist gewährte Gabe der ‘Analogie des Glaubens’, die Kirchliche Gemeinschaft auf den immer deutlicher bewusst gewordenen Unterschied gebracht zwischen den Forderungen der Ehe im heidnischen Stil und auch bei den Juden – und der Jetztzeit bestehenden Wirklichkeit der Erlösung, die vom Sohn Gottes Jesus Christus vollbracht worden ist. Die Besonderheit im Begreifen und Erleben dieser Wirklichkeit im Heidentum und der Mosaischen Religion – und im Gegensatz dazu: im jungen Christentum – konnte offenbar nicht sofort eine fertige, schriftliche Aufzeichnung erfahren haben. Dennoch dieses Anderssein hat außer Zweifel einen eigenen Ausdruck in der Neuen Art und Weise, wie es die Ehe zu erleben gilt, gefunden, sollte sie auch vorläufig nicht in konkrete rechtliche oder liturgische Vorschriften gefasst werden [und zumindest: der Art schriftliche Aufzeichnungen sind bis zu uns nicht aufbewahrt worden]. Das gilt sowohl für die Form der Eheschließung selbst, wie auch für das darauffolgende Leben in Ehe und Familie für den Alltag.

(0,13 kB) Zeugnis der Apostolischen Sorge um die Würde und die Ethik des Lebens in Ehe und Familie sind mehrere Anweisungen und Ermutigungen, die in den Briefen der Apostel enthalten sind (s. z.B. Hebr 13,4; Röm 12,1-21; 1 Kor 6,13-20; 13;1-8; Eph 5,2.25-32; Kol 3,12-17; 1 Petr 3,1-9).

(0,13 kB) Auch an die Ehe muss der Grundsatz angewandt werden, von dem schon ein paarmal gesprochen wurde, dass der Mensch – und auch die Kirche, erst allmählich zum reflektiven Verständnis der Wahrheit der Göttlichen Offenbarung kommt. Denn auch in diesem Bereich erfolgt die Entwicklung im Verständnis des Geheimnisses der Ehe als Sakramentes auf organische Weise, in Analogie mit dem Wachstumsvorgang bei Erkenntnissen, die im Fall des Kindes ablaufen. Das Kind ist nicht sofort ein Greis, sondern kommt langsam und stufenweise in das Jugendalter und das eines Erwachsenen über, wobei es seine Reife erst dann erreicht, wenn es die betreffende Altersstufe erreicht. Die Fähigkeit, sich selber grundlegende Fragen zu stellen betreffs des eigenen Existierens, erfolgt nur langsam. Man muss zur bedeutenden Reifungsstufe gelangen, um die Zeit zu finden und sich selber Fragen zu stellen mit Bezug auf die tiefsten Grundlagen des eigenen Lebens und seines Sinnes.
– Ähnlich ist es mit der Ehe. Sie ist Wirklichkeit, die ungemein intensiv die Gesamtheit des Menschseins von Mann und Frau engagiert, zumal sich die Ehe in Familie umgestaltet. Kein Wunder, dass die tiefere Reflexion über die Ehe überhaupt und ihr tieferes Band mit Gott eine hochangelegte Stufe der Reife und kritisches Sehen des eigenen Ich voraussetzt. Dies wird dem Volk Gottes nur allmählich gegeben werden – als Frucht des beständig in der Kirche wirkenden Heiligen Geistes, der gemäß der Verheißung Christi, „euch zur vollen Wahrheit führen wird” (Joh 16,13).

