(0,7kB)    (0,7 kB)

VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

(8.840 kB


Benachrichtigung

Der Autor fasst den Mut um allein das erste und zweite Kapitel des siebenten Teiles auf den Server herunterzuladen. Sie wurden Frühling 2008 fertiggeschrieben (in rohem Zustand). Ihre Veröffentlichung kann vielleicht zu irgendwelchem Nutzen beitragen.
Die weiteren Kapitel des siebenten Teiles müssen erst allmählich geschrieben werden, wenn es der Herr haben möchte ...



Siebenter Teil

IN   GUTEN UND SCHLECHTEN TAGEN
IN EHE UND FAMILIE

Gib, Jesu, dass unser Leben Freude-Srahlen sei
lieben zu können und Gewissheit zu haben um
die Hoffnungen, von denen wir Rechenschaft
ablegen sollen
(FC 52)


4 kB


Einführung in das ‘Klima’ des siebenten Teiles

In den langen Erwägungen der bisherigen sechs Teile haben wir versucht, die grundlegenden Prinzipien einer menschlichen und nach Gottes Art unternommenen Bewertung des erwogenen Inhaltes darzustellen. Alles kreiste irgendwie, weniger oder mehr offen, um die Thematik der ‘Liebe’ in ihren unterschiedlichen Formen – mit Bezug sowohl auf Gott, wie in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, mit besonderer Berücksichtigung der gegenseitigen engagierten Nähe in Ehe und Brautzeit. Diese Erwägungen sollten versuchen Begründungen für die Annahme bestimmter Haltungen darzustellen, die deutlich an unterschiedliche Lebensberufungen des einzelnen Menschen angepasst wären.

Verfolgt aber jemand diese Erwägungen aufmerksam, wird er wohl feststellen können, dass wenn auch den Hintergrund dieser Erwägungen unbestreibar immer andere Blickpunkte der ehelichen und bräutlichen Ethik bilden, greifen sie weit außerhalb dieses beschränkten Bereiches der Wirklichkeit des Menschen. Sie stellen dauernd ein großes Tiefbohren des unergründlichen, reißenden Geheimnisses der Erlösung des Menschen, wie auch ihrer immer weiteren Folgen dar. Daher können aus der Ansammlung des reichen Inhalts dieser WEB-Site in Fülle so manche nicht gerade mit Ehe und Familie Verbundene einen Nutzen ziehen, und zwar:

(0,13 kB) sowohl Junge Leute, die vielleicht leidenschaftlich nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Lebensberufung suchen;
(0,2 kB) zweifelsohne diejenigen, die in Ehe und Familie leben, wie auch Junge Leute, die sich zur Ehe vorbereiten. Diese ist im Fall der Getauften immer Sakrament: heilige und heiligende Wirklichkeit;
(0,13 kB) eigenartig können von den hier dargestellten Inhalten Personen Nutzen ziehen, die zu Konsekriertem Leben berufen sind: ob im Priestertum, oder im Ordensleben; sowohl Männer, wie Frauen des Geweihten Lebens;
(0,2 kB) unabhängig davon kann das Gesamte der dargestellten Erwägungen zum Stoff werden, der zur Vertiefung der Sicht der gelebten Wirklichkeit – nach Gottes und des Menschen Art, auch denjenigen Personen beitragen, die die Weisheit der vorangeschrittenen Lebensphase erleben.

Wer es möchte, kann die dargelegte Beweisgründung beinahe berühren und – falls nicht voreingenommen – überlegen, ob man sie annehmen kann oder vielleicht soll, oder anderseits ob man sich ihr widersetzen soll? Wir glauben, der Verehrte Leser verspürt die ganze Zeit, dass die Argumentation, die hier gebraucht wird, keine Falschheit, noch Bestechung darstellt, um irgendeinen preiswerten Erfolg zu erreichen (vgl. 1 Petr 5,2; 2 Kor 2,17; 4,2). Sie fließt vom Herzen, das auf Jesus Christus ausgerichtet sein möchte: den Erlöser des Menschen, den „Teuen Zeugen” ... „...jener endgültigen Bestimmungen, die der Mensch in Gott selbst hat(vgl. BJ-1985,5; s. Offb 1,5). Der Autor, der hier zu schreiben versucht, möchte von Herzen die „... Freude, lieben zu können und die Gewissheit zu haben um die Hoffnungen, von denen wir Rechenschaft geben sollen” (FC 52; vgl. 1 Petr 3,15), mit jedem Menschen teilen.

Gerade von diesem Quell, d.h. der tiefsten Überzeugung, deren Gewissheit auf der Treue der Lehre der Kirche Christi beruht, die sich an der unvergänglichen Verheißung des Erlösers und der Gabe des Heiligen Geistes freut, schöpfte bisher und möchte weiter die hier dargestellte Sicht der Würde und Berufung des Menschen schöpfen.
– Sie berührt ständig von sehr nahe her u.a. die Verhaltensweisen des Menschen in ganz besonders empfindsamem Bereich: seines Ausmaßes als Menschen-eines-Mannes, Menschen-einer-Frau. Gott hat in das so unterschiedliche Menschsein die unabtrittbare Würde der Person eingeprägt, die sowohl in ihrem männlichen, wie weiblichen Körper zum ewigen Leben berufen ist.

Niemand kann leugnen, dass gerade diese Hinsicht des Menschseins, die untrennbar sowohl mit der letztlichen Bestimmung des Menschen, wie auch mit seinen Beziehungen zu Mit-Menschen verbunden ist, sehr auf Verwundungen anfällig ist. Mehr denn in anderen Bereichen des Lebens kann man sich selbst und die anderen an der Herrlichkeit „menschlicher Lösungen” täuschen – im Gegenteil zu diesen, die dem Menschen die „Liebende Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) angeboten hat. Jene „menschliche Lösungen” werden entweder über das weniger oder mehr bewusst gewordene Übergehen „Gottes Lösungen” erreicht, die auf unabwischbare Art und Weise im Herzen eines jeden Menschen eingeprägt sind, d.h. über solche Lebensweise, als ob es „Gott nicht gäbe” (SacrC,77; so war die Sünde der Aufbauer des Turmes Babel: Gen 11,1-9), oder auch infolge eines beabsichtigten Handelns „Gott zum Trotz” (RP 14), d.h. einer aufständischen Zurückweisung „Gottes Lösungen” in diesem Bereich (zur Erinnerung, s. den Titel der hiesigen WEB-Site: „Dass die Liebe – Liebe sei. Der Liebe – menschliche und Gottes Lösungen”).

Die hier angebotene Argumentation stellt freilich nur eine der möglichen Versuche dar, den nicht immer leicht anzunehmenden Stil der Gestaltung gegenseitiger Beziehungen zu beleuchten – aufgrund der Gottes Sicht, wie ‘Liebe’ gestaltet werden sollte. Ein anderer Verfasser würde dieselben unveränderlichen Prinzipien mit Hilfe einer anderer, mehr und leichter sprechender Argumentation begründen. Wir konnten uns allerdings schon mehrmals überzeugen, dass alle Handlungen, die vom Stil des ‘Liebens’ abweichen, wie er vom Schöpfer und Erlöser des Lebendigen Ebenbildes Gottes angeboten worden ist, unentrinnbar nicht nur die gesuchte ‘Liebe’ zerstören, sondern – schlimmer, den Menschen selbst.

Wie schwer ist es aber dem Menschen, allerschlichteste Schlüsse zu ziehen von immerwährend sich bestätigender ‘Geschichte’ der Sünde: ob dieser allgemeinmenschlichen, oder auch dieser persönlichen! Die Geschehnisse des Menschen sind eine dauernde Kette von Widerspruch dem scheinbar treffenden lateinischen Diktum:
Historia – magistra vitae: Die Geschichte ist Lehrerin des Lebens”.
Sollte sich dieser Spruch selbst einmal bestätigen, geschieht es erst eher von weiter Perspektive aus – als Schluss, der leider nur negativ verstanden werden muss:
Wie Schade, dass damals von der Geschichte der Niederlage des Menschen und ihrer Gründe
keine Schlüsse gezogen worden sind
”.

Allerdings auch dieser Schluss wird sich als nur sehr kurzfristige Feststellung erweisen. Die nächste Generation wird fast 100 Prozent sicher genau auf selbe Art und Weise handeln, wie es die früheren Geschlechter getan haben ...

Dem Bösen, d.h. Satan, gelingt es immer wieder ungemein leicht „die ganze Erde zu verführen(vgl. Offb 12,9). In nächster Reihe blockiert er den Zugang zu Mitteln, die es dem Lebendigen Ebenbild Gottes möglich machen würden, sich Gott aufzuschließen, so dass es zu „Zwei-zu-Einem-Fleisch” werde mit Dem, der ihn bei der Berufung ins Dasein gleichzeitig unwiderruflich zum ewigen – Leben berufen hat. Jeden Menschen: Mann und Frau, bereitet sich doch der Sohn Gottes, als den Erlösten um den Preis seines Göttlich-Menschlichen Blutes – zu seiner Mystischen Braut, wobei Er selbst für sie „Bräutigam-vom-Kreuz” bleibt – im ewigen Eins des ihr angebotenen seines Lebens und seiner Liebe im „Haus des Vaters” (Joh 14,2). Allerdings ein so schwindelerregendes Angebot muss vonseiten der Gerufenen – angenommen werden, samt der damit zusammenhängenden Bedingungen: „Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt ...” (Joh 14,21).