(0,13 kB) Das bedeutet, dass die Kirche unmöglich u.a. die Ehe nicht als Sakrament schon seit den ersten Weilen ihres Existierens haben konnte. Es ist von vornherein ausgeschlossen, dass irgendeines der Sakramente in der Kirche erst in der Nach-Apostolischen Zeit erscheinen konnte. Die Zunahme der Wahrheit-Treue der Göttlichen Offenbarung kam samt der Apostolischen Epoche zu ihrem Ende. Die Herkunft der Ehe als Sakramentes kann unmöglich nicht Werk des Göttlichen Gründers der Kirche sein. Die Kirche hat von Anfang an ihres Daseins auch über dieses Sakrament verfügt. Aber nur: Die Reflexion über diese, der Reihe nach, Göttlich-Menschliche Wirklichkeit begann erst sehr langsam zur Stimme zu kommen. Dies wird Werk der allmählichen Einführung der Kirche durch den Heiligen Geist, in immer vollkommeneres Verständnis der Wahrheit der Offenbarung sein. Da aber das Charisma der Wahrheit, das Petrus – in organischer Einheit mit dem Kollegium der Bischöfe erhält, das Volk Gottes und die ganzen Menschenfamilie unmöglich in ‘Irrtum’ hinsichtlich der Fragen führen kann, die mit unserer Erlösung in Christus zusammenhängen, können wir ruhig sein, dass auch in diesem Bereich: der Wahrheit der Offenbarung mit Bezug auf die Ehe als Sakrament, die Kirche von Gott mit dem Charisma der Wahrheit beschenkt worden ist, und parallel dazu mit der Gewissheit darum, was den Schatz der Offenbarung bildet.

(7,2 kB)

2. Kristallisierung einer gesonderten Ehe-Form bei Christen


(6,2 kB)

a. Die Ehe der Christen im Kontrast zur Ehe der Heiden

Aus der Tatsache allein, dass man in den ersten Jahrhunderten des Christentums die Ehe nicht mit dem Namen ‘Sakrament der Ehe’ bezeichnet hat, kann also nicht gefolgert werden, das Volk Gottes hätte dank der Gabe des ‘Sinnes des Glaubens’ und der ‘Analogie des Glaubens’ trotz allem nicht zumindest keimartig das Bewusstsein gelebt, es wäre in ihrer Gesamtheit mit dem Werk der Erlösung umfangen, und – noch mehr, es freute sich aus vielen Gründen eines ganz besonderen Status nach dem Vorhaben der – der Kirche anvertrauten Göttlichen Offenbarung. Dieses Bewusstsein musste keinesfalls klar formuliert werden. Dafür wird es noch ‘Zeit’ genug geben – nach dem Plan des Heiligen Geistes, der auf die aufeinanderfolgenden Jahrhunderte verteilt worden ist. Dass aber die Christen auf die Ehe von Anfang an auf entschieden andere Art und Weise geschaut haben, d.h. tiefer, mit Sicht die mit der vollbrachten Erlösung durchfiltriert war – in Zusammenstellung mit dem Herantreten an die Ehe nach heidnischer Kultur, von der sie gewöhnlich herstammten, zeugen vielleicht geringe, und doch charakteristische kleine ‘Lichter’ der bis zu unseren Zeit aufbewahrten Einträge verschiedener Autoren: sowohl weltlicher-laischer, wie Vertreter der Kirche, und letztlich von Päpsten.

Wie gut ist es sich unter dem Weihnachtsbaum beim Vater gefunden zu haben!
Erklärung

Unbestreitbar ist die Aussagekraft der christlichen Verschiedenheit bei der Betrachtung und beim Erleben der Ehe im Kontrast zur Ehe in heidnischer Praxis immer anderer Kulturen, an die das Christentum in seiner dynamischen Entwicklung der ersten Jahrhunderte gelangte. Der Stil der Jünger Christi beim Erleben der Ehe und der Familie bewahrte sich unabänderlich trotz des dauernd drohenden Geistes der Verfolgungen, und selbst des Märtyrertodes wegen des bekannten ‘Jesus Christus’ als Gottes und Erlösers.

Man kann leicht verstehen – und sich das erklären, dass weder das Christentum als Volk Gottes, noch das damalige Lehramt der Kirche, lange Zeit hindurch keinen Bedarf empfunden hat, irgendwelche neue Normen bezüglich der Eheschließung zu verabschieden. Das Christentum hat auf nicht gestörte Art und Weise die ehelichen Gewohnheitsnormen übernommen, die über viele Jahrhunderte lang von Traditionen der aufeinanderfolgenden Völker und Kulturen erarbeitet wurden. Die Kirche, dauernd sowohl von Christus, wie vom Heiligen Geist gelenkt, hat es verstanden, von Anfang an das Prinzip der ‘Inkulturation’ anzuwenden: das Depositum des Glaubens an immer andere geographischen und kulturellen Umstände anzupassen – ohne irgendwelche Entstellung des Glaubens selbst zuzulassen, trotzdem der Ausdruck selbst: ‘Inkulturation’ – damals noch nicht bekannt war. Auch hier sehen wir die milde, und doch mächtige Führung der Kirche durch den Heiligen Geist, der auch in diesem Bereich: „... wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch [= Christus] gesagt habe” (Joh 14,26).