Somit stehen wir an der Schwelle der nächsten Stufe unserer vorgenommenen Erwägungen: des beginnenden siebenten Teiles der hiesigen WEB-Site. Wir möchten uns in diesem Teil auf einem Hand voll auserwählter Schlüsse sammeln, die vom bisher dargestellten, nicht spärlichen Stoff, zu fließen scheinen. Zum zurzeit noch nicht allzu erkanntem führenden ‘Stern’, der den nächsten Erwägungen vorleuchten möchte, scheint die nicht leichte Thematik des allergewöhnlichsten ‘Zuhause’ zu sein. Dort spielt sich das graue, alltägliche Leben ab: in Ehe und Familie. Es wird uns aber um das ‘Zuhause’ in seiner Gottes – und erst so auch menschlicher Sicht gehen. Es wird also das ‘Haus’ betreffen, wo Mann und Frau durch das empfangene Sakrament des Ehebundes gerufen sind, die ihnen aufgetragene Sendung zu erfüllen: das ‘Haus’ für den Alltag als zu gleicher Zeit eine „Haus-Kirche” zu gestalten.

Kein Menschenleben kann auf allein ‘Herleben-des-Lebens’ beruhen. Es beschränkte sich dann auf Befriedigung nur der angeborenen vegetativen Bedürfnisse, also der Physiologie – und nichts darüber hinaus. Der Mensch ist aber Person! Er ist – zurzeit gleichsam noch nicht entfaltete Knospe einer unwiederholbaren ‘Blume’. Die Qualität des angenommenen Lebensstils wird für diesen Menschen-Knospe die ihm einmalig geschenkte ‘Zeit’, binnen der er für sich das „Brautgewand” für das ewige Leben vorbereiten soll (Mt 22,11f). In ihm wird einmal jeder als die zum „Hochzeitsmahl, das der König seinem Sohn ausgerichtet hat(vgl. Mt 22,2) – eingeladene „Braut: die Frau des Lammes” (Offb 21,9) stellen; offenbar als ‘Braut’ in Gottes Bedeutung dieses Wortes. Wie freudevoll für Himmel und Erde wird dann das „Halleluja” (Offb 19,1-7) dieser aller ertönen, von denen das Geschriebene-Wort-Gottes in seinem Letzten Buch spricht – in Antwort auf die damals gestellte Frage:

„Da fragte mich einer der Ältesten [= vom Geleit der Erlösten, die unmittelbar ringsum den Thron Gottes stehen]:
Die in weißen Gewändern wer sind sie und woher sind sie gekommen?’ – Ich erwiderte ihm:
‘Mein Herr, du weißt es’. Und er sagte zu mir:
‘Das sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen: sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Darum stehen sie vor dem Thron Gottes ...
Denn das Lamm in der Mitte wird sie weiden und zu den Quellewassern des Lebens führen: und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen’ ...” (Offb 7,13ff.17).

So wird das nicht trügerische, und unzerstörbare Finale sein, wenn der Mensch die ihm zum Fruchtbringen geschenkte ‘Zeit’ klug verwendet: die zeitweilige, als Vorbereitung gedachte Phase für das ewige – Leben. Diese ‘Zeit’ gilt als beharrliche Vorbereitung zur definitiv Gewonnenen des Hochzeitsmahls im „Haus des Vaters” zu gestalten, u.a. über das Leben in Ehe und Familie als „Haus-Kirche”. Dieses Leben spielt sich nicht selten als erduldete „große Bedrängnis” ab (vgl. Joh 16,33; Offb 7,14; 12,11; usw.). Es geht um die Lebensmühsal, voller Widerwärtigkeiten und Verfolgungen, die im Prinzip Geschick eines jeden Jüngers des Meisters von Nazaret sind: des Messias-Lammes-Bräutigams (s. ob.: Jesus: Messias – Lamm – Bräutigam).

Aber derselbe Menschensohn, Jesus Christus, sagt von sich selbst im Buch der Offenbarung: „Ein Toter bin ich gewesen, doch nun bin Ich lebendig in alle Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt(Offb 1,18). Jesus befiehlt niemals etwas, was Er nicht zuerst selbst, in aller Bitterkeit – erfahren würde: sowohl des physischen Leidens, wie dieses für das Geschöpf unaussprechlichen Schmerzes: seiner Liebe als Gottes-der-Liebe, die vonseiten des Geschöpfes niedergetreten wird. Er hat der erste das Kreuz getragen und ist auf ihm in Qual gestorben. Ihm steht das volle ‘Recht’ zu denjenigen sagen zu dürfen, die tatsächlich das ewige Leben zu erreichen vorhaben: „Wer Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach” (Lk 9,23; vgl. Mt 10,38; 16,24; Mk 8,34).

Wir stehen zurzeit noch weiter auf der Stufe der abzulegenden Prüfung, was die Qualität unserer Liebe betrifft: sowohl dieser zu Gott, wie den Nächsten. Von ‘Liebe’ werden wir einst abgerechnet werden: sie ist „die größte im Gesetz” (Mt 22,36.38; 1 Kor 13,13). Das Bestehen dieser ‘Probe-Prüfung’ wird von Tag zu Tag Vorbereitung und Beschmückung des eigenen ‘Gewandes der Ewigkeit’. Es wird genau so sein, wie die Taten und Verhaltensweisen des betreffenden Menschen waren: „gut oder böse” (2 Kor 5,10; Joh 5,29; s.dazu IncM 10). Daran knüpft u.a. der Völkerapostel Paulus an:

„... Wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird [= irdischer Leib; das Leben in ‘Bedrängnis’ der Widerwärtigkeiten und Verfolgungen], so erneuert sich doch der innere von Tag zu Tag [= das innere Leben des Menschen, gestaltet nach dem Gewissen, das auf die Stimme Gottes hinhört]. Denn unsere augenblickliche geringfügige Trübsal erwirkt uns in überströmender Fülle eine alles überwiegende, ewige Herrlichkeit, wenn wir den Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare richten ...
– Denn wir wissen, dass wir, wenn unser irdisches Wohnzelt abgebrochen wird, einen Bau von Gott empfangen, ein nicht von Händen errichtetes, ewiges Haus im Himmel. Und eben darum seufzen wir und sehnen wir uns danach, mit unserer vom Himmel stammenden Behausung überkleidet zu werden, dass wir, so überkleidet, nicht nackt erscheinen ...
– Darum setzen wir auch unsere Ehre ein, Ihm zu gefallen ...” (2 Kor 4,16f; 5,1ff.9).

Diesen Teil, in den wir sogleich einzutauchen vorhaben, wollen wir in ein paar sich aufdrängende Themeneinzelheiten einschließen.
– In den zwei ersten Kapiteln haben wir vor, noch einmal auf dem harten Boden der Theologie der Erlösung stehen zu bleiben. Wir möchten dabei ganz besonders an Christus anknüpfen als „Bräutigam-vom-Kreuz” unter Brautleuten: jedem Ehepaar.
– Als weitere Folge und Auswirkung dieses Blickpunkts der Offenbarung Gottes erscheint die Frage danach, wie die Heilige Schrift, zumal des Neuen Testamentes, die Verbindung sieht zwischen Jesus Christus dem Messias-Lamm-Bräutigam – und dem Leben von zwei Brautleuten, einem Ehepaar, das kraft des empfangenen Sakramentes die Verantwortung annimmt für die Gestalt ihres ‘Zuhause’ als eigenartiger „Haus-Kirche”.
– Die weiteren Kapitel müssten sich entfalten in Richtung praktischer Anwendungen der erlebten Wirklichkeit der Erlösung an konkrete Zeiten „guter und schlechter” Tage eines Lebens in Ehe und Familie.
– Hier der vorläufige Abriss der Kapitel und Themen des beginnenden siebenten Teiles unserer Homepage:

(0.15 kB)  Der Gottes Bräutigam in Hingabe der Braut seiner Selbst am Kreuz ‘bis zum Letzten’.
(0,6 kB)Treue in Liebe: dass die Braut nicht verloren geht, sondern das ewige – Leben hat (1. Kap.);

(0.15 kB)  Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam mit ihnen ist?
(0,6 kB) Der Bräutigam-vom-Kreuz und die Kleine Haus-Kirche der Ehe-Familie (2. Kap.);

(0.16 kB)  In guten und schlechten Tagen der Familien-Kommunion.
(0,6 kB)Heiliger Geist, der Du die Elternschaft Mariä und Josef bewirkst, beschenke unserer Ehe mit heiliger Fruchtbarkeit (3. Kap.);

(0.15 kB)  In guten und schlechten Tagen der Ehe-Kommunion.
(0,6 kB)Du hast uns, Jesus, zur Einheit und Treue-in-Liebe berufen: gewähre, dass wir lieben – mit Deiner Treue-in-Liebe (4. Kap.)


(8,8 kB)

Erstes Kapitel

DER GOTTES BRÄUTIGAM IN HINGABE DER BRAUT
SEINER SELBST AM KREUZ
„ ... BIS ZUM LETZTEN”
Treue in Liebe: dass die Braut nicht verloren geht,
sondern das ewige – Leben hat

(5 kB)

Einleitung in das erste Kapitel

In diesem Kapitel, dem ersten des beginnenden siebenten Teil unserer WEB-Site, möchten wir an die letzten Erwägungen des vorangegangenen Teiles anknüpfen. Dieser Teil war der Sakramentalität des Ehe-Bundes gewidmet.
– In diesem Kapitel möchten wir wiederholt den Dreieinigen anblicken, allerdings jetzt ein wenig anders, als es bisher war. Gott ist nämlich nicht nur Schöpfer, sondern auch Erlöser seines Lebendigen Ebenbildes: Mann und Frau. Der Sohn Gottes zeigt an sich selbst den tödlichen, und doch freudevollen Ernst der Wirklichkeit, wie sie ‘Liebe’ ist, und mit ihr bezeichnet wird.
– Den Erwägungsstoff verteilen wir aus praktischen Gründen in folgende Sektionen:

(380 kB)  A. Die Ehe – Gottes Eigentums-Domäne
(349 kB)  B. Jesus in seiner Hingabe zur Speise und zum Trank
(376 kB)  C. Ankündungen des dramatischen Lebensfinales Jesu
(370 kB)  D. Vermählung des Gottes Bräutigams-vom-Kreuz mit der Kirche-der-Braut
(369 kB)  E. „Ich aber, wenn Ich von der Erde erhöht bin, werde alle an Mich ziehen”
(372 kB)  F. Die Heiligste Trinität im Leiden des Sohnes Gottes
(354 kB)  G. Hochzeitsmahl Jesu, des Gottes Bräutigams-vom-Kreuz
(361 kB)  Resümee: Jesus der Bräutigam-vom-Kreuz

(6,1 kB)

A.    DIE EHE – GOTTES EIGENTUMS-DOMÄNE

(3.5 kB)

1. Gottes Besitztum: heiliges Terrain


Es ist schwer zum grauen Alltag des Lebens in Ehe und Familie umzuschalten, ohne nach den Betrachtungen tief in Gedanken versunken zu bleiben, die Inhalt des gerade beendeten Teiles gewesen waren, zumal seiner Bekrönung in Gestalt des Endabschnitts seines 8. Kapitels. Wir verstehen besser, dass die Ehe wahrhaft heiliges Terrain ist. Man darf es nicht mit ‘unreinen’ Schuhen betreten (vgl. Ex 3,5): flach, gedankenlos, noch um so mehr mit Aufmerksamkeit, die auf allein ihre ‘genussmäßige’ Seite eingeschränkt wäre.

Ein bedeutender Teil der Brautpaare kann geistig zur Größe des Geheimnisses der Ehe nicht gewachsen sein um die Zeit, da sie öffentlich – angesichts Gottes und der Gesellschaft – den in ihrem Leben durchbrechenden, unwiderruflichen Ehe-Konsensus zum Ausdruck bringen, das ihren Ehe-Bund besiegelt. Ab nun an werden sie Ehepaar und schreiten in den Ehestand ein.

So manche Brautleute – und nachher Eheleute, scheinen die Mühe nicht zu unternehmen, um die Wirklichkeit der Ehe auf „heilige und makellose” Art und Weise zu erleben (vgl. Eph 5,27), wie es mit Kraft der hl. Paulus der Apostel hervorhebt; noch dass ihre Ehe tatsächlich „im Herrn” geschlossen wird (1 Kor 7,39). Solche Paare scheinen die an sie beinahe ununterbrochen gesendeten Signale, die vom Gottes „Bräutigam-vom-Kreuz” (vgl. MuD) herkommen, zu übergehen. Dieser zeigt ihnen an sich selbst, wie tödlich ernstes Anliegen es zu lieben: ist, mit seinem ganzen Selbst. Und was das bedeutet: Person-Gabe „... bis zum Letzten” zu sein (vgl. Joh 13,1).

Das soll aber keineswegs heißen, dass wenn eine so große Anzahl von Braut- und Ehepaaren ihr Verbundensein flach erleben, die übrigen Braut- und Ehepaare auf ihren Spuren folgen sollen – ohne sich die Mühe zu geben, ihr inneres Leben zu diesem Angebot emporzuheben, das mit aller Feinheit seiner – an den freien Willen der Eheleute sich wendenden Liebe, aber auch mit aller Unbeugsamkeit seiner folgerichtigen Liebe-vom-Kreuz, jeden nächsten Zweien der Schöpfer selbst von Mann und Frau darstellt. Derselbe Schöpfer des Weltalls und des Menschen ist zugleich Schöpfer der Ehe selbst und der untrennbar mit ihr zusammenhängenden inneren Friedensordnung der ehlich-familiären Beziehungen.

Unabhängig von irgendjemandes ‘Meinung’ im Zusammenhang mit der eigenen – wie es manche sich selber und anderen einreden – strikt ‘privaten Freiheit’, was ihre Zusammenfügung in Freundschaften und ‘Auswahl solcher Art und Weise zu lieben, die ihnen gerade ... entspricht’, war die Ehe niemals ‘weltliche’ Institution, und wird es auch nie werden. Diese Tatsache, als ursprüngliche angesichts der Ansicht irgendjemandes, unterliegt keiner willkürlichen ‘Meinung’ ob eines privaten Menschen, noch irgendeiner öffentlichen Autorität: im Staat oder auf internationalem Forum. Die Ehe ist „ab Anfang an” Gottes Eigentums-Domäne. Folgerichtig ist sie von menschlicher Willkür und Jurisdiktion schlechterdings ausgenommen. In der Wirklichkeit aber der vollbrachten Erlösung, d.h. angefangen vom Erlösungs-Tod des Sohnes Gottes und Menschen-Sohnes zugleich am Kreuz – es geschah an jenem schauderhaften, und doch hinreißenden Tag des 14. Nizan im Jahr 28 ‘unserer Ära’, ist die Ehe zur Würde des Sakramentes der Kirche Christi erhoben worden. Denn in der Wunde der durchbohrten Seite des Sohnes Gottes am Kreuz „haben ihren Anfang genommen die Sakramente der Kirche” (Präfation vom Herzen Jesu).

Es ist offenbar klar: Gott nötigt sein Lebendiges Ebenbild: Mann und Frau, niemals zur Befolgung seiner Gebote, noch zur Verhaltensweise nach der moralischen Friedensordnung, die Er ins Gewissen eines jeden Menschen eingeprägt hat. Es folgt aber früher oder später die individuelle Abrechnung vor Jesus Christus u.a. mit Bezug auf das sich deutlich bewusst gewordene, und vielleicht nicht minder bewusst ignoriert gewordene Gottes moralische Gesetz. Diese Feststellung wird hier nicht ‘auf Zuwachs’ berechnet, noch um irgendjemanden einzuschüchtern beabsichtigt. Es bedeutet schlechterdings das Stehenbleiben auf dem Boden der Wirklichkeit, die mit Klarheit der Offensichtlichkeit kommt – mit Bezug sowohl auf Glaubende, wie auch diese, die vom wahren Gott nie gehört haben, oder auch es wurde ihnen ein von Grund aus entstelltes Bild Gottes eingesprochen.

Es soll schlechterdings als freudevoll engagierende Tatsache zur Kenntnis genommen werden: die Ehe ist heilige – und folgerichtig: heiligende Wirklichkeit. ‘Heiligend’ selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Eheleute diese Wirklichkeit als eine sie beiden mobilisierende Chance auf sich nehmen, die ihre Mitarbeit mit der Gnade des Sakramentes herausfordert. Als Sakrament des Neuen und Ewigen Bundes Gottes mit dem Menschen – trägt die Ehe an sich die Gnaden der Erlösung samt ihrer insbesonderen Anpassung an das Leben in Ehe und Familie.