1) Innozenz I. an Victoricius


Es muss bemerkt werden, dass die Ursprüngliche Kirche von Anfang an die Gültigkeit und die Erlaubtheit der Ehe anerkannt hat, die von Neu-Getauften vor ihrer Bekehrung geschlossen worden sind. Anderseits hat die Kirche den Ritus der Eheschließung gemäß der Tradition des ehelichen lokalen Gesetzes mit Bezug auf schon getaufte Neuvermählten anerkannt. Dessen Zeugnis ist u.a. die Äußerung Papst Innozenz I. (402-417), die in seinem Brief an Bischof Victoricius in Frankreich enthalten ist:


„...Satis enim absurdum est aliquem credere, uxorem ante baptismum acceptam, post baptismum non computari...
Quod si non putatur uxor esse computanda, quae ante baptismum ducta est, ergo nec filii, qui ante baptismum geniti sunt, pro filiis habebuntur”.
„Ganz absurd ist die Behauptung dieser, die meinen, die Ehefrau, die vor der Taufe geheiratet wird, nach der Taufe nicht mehr als Ehefrau zählt ...
Sollte nämlich nicht als Ehefrau diese anerkannt werden, die jemand vor der Taufe geheiratet hat, müssten ebenfalls diese als Kinder nicht anerkannt werden, die vor dem Empfangen der Taufe geboren sind”.
(s.:  Ks. Aleksander Sobczak, Sakrament Malzenstwa: Krotki rys historyczny [Sakrament der Ehe. Kurzer Abriss der Geschichte] – Fußnote 2; eigene Überstzg. S. ebd., Anführungen zu: A.SARMIENTO-J.ESCRIVÁ, Enchiridion Familiae. Textos del Magisterio Pontificio y Conciliar sobre el Matrimonio y la Familia (I-XX w.), Madrid 1992, Abkürzung: EF; die hier angeführte Fußnote: EF I,17)


Haben die Christen das Gewohnheitsgesetz und das Rituale der Eheschließung der lokalen Kulturen akzeptiert, haben sie sich doch im Leben in Ehe und Familie für den Alltag von Anfang an an die Forderungen der Lehre Jesu Christi gefügt. Diese Lehre wurde ihnen aber beharrlich vom Magisterium der Kirche unter der Jurisdiktionsführung des Petrus der betreffenden Zeit übermittelt. Oberhalb haben wir auf die beachtliche Reihenfolge ethischer Anweisungen für Eheleute und Familien aufmerksam gemacht, die mit Leichtigkeit in Apostolischen Briefen gefunden werden können (s. ob.:  Eheliche und Familäre Ethik in Briefen der Apostel).
– Das Bewusstsein um die moralischen Verpflichtungen im Zusammenhang mit ehelichem Leben entwickelte sich bei den Christen großenteils infolge der intensiv wirkenden Gabe des ‘Glaubens-Sinnes’ und der ‘Analogie des Glaubens’. Diese Gaben sind aber Frucht der Einwirkung des Heiligen Geistes, der die Kirche Christi in das immer tiefere Verständnis des Depositums des Glaubens einführt.

Wir sind uns offenbar bewusst, dass auch im Heidentum – inkraft des Natürlichen Moralischen Gesetzes, das im Herzen jedes Menschen ausnahmslos bei seiner Erschaffung eingeprägt ist, die Heiligkeit und Erhabenheit des Geheimnisses von Leben und Liebe, in die die Ehegatten hineinsenken, empfunden wurde (vgl. Benedikt XVI., DCE 4f). Es war auch ihnen schwer, nicht die besondere Nähe Gottes zu erblicken: Gottes als Liebenden Schöpfers. Dennoch mit um so größerem Bewusstsein erlebten das Geheimnis von Leben und Liebe in der Ehe die Christen. Das konnte nicht besondere Frucht der Gabe des Heiligen Geistes sein, der auf die Jünger Christi samt der vollbrachten Erlösung herabgesendet worden ist.