So war die Ehe „ab Anfang an” (vgl. Mt 19,4.8), seitdem der Mensch: Mann und Frau auf Erden erschienen ist. Sie wurde erschaffen – und über alle Tausende Jahre jeden nächsten Zweien zum Geschenk gegeben, die Gott zur Annahme des Rufes zum Leben im Ehebund gerufen hat – im Rahmen zuerst des Ur-Sakramentes der Schöpfung. Allerdings ab der Tatsache an, als die „Fülle der Zeit” gekommen war, hat der Sohn Gottes Jesus Christus die bisherige Würde und Gnade der Ehe und der von ihr herkommenden Familie nicht nur in Fülle bestätigt, sondern Er hat sie unvorstellbar erhöht, indem Er sie in sich als den Weinstock eingeimpft hat (vgl. Joh 15,1-5), der Frucht bringt, die in das ewige Leben mündet. So ist die Ehe zu einem der grundlegenden Kanäle geworden, die die Gnaden der Erlösung vermitteln sollte. Denn Jesus Christus hat das Gesamte des vollbrachten Erlösungswerkes – zur Verwaltung der von Ihm gegründeten Kirche aufgetragen, die daselbst „gleichsam Sakrament”: geworden ist: „... Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott, wie für die Einheit der ganzen Menschheit” (LG 1).

Gerade als besondere Gottes Domäne war die Ehe und bleibt für immer von menschlicher Zuständigkeit ausgenommen, was ihre wesentlichen Eigenschaften angeht. Die gesellschaftliche und staatliche Macht ist betreffs der Ehe und Familie aufgrund Gottes Willen beschränkt auf zivile Folgen, die vom geschlossenen Ehebund fließen als der grundlegenden Zelle des Lebens der menschlichen Gesellschaft. Die Gesellschaft und die Zivilmacht, in deren Gemeinsames Wohl die Institution der Ehe und Familie ihren mit nichts ersetzbaren Eintrag hineinbringt, ist kraft der Gerechtigkeit und Liebe – in einfacher Rechnung der Gegenseitigkeit verpflichtet, diese nicht selten sehr hinfällige und vielfach nicht ausreichende soziale Zelle zu schützen und sie zu unterstützen, zumal die Gesellschaft selbst ohne sie zu bestehen überhaupt nicht imstande ist.

(3.5 kB)

2. Der zunehmende Kampf um das ‘Walten über die Seelen’:
der Ehe und Familie


Indessen wir bemerken voller Verwunderung, aber auch steigender Unruhe, dass die Zivilmacht verschiedener Reiche und Verfassungen sich das Recht anmaßt, einen immer anderen Bereich des Lebens der Ehe und Familie an sich in Besitz zu reißen. Sie nötigen diese Institution, auch wenn sie ursprünglich im Verhältnis zu jeder gesetzgebenden Macht (s. EV 91) ist – dazu, dass sie die ihnen von oben aufgedrungene Abmachungen annehmen. Besondere diesbezügliche Ansprüche stellen diese politischen Optionen auf, die im Namen irrsinniger ideologischer Voraussetzungen die Verstaatlichung aller Sektoren des gesellschaftlichen Lebens anstreben, indem sie sich als allmächtige Besitzer auch der Institution der Ehe und Familie und der einzelnen Bürger finden, darunter vor allem der jungen Generation.

Die Ehe und Familie werden in vielen Ländern Versuchsgelände eines immer verbisseneren Kampfes um das ‘Walten über die Seelen’ (vgl. ob.:  Der Königliche Weg: Das ‘Walten über die Seelen ...’ zu gewinnen). Bei diesem Kampf verwenden die Machtträger in der Regel eine sophistische Argumentation, die in letztlicher Abrechnung auf nicht verheimlichte Art und Weise die Zerstörung der Ehe und Familie abzielt. Mit besonderer Raffinesse wird der „Krieg der Mächtigen gegen die Schwachen (EV 12; ebd, 17.19.59f) auf diesen Stufen des Menschenlebens geführt, wann es ganz schwach und wehrlos ist, anvertraut der liebenden Sorge vonseiten der Ehe, Familie, und offenbar selbst der Gesellschaft.

Bei gegenseitigen Beziehungen: zwischen der Staatsmacht – und Ehe-Familie kommt es des Öfteren zum schwer zu begreifenden Paradox. Die Ehe und Familie, die sie ‘Selbst’ bleiben möchten, indem sie weiter dem Gemeinsamen Wohl des Vaterlandes und der Welt dienen möchten, werden gezwungen sich zusammenzuschließen, wiewohl das in ihren Umständen keineswegs leichte Aufgabe ist, um gemeinsam um ihre ursprünglichen, unverletzbaren, unabtrittbaren und unabdingbaren Rechte zu kämpfen – gegen die Macht des eigenen Staates, und selbst internationaler Organisationen. Diese Institutionen reißen an sich eine Macht, über die sie nicht verfügen und die ihre Befugnisse entschieden überschreiten. Sie ordnen Verfügungen an, die, indem sie sich der moralischen natürlichen Friedensordnung widersetzen, von vornherein ungültig sind und zur Unternahme keiner Handlungen bevollmächtigen (s. EV 90; ebd, 73). Da sie aber über die Kraft verfügen, nötigen sie gegen das Gewissen Verordnungen auf, die eine Reihenkette von Ungerechtigkeit darstellen und angesichts derer in Gottes Angesicht und der personalen Würde des Menschen der „Widerspruch des Gewissens” einspringen soll (vgl. EV 89). Die Machttragenden sehen über den Sinn des eigenen Existierens und das Mandat hinweg, das sie von der Gesellschaft – und letztlich von Gott erhalten haben: ihren Dienst zur Zunahme des Gemeinsamen Wohls auszuüben. Folgerichtig fördern sie nicht nur das Leben nicht, noch wehren sie es, sondern scheinen alles zu tun, dass das Leben im Keime selbst erstickt wird.

So sind die Höhepunkte der Perfidie dessen, der der Böse ist: Satan. Er scheint weiter straflos „die ganze Welt zu verführen(Offb 12,9). Er redet den Menschen ein – in diesem Fall der Schicht der Köpfe, die die Verantwortung für das Geschick der Welt und die Staaten tragen, dass Vernichtung des Lebens – offenbar fremden Lebens, den Höhepunkt der errungenen „Freiheit von den Geboten” darstellt (vgl. VSp 64). Es geht um diesen Gott, der nach ihnen der Nicht-Gute ist, wenn Er in die Natur des Menschen auf unabwischbare Weise u.a. die innere Friedensordnung der Ehe, Familie und Liebe eingeprägt hat. Denn diese Friedensordnung der ‘Liebe’, die der Schöpfer jedem Menschen in der Stunde seiner Empfängnis einprägt, steht im Widerspruch zu jenen Trugbilder der Freiheit, die in täuschend anziehendem Gewand dem Menschen dieser vorspielt, der Gott, und folgerichtig Mann und Frau als Gottes Lebendigem Ebenbild, nur das eine zu sagen entgegenstellt: „Dir, Gott, werde ich nicht dienen (vgl. Jer 2,20)! Dein Werk, Gott, werde ich mit aller Verbissenheit auf systematische Weise vernichten ...!”

(3.5 kB)

3. Gott im Leben- und Liebe-Sieg


Wir sind uns zweifelsohne bewusst, dass das ‘letzte Wort’ niemals Diesem gehört, noch gehören wird, der der Böse ist. Noch zum Menschen, der sich von Diesem trennt, der von Anfang an für ihn die „Liebende Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) und sein Erlöser geworden ist. Gott der Dreieinige ist „Freund des Lebens” (Weish 11,27) – weil Er gleichsam ‘früher’ – Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,19).
– In totalen Gegensatz zu Gott stellt sich Satan. Dieser hasst mit seinem ganzen Selbst ... sowohl das Leben, wie die Liebe. Satan „... freut sich über den Tod(EV 53; Weish 1,13; 2,24; Joh 8,44). Er ‘bezahlt’ auch reichlich – mit Tod diejenigen aus, die ihn – Gott zum Trotz – hören. Wie treffend hat das der Völkerapostel formuliert: „Denn der Lohn der Sünde ist – der Tod ...” (Röm 6,23).

Johannes Paul II. wird aber in seiner Enzyklika Evangelium Vitae (1995) schreiben, u.a. zur Stärkung der Verfolgten und jener, die Ungerechtigkeit zu erdulden haben – im Anschluss an den Erlösungstod Jesu Christi, in dem der Sohn Gottes und Menschensohn zugleich endgültig sowohl die Sünde, wie den Tod besiegt hat, diese zwei Wurzeln allen Übels in der Welt:

„Das Blut Christi offenbart ... dem Menschen, dass seine Größe [= des Menschen], also seine Berufung in der uneigennützigen Hingabe seiner Selbst besteht. Gerade weil das Blut Jesu vergossen wurde als Gabe des Lebens, ist sie nicht mehr Zeichen des Todes und der endgültigen Trennung von den Brüdern, sondern Werkzeug der Kommunion, die allen das Leben in Fülle verleiht. Wer im Sakrament der Eucharistie dieses Blut trinkt und in Jesus verharrt [Joh 6,56], wird mit hineingenommen in die Dynamik seiner Liebe und des Opfers des eigenen Lebens, so dass er die ursprüngliche Berufung zur Liebe erfüllen kann, die jedem Menschen eigen ist [Gen 1,27; 2,18-24].
– Vom Blut Christi schöpfen alle Menschen auch die Kraft zum Einsatz in Verteidigung des Lebens. Gerade dieses Blut ist das stärkste Zeichen der Hoffnung, und sogar das Fundament der absoluten Gewissheit dafür, dass nach Gottes Vorhaben das Leben siegen wird.Der Tod wird nicht mehr sein’ – ertönt die laute Stimme, die vom Thron Gottes im himmlischen Jerusalem erschallt [Offb 21,4]. Und der hl. Paulus versichert uns, dass der heutige Sieg über die Sünde Zeichen und Ankündung des endgültigen Sieges über den Tod ist, wenn ‘sich das Wort der Schrift erfüllen wird: Verschlungen ist der Tod in den Sieg. Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?’ [1 Kor 15,54f] ... ” (EV 25).

Gott hat guten Bescheid gewusst, warum Er in der Glut seiner Liebe, die mit ihrer Dynamik unaufhaltbar zur Mitteilung ihrer Selbst als Liebe-Leben vorandringt, den Menschen erschaffen hat – gerade als geschlechtlich unterschiedlichen: als Mann und Frau. An diese spannende Frage haben wir schon gegen das Ende des vorigen Teiles angeknüpft (s.:  Tiefe des Sinnes der Unterschiedlichkeit des Menschseins: in männliches und frauliches). Der Bedarf des ‘Herzens’ Gottes, das gleichsam nicht mehr in sich allein bleiben und nicht mehr für sich allein Glückseligkeit sein konnte, ist an dem Urquell seines Liebe-Vorhabens als Beweggrund gestanden. Dieses aber strebt danach, jemanden außerhalb seiner Selbst als des Dreieinigen – auf Bräutliche Art und Weise zu lieben, der fähig wäre, die Liebe Gottes anzunehmen – und sie mit ebenfalls bräutlicher Liebe zu erwidern, inwiefern es möglich sein wird im Rahmen eines Geschöpfes, das daselbst Person sein muss. Solches Geschöpf, herausgerufen vom Nicht-Existieren zum Dasein um „... seiner Selbst willen(s. GS 24) als Beweggrundes, und zugleich als Lebendiges Ebenbild Gottes, der es erschaffen hat, ist der Mensch geworden – Mensch in seiner geschlechtlichen Unterschiedlichkeit.

(3.5 kB)

4. Das Vorhaben, die Liebe Gottes über die Ehe
zu versichtlichen



Indem sich Gott an das, dem Menschen eingeprägte Können erniedrigt hat: zu lieben und die Liebe zu erwidern, und dabei weiter, nach dem Muster seiner eigenen Kommunion der Drei Gottes Personen – an seine „Fähigkeit und Verantwortung für Liebe und Gemeinschaft(vgl. FC 11) angepasst hat, hat Gott den Menschen als Mann und Frau erschaffen. Ihr beiderseitiges Verwiesensein aufeinander und ihre Sehnsucht nacheinander, zumal es die Ehegatten betrifft, soll nach Gottes Vorhaben dem Menschen gegenüber die Rolle eines fortwährenden ‘Transmissionsriemens’ spielen dieser gleichsam untröstlichen Liebe und Sehnsucht, die auf seine Gottes Art und Weise Gott der Dreieinige erlebt. Wenn nämlich Mann seine Frau liebt und sich nach ihr sehnt – und umgekehrt, wie unvorstellbar mehr intensiv muss die Gottes Liebe und Sehnsucht sein nach einem – auf seine Gottes Art und Weise erlebten und verwirklichten „Zwei-zu-Einem-Fleisch”-Werden, offenbar mit Anpassung an die menschlichen Möglichkeiten eines Bräutlichen „Zwei-zu-Einem-Fleisch” mit Gott selbst! Es geht um die Vereinigung für immer seiner Selbst – als des Dreieinigen, mit diesem Geschöpf seiner Vorliebe: dem Menschen. Wir sind uns dessen bewusst, dass Gott gleichsam ontologisch genommen [seinem Wesen und Sein nach] nicht mit anderer Liebe ‘zu lieben’ imstande ist, als nur mit Bräutlicher Liebe – in ihrer Gottes begriffenen und verwirklichten Art und Weise.

Diese entzückende, nicht trügerische Wirklichkeit haben wir im vorigen Teil unserer WEB-Site darzustellen versucht. Er strebte mit einem weitangelegten, aber systematischen Strom nach seiner Bekrönung im Endabschnitt des letzten Kapitels (VI.Teil, 8.Kap., Abschnitt ‘D’). Und zwar, die Ehe und die sakramentale Vereinigung selbst von Mann und Frau ist nach dem Vorhaben Gottes Liebe „von Anfang an”, und um so mehr in der Wirklichkeit des Neuen Testamentes – ein ganz besonderes, immerwährend lebendiges „Bild und Zeichen des Bundes, der Gott mit seinem Volk” verbindet (FC 12) und zugleich „Realsymbol der Vereinigung Christi zu seiner Kirche, der Vereinigung, die nicht zeitlich begrenzt ist oder nur ‘auf Probe’ gilt, sondern treu bleibt für die ganze Ewigkeit ...” (FC 80).

Kein Wunder, dass aufgrund der Daten sowohl von der Heiligen Schrift, wie auch der unveränderlichen Lehre der Kirche aller Jahrhunderte, die aber eine ganz neue Verdeutlichung erfahren hat dank der tiefgebohrten Wahrheit der Offenbarung vonseiten Johannes Paul II., konnten wir oben eindeutig auf das Kreuz und seine sich kreuzenden ‘Balken’ hinweisen als die ständige Erinnerung an diese Liebe, mit der der Dreieinige den Menschen: Mann und Frau, geliebt hat. Die Balken des Kreuzes sind die ‘Senkrechte’ und ‘Waagerechte’. Sie sind miteinander untrennbar verflochten.
– Sie symbolisieren und erinnern dauernd daran, was – im Fall der Ehe als Sakramentes, einerseits sich zwischen Mann und Frau abspielt: das personale Band, das diese beiden in ihrem unwiderruflichen, unbedingt treuem, ausschließlichen Bund der Liebe verbindet. Diese Funktion – der Erinnerung, erfüllt der ‘waagerechte’ Balken.
– Mit ihm kreuzt sich untrennbar der Balken der ‘Vertikalen’. Diese macht den beiden und dem ganzen Volk Gottes – die Glut der Liebe bewusst, mit der der Dreieinige „die Welt so sehr geliebt hat” (Joh 13,1) – offenbar die Welt der Menschen, der Personen: Mann und Frau, dass Er diese Glut nicht länger ‘ertragen vermochte’. Einzig deswegen, im Rahmen der ‘Zeit’, die zu verstehen allein Er, der Dreieinige, imstande ist: als nämlich „die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott [= der Vater] seinen seinen Sohn, von einer Frau geboren ... damit Er die unter dem Gesetz Stehenden loskaufte [= Unvollkommenheit des religiösen Gesetzes des AT, das die Sünde offen tat, allerdings von ihr zu befreien unfähig war], und wir die Annahme an Kindes Statt [= im Heiligen Geist] empfingen” (Gal 4,4f).

In den Erwägungen des vorigen Teiles haben wir im Anschluss an die Ehe als Sakramentes der Schöpfung, oder schon Sakramentes der Kirche, aufmerksam gemacht, dass gerade die Ehe nach Gottes Vorhaben selbst ein leicht lesbares und dauernd zeitmäßiges ‘Sprungbrett’ darstellt, das sowohl im Erleben der Ehegatten, wie des ganzen Gottes Volkes, das gleichsam Ungestüme der Liebe Gottes der ganzen Menschen-Familie gegenüber nahe bringen und sie sichtbar tun kann und soll. Wir haben versucht, uns diese Gottes und zugleich menschliche Wirklichkeit im Anschluss an das Zeichen des Kreuzes näher zu bringen. Und zwar die zwei Balken, die das Kreuz bilden, werden zu leicht lesbarem Zeichen der Liebe, die sowohl in Gott, wie im Menschen besteht, in diesem Fall vor allem bei Mann und Frau als Eheleuten.