Daher haben sich die christlichen Ehen von Anfang an entschieden mit anderem, tieferem Erleben des Geheimnisses von Leben und Liebe ausgezeichnet, als das im Fall der Nicht-Christen geschah. Nicht umsonst sank in das Bewusstsein der Jünger Christi die Tatsache allein tief ein, dass „das Wort Gottes Fleisch geworden ist und hat unter uns gewohnt” (Joh 1,14). Das Geheimnis der jungfräulichen Empfängnis des Sohnes Gottes vom Heiligen Geist konnte unmöglich nicht ihren unmittelbaren Ausdruck im moralischen Leben der Christen finden. Sie waren sich dabei gut bewusst um die Folgen der Worte Jesu Christi, der im Geheimnis der Menschwerdung ‘irgendwie’ (vgl. GS 22) jeden Menschen ausnahmslos mit Sich vereinigt hat. Jesus hat aber nicht umsonst zu verstehen gegeben:

„Wahrlich, Ich sage euch: Was ihr einem dieser Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan ...” (Mt 25,40.45).


2) Vom Brief an Diognet

Viel sprechendes Zeugnis einer andersartigen Gestaltung des Lebens in Ehe und Familie bei Christen ist die berühmte Zusammenfassung des Lebensstiles der Christen unter den sie umgebenden Nicht-Christen, der den Nachkommen vom Autor des Briefes an Diognet gelassen worden ist. Dieses Zeugnis ist um so mehr vielsagend, dass es vom Ende des 2. Jahrhunderts kommt, d.h. aus der Zeitphase der zu Ende gehenden Epoche der Apostolischen Väter, die noch unmittelbaren Kontakt zu den Aposteln selbst gehabt haben – als konstitutiven Vermittlern der Wahrheit der Offenbarung. Außerdem geht es um die schwierige Phase der Ursprünglichen Kirche, wann das Bekennen selbst zu Christus gewöhnlich gleichbedeutend war mit Bereitschaft auf den Märtyrertod. Hier ein paar Fragmente dieses langen Zeugnisses:


„Christiani enim neque regione neque sermone neque vitae institutis distincti a ceteris sunt hominibus ...
Uxores ducunt ut omnes, liberos procreant; sed non abiciunt fetus.
Mensam communem habent, non lectum.

In carne sunt, sed non secundum carnem vivunt.

In terra degunt, sed in caelo civitatem suam habent.
Obsequuntur legibus constitutis, et suo vitae genere superant leges.

Amant omnes, et omnes eos persequuntur.
Ignorantur, et condemnantur; morte afficiuntur, et vivfificantur.
Mendici sunt, et ditant multos;
omnibus rebus indigent, et omnia illis redundant.

Dedecorantur, et inter dedecora afficiuntur gloria;

fama eorum laceratur, et iustitiae eorum testimonium perhibetur.
Obiurgantur, et benedicunt;
contumeliose tractantur, et honorem deferunt.
Cum bonum faciunt, tamquam improbi puniuntur;

dum puniuntur, gaudent, tamquam vivificentur ...

Ut autem simpliciter dicam, quod est in corpore anima, hoc sunt in mundo Christiani”