Die Bräutliche Liebe Gottes zum Menschen: Mann und Frau, die der Sohn Gottes für sich zu seiner Mystischen Braut vorbereitet, stellt im Kreuz sein ‘senkrechter’ Balken dar. Im Gekreuzigten Sohn Gottes – gibt das eigene Göttlich-Menschliche Leben Gott selbst dar: für das ewige – Leben des Menschen als seiner Mystischen Braut. So ist die wahre Liebe. Sie denkt an eigenen Nutzen nicht, ist dagegen fähig selbst das eigene Leben dahinzugeben (vgl. Joh 15,13), dass nur dieser Geliebte – in diesem Fall das Lebendige Ebenbild Gottes: Mann und Frau, „... Leben hat, und es in Fülle hat” (vgl. Joh 10,10).
– Dagegen der ‘waagerechte Balken’ wird zum leicht ablesbaren, realen Zeichen der Liebe – in erster Linie dieser, die zwischen Mann und Frau besteht. Es genügt aber, dass diese zweien ihr Band auch nur von einer geringen Distanz betrachten. Sie können unmöglich nicht feststellen, dass die Wirklichkeit selbst an sich der ‘Liebe’, und seinerarts des ‘Lebens’ – sie beiden völlig überragt. Diese beiden Wirklichkeiten stellen ein Geheimnis dar. Sie bestehen zwar auf Erden, allerdings die Erde-Materie ist außerstande sie aus sich herauszuschlagen. Sowohl das Leben, wie die Liebe können einzig von Gott herkommen. Gott aber, der Reihe nach, kann nicht anders sein, als eben Liebe-Leben-Person.
– Mit anderen Worten, sooft sich Mann und Frau nacheinander sehnen, oder auch sich ihr beiderseitiges Band erweisen, kann sich ihnen unmöglich nicht auch der Gedanke aufdrängen in Bezug auf den Quell, von dem aus das Geheimnis des sie fortwährend umfangenden und durchdringenden sowohl Lebens, wie der Liebe hervorspringt. Dieser ist aber selbst der Dreieinige.

Daselbst werden wir uns bewusst, warum gerade die Ehe – gleichsam auf mehr natürliche Art und Weise als die übrigen Sakramente der Kirche, die leicht lesbare, alle Jahrhunderte und Jahrtausende des Daseins der Menschen-Familie hindurch, eine immerwährend aktuelle Versichtlichung dieser Liebe ist, mit der Gott den Menschen: Mann und Frau, liebt. Um diese Wirklichkeit nahezubringen, kann die von uns im vorigen Teil angebotene Graphik beitragen, die das Kreuz darstellt – samt der Anzeige mit Hilfe von Aufschriften und Pfeilchen der Bräutlichen Liebe sowohl Gottes zum Menschen (der senkrechte Balken), wie auch dieser, mit der Mann mit Frau verbunden ist (waagerechter Balken). Diese Graphik wird daselbst zum anschaulichen Hilfsmaterial, das das Begreifen der Wahrheit der Gottes Offenbarung und des Vorhabens Gottes mit Bezug auf die ganze Menschen-Familie – eben über die Wirklichkeit der Ehe, beizutragen imstande ist (s. ob.:  Bräutliche Liebe Gottes – und die bräutliche Liebe der Eheleute).

(6,1 kB)

B.  JESUS IN SEINER HINGABE ZUR SPEISE UND ZUM TRANK

(3.5 kB)

1. Von Gott zu sprechen und die eheliche Intimität ...


Alles was wir uns erneut zur Erinnerung bringen, war schon Gegenstand wiederholter Betrachtungen. Der jetzige Teil (VII. Teil) wird als eigenartige Synthese und Hilfe geplant, um auserwählte Schlüsse von den früheren dogmatisch-ethischen Erwägungen zu ziehen. Es findet sich hier aber Platz genug auch für weitere Belichtungen, und vor allem konkrete Anwendungen des bisherigen Erwägungs-Schatzes.

Wir können schwer nicht bemerken, dass die Anknüpfung an Gott bei Besprechung der Ehe und Familie keineswegs unbegründete Einführung ‘mit Kraftanwendung’ der religiösen Thematik in einen Lebensbereich darstellt, der seiner Natur nach zur ‘weltlichen’ Domäne gehört. Man kann nicht schwer Meinungen solcher Leute begegnen, nach denen z.B. in Bezug auf geschlechtliche Intimität der Ehegatten ‘Gott’ nichts zu sagen hat. Jedenfalls dass es ganz und gar unanständig wäre, Gott z.B. in Fragen des geschlechtlichen Verkehrs zu ‘einbeziehen’, wo doch das Spontane zählt samt dem Taumel eines bisweilen brutalen Auslebens der Partner, bei dem das Denken und Sprechen von Gott als geradeaus Blasphemie gehalten werden müsste.

Indessen selbst eine rein verstandesmäßige, nüchterne Überlegung der Ehe und des ehelichen Lebens – ganz unabhängig von christlicher Religion, kann unmöglich die Schlüssigkeit solcher Wertung anerkennen. Es ist von vornherein unwahrscheinlich, dass Gott, der Schöpfer und zugleich Erlöser des Menschen als gerade Mann und Frau ist, die Er in ihrer geschlechtlichen Unterschiedlichkeit erschaffen hat und sie „von Anfang an” u.a. zur Verbindung im Bund der Kommunion von Leben und Liebe berief, die deutlich auf Umgestaltung in Familie ausgerichtet ist, sich nicht gleichsam im ‘Herzen’ selbst der ehelich-familiären Wirklichkeit finden sollte, samt dem in Ehe gelebten sowohl bräutlichen, wie elterlichen ‘Sinn’ des Leibes einschließlich. Sowohl der eine, wie der andere Sinn des menschlichen ‘Leibes’ ist Schöpferwerk des Dreieinigen selbst. Er auch, Gott, hat für die Ehe – und nur Ehe, nicht den ‘Sexus’ erschaffen und ihr geschenkt, sondern – wie wir es unabänderlich hervorheben: den Akt der gesegneten, in Friede gestalteten, sakramental gelebten geschlechtlichen Vereinigung, samt ihrer ganzen Struktur, aber auch mit ihr einhergehenden Dynamik der allmählich sich ereignenden Vereinigung in eine Wirklichkeit, die das Geschriebene-Wort-Gottes mit verwundernder Schlichtheit und Unzweideutigkeit als „Zwei-zu-Einem-Fleisch” bezeichnet (vgl. Gen 2,24; Mt 19,5; Eph 5,31).

Diesen Aspekt haben wir schon mehrmals früher erörtert. Es zeigt sich aber, dass es nötig ist, an die Grundlagen selbst ebenfalls dieser Wirklichkeit systematisch zu wiederkehren. Sie ist nämlich empfindsam und sehr auf gründliche Entstellungen anfällig. Indem aber sowohl der Mensch in seiner geschlechtlichen Unterschiedlichkeit, wie auch die ganze Wirklichkeit, die sich unter Eheleuten abspielt, in ihrer Gesamtheit von Händen des Schöpfers selbst herausgekommen ist, kann sie unmöglich Nicht-heilig und Nicht-heiligend sein:

„Elohim [= Gott] sah alles, was Er gemacht hatte.
Und siehe, es war sehr gut ...” (Gen 1,31).

Demzufolge – ontologisch gesehen, gibt es keine Grundlagen zum Zweifel noch zur Befürchtung, dass irgendwelcher Aspekt des Lebens in Ehe nicht von „Liebender Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) umfangen sein sollte. Dagegen beim tatsächlichen Handeln der Eheleute – und um so mehr nur Partner, die auf Sex-Praktiken umschalten, wird alles davon abhängig sein, wie diese beiden das Erschaffungswerk, in diesem Fall sowohl den ‘bräutlichen’, wie ‘elterlichen’ Sinn des Leibes, gebrauchen. Wie wir nämlich schon so manches Mal nach Johannes Paul II. hervorgehoben haben, in das Erschaffungswerk schleicht sich mit aller Perfidie seiner – nach dem Bösen ausgerichteten Intelligenz, gern das Gewand des „Engels des Lichtes” annehmende (vgl. 2 Kor 11,14) dieser, der der Böse ist: die „alte Schlange, genannt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt(Offb 12,9). Er unternimmt unermüdlich und in Unendlichkeit wiederholte Bemühungen, um auf eigene Art und Weise, jedenfalls gegen Gott und gegen den Menschen, dieses Erschaffungswerk um-zudeuten, und jeden in den angelegten Netz einzufangen, der sich täuschen lässt mit der Süßigkeit des Handelns der Stimme Gottes im Gewissen in diesem Bereich zum Trotz.

Johannes Paul II. spricht im Anschluss an Christi Aussagen kurz vor den Ereignissen des Gründonnerstags und Karfreitags, indem er die Worte Jesu anführt: „Jetzt wird das Gericht gehalten über diese Welt. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgestoßen werden ...” (Joh 12,31):

„Gerade das scheint die Feststellung zu betonen, dass das ‘Gericht’ sich nur auf den ‘Beherrscher dieser Welt’ bezieht, das heißt Satan – auf diesen, der von Anfang an das Werk der Schöpfung gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott benützt ...” (DeV 27).

(3.5 kB)

2. Bräutliche Liebe Jesu am Kreuz in Gottes Stil des Liebens


Wir kehren nicht mehr auf die ethischen Aspekte der gelebten gegenseitigen ehelichen Nähe zurück. Wir möchten uns dagegen auf allgemeinen Hinsichten der Ehe und Familie sammeln in Analogie dazu, was der Hl. Paulus folgender bezeichnet hat: „Groß ist dieses Geheimnis, ich aber deute es auf Christus und die Kirche(Eph 5,32; ausführlich s.ob.:  Sakramentalität der Ehe abgelesen von Eph 5). Wir haben vor, die Ehe und die von ihr herkommende Familie unter dem Blickpunkt des Geheimnisses der „Kirche” zu betrachten, nur dieses Mal begrenzt auf ihre ‘Miniatur’, wie sie das einzelne Ehepaar und die Familie darstellt, als lebendiger Teil der Apostolischen, Einen, Heiligen, Universalen-Katholischen Kirche. Daselbst wird jede einzelne Ehe und jede Familie – ähnlich wie die ganze Heilige Kirche, zur eigenartigen Braut des – ‘Bräutigams-vom-Kreuz’.

Jesus Christus hat die von Ihm gegründetem seine Kirche, und in ihr jeden einzelnen Erlösten, und ganz besonders jede nächsten Zweien, die mit dem Ehebund verbunden sind – mit einer Liebe geliebt, die in voller Bedeutung dieses Wortes Bräutliche Liebe darstellt. Anders als ‘bräutlich’ vermag Gott schlechterdings nicht ... zu lieben! Wir befinden uns selbstvertständlich erneuert in der Sprache der ‘Analogie’. Sie bringt also eine ‘Ähnlichkeit-in-Un-Ähnlichkeit’ zum Ausdruck. Dennoch es ist uns Menschen schwer anders über Gott, der uns völlig überragt, zu sprechen, als nur indem wir eben die Spreche der ‘Analogie’ einsetzen (s. genauer:  Die im Text vorkommenden ‘Analogien’ (Eph 5,22-25). – Und: Liebe Gottes – ihr Ausdruck menschlich (MuD 23) – mit Zusammenhang). Jesus Christus, der Sohn Gottes und Menschen-Sohn in seiner einzigen Gottes Person, hat sich mit seiner Kirche-der-Braut vermählt, indem Er angesichts der Allerheiligsten Trinität, des Kosmos und der ganzen Menschen-Familie, die in jenen konzentriert war, die in dieser Zeit am Kalvarienberg da waren – seinen ‘Ehelichen’ Konsensus zum Ausdruck gebracht hat. Das geschah um diese „Seine Stunde”, wann Er in Gabe-der-Liebe-seiner-Person für die Person dieser Geliebten [sie war vereinigt im Heiligen Geist in Jemanden Einen: die Braut]ihr zugute und für sie, „bis zum Letzten” (Joh 13,1) seinen Göttlich-Menschlichen Leib dahingab und ihr zugute und für sie, ebenfalls „bis zum Letzten” – das Blut seines Lebens vergossen hat.

Siehe da die Bräutliche Liebe in Gottes Stil. Jesus Christus betätigt sich hier, auf dem Kreuz, in gleicher Zeit Bräutlich und Erlösend. Und zwar Er „reinigt” seine wie oft doch unwürdige Braut vom Schmutz ihrer Sünden (vgl. Eph 5,26: das Sakrament der Taufe). Zugleich aber „... ernährt Er und pflegt ...” (Eph 5,29) seinen Mystischen Leib, d.i. gerade die vermählte, seine Braut (ausführlicher ob.:  Gabe des Hauptes für den Leib: Christus-Kirche – Mann-Frau). Denn eben hier, auf dem Kreuz, gibt Jesus Christus das ewige – Leben seiner Kirche , seiner Mystischen Braut, und in ihr – jedem einzelnen Erlösten, wenn sich dieser auch nur ein wenig auf die Gabe diese Erlösung aufschließt.

Demzufolge, das Bräutigam-vom-Kreuz zu sein heißt für den Sohn Gottes Jesus Christus – seinen „Leib für das Leben der Welt” (Joh 6,51) und sein Blut als Trank des Lebens dahinzugeben:

„Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, hat das ewige – Leben, und Ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, bleibt in Mir und Ich in Ihm ...” (Joh 6,54-56).

So ist die Wirklichkeit, deren Echo der Titel unserer WEB-Site ist:

Dass die Liebe – Liebe sei
Der Liebe – menschliche und Gottes Lösungen

Kwiatek (3 kB)

3. Ihr Männer liebt eure Frauen, Wie Christus die Kirche geliebt hat

(3.5 kB)

Möchte der Mann – Ehemann sein nach der Grundlinie des empfangenen und gespendeten Ehe-Sakramentes, und die Frau – Ehefrau-Braut ebenfalls in der Bedeutung des sich gegenseitig verrichteten Sakramentes, beginnt das Licht vorzuleuchten, das auf die Richtung zur fortwährenden Gestaltung seines Inneren hinweist. Diese Zweien haben es als ihre Lebensverpflichtung empfangen. Das betrifft u.a. auch diese Zeiten, wenn sie als Ehepaar ihre bräutliche Nähe erleben werden können.

Jesus Christus am Kreuz sucht im geringsten Maß nach eigener Annehmlichkeit. Seine Liebe sammelt sich von Anfang an bis zum Ende um das Wohl – dieses definitive, aber auch dieses irdische, seiner befleckten Braut. Dass sie leben kann: sowohl Jetztzeit, wie im „Haus des Vaters”. Zu diesem Zweck wird Jesus ihr zugute, als ihr Bräutigam, Person-Gabe. Er tut es nicht um irgendwelche seine eigene ‘Annehmlichkeit’ zu erfahren. Im Gegenteil, die Gabe die Er aus seiner Person darbringt – diese ganzheitliche Gabe, die „bis zu letztlichen Folgen” vorangeschoben wird (vgl. Joh 13,1), wird für seine Geliebte zum Verzehren seines dahingegebenen Leibes und Empfangen des Trankes des Lebens, zu dem sein vergossenes Blut wird.

Ob diese Tatsache: die Ehe, die aus Gottes Willen die ständige, reale Abspiegelung des Geheimnisses der Vermählung des Sohnes Gottes mit der Kirche als seiner Mystischen Braut darstellt, an Männer und Frauen über den tiefsten Sinn ihrer Ehe als Sakramentes zu sprechen beginnt? Jesus gibt seinen Leib hin, vergisst sein Blut – in solcher Stunde, wann es bei seiner Geliebten: Mann und Frau, die im Heiligen Geist, der sie vereint, zu seiner Braut werden, allerdings zurzeit vom Bösen total betört bleiben und seinen Gottes Bräutigam beständig verraten – nicht nur keine irgendwelche Gegenseitigkeit-in-Liebe besteht, sondern im Gegenteil: sie hat den zur Vermählung mit ihr hergeführten Sohn des Königs, des Besitzers des Gottes Weinberges, „nach außen weggeworfen” – und Ihn grausam ... ermordet!

Gerade das bezeigte und bezeigt weiter – als bestimmenden Faktor des Liebe-Stils, dieses Gottes-Geschriebene-Wort, das wir gegen das Ende des vorigen Teiles betrachtet haben (s.:  „Ihr Männer liebt eure Frauen, wie Christus geliebt und sich selbst hingegeben hat” [Eph 5,25]):

„Ihr Männer, liebt eure Frauen!
wie Christus die Kirche geliebt, und sich selbst für sie hingegeben hat:
um sie heilig zu machen ...
So will Er die Kirche herrlich vor Sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Runzeln oder andere Fehler,
Heilig soll sie sein und makellos ...(Eph 5,25ff).

(3.5 kB)

4. Vom Weinberg hinausgeworfener Erbe, der Bräutigam,
Sohn des Königs, das Lamm


Dieses schauderhaften Tages, auf den Himmel und Erde ab der Morgenröte der Schöpfung gewartet haben: des 14. Nizan des Jahres 28 ‘unserer Ära’ – sind nacheinander alle Prophezeiungen des Alten Testaments vom Leidenden Diener Jahwéh zu ihrem Gipfel gekommen. Diesen Höhepunkt haben auch alle ‘Gleichnisse-Allegorien’ erreicht, in denen Jesus immer mehr unzweideutig von sich selbst gesprochen hat. Es ist wahr, Jesus redete gemäß seiner Gewohnheit nicht direkt von sich selbst. Er pflegte dagegen die Art und Weise zu benutzen, über sich in 3. Person zu sprechen. Allerdings alle waren sich perfekt bewusst, dass jede dieser seiner Äußerungen eine weitere Selbst-Offenbarung seiner Selbst darstellt: seiner Person und der Ihm vom Vater aufgetragenen Sendung.

(0,37 kB) Er ist es, Jesus – jener „Erbe” von diesem Gleichnis-Allegorie über die verkehrten Winzer. Der Gutsherr hat Ihn in der Hoffnung gesandt, dass sie wenigstens Ihn ehren werden, nachdem sie die früheren Gesandten verbrecherisch behandelt haben. Indessen als es den Winzern bewusst geworden war, dass es Jetztzeit der Sohn des Gutsherrn ist, haben sie untereinander festgesetzt:

„Das ist der Erbe. Kommt, wir wollen Ihn töten und uns sein Erbe aneignen!
Und sie ergriffen Ihn, warfen Ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten Ihn ...” (Mt 21,38f).