„Die Christen nämlich sind weder durch Heimat noch durch Sprache noch durch Sitten von den übrigen Menschen unterschieden. ...
Sie heiraten wie alle und zeugen Kinder, jedoch setzen die Neugeborenen nicht aus ...
Sie haben gemeinsamen Tisch, kein gemeinsames Lager.
Sie sind im Fleisch, aber sie leben nicht nach dem Fleisch.
Auf Erden halten sie sich auf, aber im Himmel sind sie Bürger.
Sie gehorchen den bestehenden Gesetzen und überbieten durch ihre eigene Lebensweise die Gesetze.
Sie lieben alle und werden von allen verfolgt.
Sie werden verkannt und verurteilt, sie werden getötet und dadurch gewinnen sie das Leben.
Arm sind sie und machen doch viele reich;
an allem leiden sie Mangel und zugleich haben sie Überfluß an allem.
Missachtet werden sie und in der Verachtung gerühmt;
verlästert werden sie und doch für gerecht befunden.
Geschmäht werden sie und segnen;
sie werden verhöhnt und erweisen Ehre.
Obwohl sie Gutes tun, werden sie wie Übeltäter bestraft;
mit dem Tode bestraft, freuen sie sich, als ob sie zum Leben geboren würden ...
Ohne Umschweife sei es formuliert: Was im Leib die Seele ist, das sind in der Menschheit die Christen ...”

(Enchiridion Patristicum, M.J.Rouet de Journel, ed.4-5, Friburgi Br. 1922. - EP 97. – Deutsche Überstzg.: http://www.glaubensstimme.de/kirchenvaeter/diognet/diognet.html
http://ivv7srv15.uni-muenster.de/mnkg/pfnuer/diognet.html )



Dieses Zeugnis hebt die moralische ‘Andersheit’ der Jünger Christi bei der Gestaltung des Lebens in Ehe und Familie hervor. Das Bewusstsein um die unternommenen moralischen Verpflichtungen infolge der empfangenen Heiligen Taufe musste bei den Getauften ungemein klar und eindeutig sein, wenn diese Hinsicht der Aufmerksamkeit der Heiden nicht entweichen konnte.

Man muss sich aber sagen, so was wäre unmöglich, wenn diese Verhaltensweise nicht direkt mit dem Sicht überhaupt der Ehe einher gehen sollte als Wirklichkeit nicht nur unternommener ‘laischer’ moralischer Verpflichtungen vonseiten dieser Zweien, die den Ehebund eingehen, sondern auch als Wirklichkeit die Heilig macht inkraft allein der eingegangenen Ehe an sich. Trotzdem die Dazusage zur so begriffenen und erlebten Ehe der erst viel später erarbeitete präzise theologische Begriff sein wird, der gerade diese Wirklichkeit in den Ausdruck: das Sakrament der Ehe fassen wird.

Das Zeugnis des Briefes an Diognet wird daselbst Ausdruck der eindeutigen Wirkung des Heiligen Geistes, der auch in diesem Bereich des Lebens der Kirche Christi: des Sakramentalen Lebens, unermüdlich zu immer tieferem Verständnis des zuerst nur ‘keimartig’ im Apostolischen Depositum enthaltenen Glaubens an die Ehe als Sakrament führt.

(8,7 kB)

(0,7kB)     (0,7 kB)     (0,7 kB)



Johannes Paul II.: Ruf an die Theologen um Einheit mit dem Magisterium
R6-44. Am Tag des eingegangenen Ehe-Sakramentes Monika-Siegmund - 2005
g. Dankbarkeit für PETRUS

B. REIFENDES VERSTÄNDNIS DER SAKRAMENTALITÄT DER EHE IN DER KIRCHE
1. Von Heiligkeit der Ehe zum Verständnis ihrer Sakramentalität
a. Noch einmal: Ankündung des Charismas der Wahrheit der Offenbarung
b. Nochmals Ausgangspunkt
c. Start der ‘Zeit’ der Kirche
R6-45. Chor zu Weihnachten, Jakarta 2006: Stelly mit Freunden und Freundinnen
d. Start der Apostolischen Praxis der ursprünglichen Kirche im Bereich der Ehe
Ethik der Ehe und Familie in Briefen der Apostel

Ethik der Ehe und Familie in Briefen der Apostel
a. Die Ehe der Christen im Kontrast zur Ehe der Heiden
R6-46. Wie gut ist es sich unter dem Weihnachtsbaum beim Vater gefunden zu haben
1) Innozenz I. an Victoricius
Tabelle: Text Innozenz I. an Victoricius
2) Vom Brief an Diognet
Tabelle: Vom Brief an Diognet