Der Evangelist Matthäus fügt deutlich hinzu:

„Als nun die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass Er von ihnen redete. Und sie hätten Ihn gern festgenommen; aber sie fürchteten die Volksscharen ...” (Mt 21,45f. – s. ob.:  Der Vom Vater gesandte – von ‘Seinen’ zurückgewiesene Menschen-Sohn).

Die ‘Braut’ des Bräutigams-vom-Kreuz bittet seinen Bräutigam-Ehemann nicht nur um Verzeihung nicht, sondern sie bestätigt entschieden ihren Willen: ... Ihn zu ermorden! Er aber, indem Er weiterhin auf den der Braut drohenden Verlust des ewigen Lebens hinschaut, liebt sie weiter – und opfert sich als „Sühneopfer” (1 Joh 2,2) für ihre Sünden: „ ... In Ihm [in Jesus] haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehen, nach dem Reichtum seiner Gnade ...” (Eph 1,7).

(0,36 kB) Ferner, niemand konnte bezweifeln, wer jener „Junger Mann: der Bräutigam” ist, auf den die „klugen und törichten Jungfrauen” gewartet haben (Mt 25,1-13). Jesus knüpft hier deutlich an sich als den ... Bräutigam an (s. ob.:  Gefolge der Jungfrauen in Erwartung auf den Bräutigam). Man kann hier schwer nicht die Frage stellen: Warum steht dieses Gleichnis-Allegorie, der Reihe nach: von der Vermählung des Jungen Mannes, im Evangelium kurz vor der Beschreibung des Leidens des Menschensohnes?

(0,35 kB) Zuletzt redet Jesus ganz deutlich wiederholt von sich selbst im Gleichnis-Allegorie vom Hochzeitsmahl, das der König seinem Sohn ausgerichtet, und auf dieses Festmahl die hohen Dignitärer eingeladen hat. Indessen diese Eingeladenen haben diese Chance verschmäht: niemand von ihnen ist zu dem schon bereiteten Mahl hingekommen. Der Hausherr, der König, hat den Empfangssaal erst mit Personen voll gemacht, die scheinbar ganz unwürdig waren, beinahe Leute vom sozialen Rand:

„Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen hier herein! ... und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll wird” (Lk 14,21ff. – s. ob.: Verächtlich behandelte Einladung zum Vermählungsmahl des Königlichen Sohnes).

Wiederholt drängt sich die Frage auf: Warum spricht hier Jesus – doch wieder von sich selbst, obwohl Er die 3. Person anwendet – als vom Sohn des Königs, der sich gerade mit seiner Braut vermählt, wogegen es doch ganz kurz vor dem grauenhaften Finale seines Lebens, in Form der Kreuzesqual, geschieht?
– Außerdem: Auch in diesem weiteren Gleichnis-Allegorie stellt Er sich wiederholt – auf sehr entschiedene Art und Weise – als den Jungen Hochzeits-Mann: den Bräutigam.
– Man kann sich unmöglich nicht die Frage aufstellen: Wer und wo ist demnach diese seine ... Braut, diese Junge Frau, mit der Er sich vermählt? Es besteht kein Zweifel, dass ihre Person hier nur vermutlich dargestellt wird. Ihre nähere Bezeichnung setzt aufmerksame Betrachtung der Gesamtheit der Erlösungstätigkeit ihres Bräutigams: des Sohnes Gottes und Menschen-Sohnes zugleich.

(0,36 kB) Aber noch mehr: Konnten sich die Zuhörer des Meisters von Nazaret nicht etwa vortrefflich erinnern an das verwunderliche, und nicht minder eindeutige, zu gleicher Zeit Enthusiasmus, aber um so mehr paralisierendes Grauen weckendes Zeugnis seines großen Vorgängers – Johannes des Täufers, dass Jesus der „Messias” (Joh 3,28), und gleichzeitig „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt” (Joh 1,29), und außerdem „Bräutigam” (Joh 3,28) ist? Er selbst aber – Johannes der Täufer, hat Ihm gegenüber die ruhmvolle Rolle des „Freundes des Bräutigams” erfüllt (Joh 3,28). Eine der grundsätzlichen Aufgaben eines solchen „Freundes des Bräutigams” war es, die Junge Frau, die Braut – zu Ihm als ihrem Bräutigam herbeizuführen (s. ob.:  Jesus: Messias – Lamm – Bräutigam). Johannes der Täufer ist dieser Aufgabe vortrefflich nachgekommen. Trotzdem die führende Religiöse Schicht alles unternommen hat, um über das Johanneische Zeugnis gründlich hinwegzusehen und es zum Schweigen zu bringen (s. ob.:  Blockierung des Zeugnisses hinsichtlich Jesus).

(0,37 kB) Zuletzt hat Jesus sich selber, wiewohl wie üblich gleichsam nur ‘nebenbei’, ganz deutlich als Bräutigam vorgestellt (s. ob.:  Unmittelbare Offenbarung seiner Selbst als Bräutigams – Pkt: B1-2). Alle haben dabei besten Bescheid gewusst, dass Jesus mit keinem ‘Mädchen’ – ‘geht’. Sie konnten unmöglich seine Worte nicht mit den schwer zu begreifenden, und doch durchaus realen Äußerungen-Herzensergüssen assoziieren: Jahwéh von seiner Ehelich-Bräutlichen Liebe zu Israel und einem jeden von seinem Volk. Dabei hat Jesus so manches Mal, aber um so mehr im letzten Abschnitt seines irdischen Lebens, unzweideutig zu verstehen gegeben, dass gerade Er – „Jahwéh” ist (z.B. Joh 8,24.28.58): Gott des bisherigen Israel. Das wollten selbstverständlich die damaligen führenden religiösen Schichten unter keinem Vorwand annehmen. Ihre einzige Reaktion auf die Worte Jesu war in solchen Umständen das sofortige Greifen nach Steinen, um ohne irgendwelche Nachforschung nach Wahrheit, Jesus auf der Stelle zu töten (s. Joh 8,59).

Eine ganz evidente Vorstellung seiner Selbst als Bräutigams fand gelegentlich der Auseinandersetzung statt zwischen Jüngern Johannes des Täufers und seinen Jüngern, die im Gefolge Jesu kein Fasten unternahmen, im Gegenteil zur Praktik vieler eifriger Verehrer Jahwéh. Jesus hat damals seine Jünger in Schutz genommen, aber bei Gelegenheit hat Er sich selbst als Bräutigam vorgestellt, der gerade seine Vermählung-Hochzeit erlebt:

„Jesus antwortete ihnen: Können die Hochzeitsgäste denn fasten, solange der Bräutigam mit ihnen ist? Solange sie den Bräutigam haben, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein. An jenem Tag werden sie fasten ...” (Mk 2,18-20; s. Mt 9,14-17; Lk 5,33-39).

Die Antwort Jesu ist – wie üblich – mit Geheimnis überdeckt, und doch ist sie durchaus eindeutig. Sie ist eine mehr Selbst-Offenbarung Jesu betreffs seiner Selbst, in diesem Fall als Diesen, der zurzeit gerade den Ehe-Bund schließt (s. ob. ausführlicher:  Jesus von Sich als dem Bräutigam – und die Folge der Betrachtung in: Jesus von sich als dem Hochzeits-Bräutigam).


(8,5 kB)

(0,7kB)     (0,7 kB)     (0,7 kB)




Benachrichtigung (zeitweile)

Siebenter Teil. IN   GUTEN UND SCHLECHTEN TAGEN IN EHE UND FAMILIE.
Gib, Jesu, dass unser Leben Freude-Srahlen sei lieben zu können und Gewissheit
zu haben um die Hoffnungen, von denen wir Rechenschaft ablegen sollen
(FC 52)


Einführung in das ‘Klima’ des siebenten Teiles
1.Kapitel. DER GOTTES BRÄUTIGAM IN HINGABE DER BRAUT SEINER SELBST AM KREUZ
„ ... BIS ZUM LETZTEN”.
Treue in Liebe: dass die Braut nicht verloren geht, sondern das ewige – Leben hat


Einleitung in das erste Kapitel

A. DIE EHE – GOTTES EIGENTUMS-DOMÄNE
1. Gottes Besitztum: heiliges Terrain
2. Der zunehmende Kampf um das ‘Walten über die Seelen’: der Ehe und Familie
3. Gott im Leben- und Liebe-Sieg
4. Das Vorhaben, die Liebe Gottes über die Ehe zu versichtlichen

B. JESUS IN SEINER HINGABE ZUR SPEISE UND ZUM TRANK
1. Von Gott zu sprechen und die eheliche Intimität ...
2. Bräutliche Liebe Jesu am Kreuz in Gottes Stil des Liebens
Tabelle. Dass die Liebe - Liebe sei ...
3. Ihr Männer liebt eure Frauen, WIE Christus die Kirche geliebt hat
4. Vom Weinberg hinausgeworfener Erbe, der Bräutigam, Sohn des Königs, das Lamm